Geiselnahme mit Buttermesser im Parlament

Im Hohen Haus bringt ein geistig verwirrter Mann eine Sicherheitsmitarbeiterin in seine Gewalt. Die Polizei-Spezialeinheit WEGA befreit die Frau.

Geiselnahme mit Buttermesser im Parlament
Schließen
Geiselnahme mit Buttermesser im Parlament
Geiselnahme mit Buttermesser im Parlament – Symbolfoto: Gestellte Geiselbefreiung der WEGA (c) APA (Hans-Klaus Techt)

Ein offenbar geistig verwirrter Mann hat am Samstag gegen 13 Uhr im Parlament in Wien eine Sicherheitsmitarbeiterin in seine Gewalt gebracht. Nach Angaben der Parlamentsdirektion hatte der etwa vierzigjährige Täter zunächst Parlamentsmitarbeiter im Besucherzentrum attackiert und versucht, sich Zutritt ins Innere des Gebäudes zu verschaffen.

Iranischer Asylwerber wollte zu Fischer
Laut Polizei handelte es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen im Jahr 1974 geborenen iranischen Asylwerber, der mit Bundespräsident Heinz Fischer in Kontakt treten wollte. Er tobte im Besucherzentrum des Parlaments, legte Steine auf ein Pult und verfolgte eine Frau. Auch soll er Steine um sich geworfen haben. Mit einem Buttermesser brachte er eine Sicherheitsmitarbeiterin des Parlaments in seine Gewalt.

WEGA greift ein - Frau bleibt unverletzt

Die Parlamentsangestellten lösten den Sicherheitsalarm aus und drängten den mit einem Buttermesser Bewaffneten in die Räume der Sicherheitsabteilung ab. Dabei gelang es ihm aber, eine Mitarbeiterin der Sicherheitskräfte in seine Gewalt zu bringen. Etwa zwanzig Minuten verschanzte sich der Mann in den Räumen. Die Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) griff schließlich ein. Mit Doppelknallern befreite die Sondereinheit die Frau unverletzt und nahm den Täter fest.

Er hatte angegeben, den Bundespräsidenten sprechen zu wollen. Das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) Wien leitete Ermittlungen ein. Die für Nachmittag geplanten Führungen durch das Parlamentsgebäude wurden abgesagt. Laut Parlamentsdirektion wird der Vorfall zum Anlass genommen, die Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen.

Am späteren Samstag-Nachmittag waren die Einvernahmen des Mannes im Gange, die sein Motiv klären sollten. Laut Exekutive war es nicht klar, ob es sich bei ihm tatsächlich um einen geistig Verwirrten handelte. Das werde untersucht, sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger.

(APA)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Kommentar zu Artikel:

Geiselnahme mit Buttermesser im Parlament

Schließen

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen