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Martin Blum: Neuer Radbeauftragter mahnt Radfahrer

20.09.2011 | 18:23 |  DIETMAR NEUWIRTH (Die Presse)

Martin Blum wird Wiens Radverkehrsbeauftragter. Der bisherige VCÖ-Experte tritt sein Amt am 1. November an. Im Interview mit der "Presse" spricht er sich für gegenseitige Rücksichtnahme aller im Verkehr aus.

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Die Presse: Sie sind soeben zum Radbeauftragten der Stadt Wien ernannt worden. Ist das nicht ein Titel ohne Mittel?

Martin Blum: Es wird eine Radagentur geben, die aus drei Personen besteht (neben Blum Ex-Bezirksvorsteherin Susanne Reichhard und Peter Eschberg), und es gibt ein kleines Budget (900.000 Euro inkl. Personalkosten). Wenn große Projekte in Angriff genommen werden, ist es Aufgabe der Radagentur, sich das Budget dafür zu organisieren. Wichtige Aufgabe ist die Vernetzung der zuständigen Stellen der Stadt Wien, dass es Rückenwind für Radverkehr gibt.


Da werden Sie aber angesichts der Ausstattung der anderen Magistratsstellen eher auf verlorenem Posten stehen.

Ziel der Radagentur ist es ja zu zeigen, dass der Radverkehr in Wien wichtig ist. Wir wollen den Radverkehrsanteil (derzeit fünf Prozent) bis zum Jahr 2015 verdoppeln.


Was konkret werden Sie tun, wie wollen Sie die Stellen genau miteinander vernetzen?

Ich habe erst Montagabend erfahren, dass ich unter den 470Bewerbern ausgewählt wurde. Ich möchte mich noch ein wenig einarbeiten, bevor ich konkret...


Aber Sie werden doch bei Ihrer Bewerbung konkrete Vorhaben formuliert haben.

Entscheidungen, die das Radfahren fördern oder auch behindern können, werden derzeit in Wien auf vielen verschiedenen Ebene getroffen: in den Bezirken, in den einzelnen Magistratsabteilungen et cetera. Jetzt geht es darum, zu schauen, wie man Entscheidungen treffen kann, die insgesamt dem Radverkehr förderlich sind, überall den Radverkehr mitzudenken. Ein ganz wichtiger Punkt ist, dass es eine Bewusstseinsbildungskampagne für das Radfahren gibt. Es gilt, ein Miteinander im Verkehr zu erreichen statt eines Gegeneinanders, das es derzeit oft gibt: dass man Rücksicht nimmt, dass man Fehler verzeiht, dass man sich bedankt, alles das, was man macht, wenn man einen guten Freund trifft.

Arbeiten Sie auch an dem angekündigten Radfahrer-Knigge mit?

Ich nehme an, dass wir da auch mitarbeiten werden.


Braucht es neue Gebote, Verbote?

Ich glaube nicht, dass es an Regeln mangelt. Es ist wichtig, eine Verkehrskultur der Rücksichtnahme in Wien zustande bringen.

Wer ist im Verkehr rücksichtsloser: Autofahrer oder Radfahrer?

Es gibt Situationen, in denen es bei allen beteiligten Rücksichtslosigkeiten gibt. Natürlich wird Rücksichtslosigkeit umso gefährlicher, mit je mehr Kilo man unterwegs ist.

Sie erleben Rücksichtslosigkeit schon auch bei Radfahrern?

Auch bei Radfahrern.

Wie radfahrfreundlich ist denn Wien derzeit?

Wien ist auf einem guten Weg. Es hat eine starke Zunahme des Radverkehrsanteils gegeben.

Wien soll Kopenhagen werden – wo es Probleme mit zu vielen Radfahrern gibt?

Die Probleme dort sind nicht so gravierend, wie das zuletzt dargestellt wurde.

Eine Verdoppelung in vier Jahren wollen Sie ohne Zwang oder Bestrafung von Autofahrern tatsächlich schaffen?

Zwang wird nicht zum Ziel führen. Wir wollen die Wienerinnen und Wiener einladen, das Rad in die Hand zu nehmen und damit eine Positivspirale in Gang setzen. Was sich gezeigt hat, ist, dass Radverkehrspolitik wie ein Puzzle funktioniert, das sich zusammenfügt. Ein Puzzleteilchen muss in das andere passen. Wenn man die zusammenfügt, ergibt dies das Bild eines hohen Radverkehrsanteils.


Sind Sie heute bei Regen und Wind mit dem Fahrrad in Ihr Büro gefahren?

Ich bin heute mit dem Fahrrad ins Büro gefahren. Ich fahre ganzjährig mit dem Fahrrad; es gibt ganz wenige Tage, an denen ich die Öffis nehme oder zu Fuß gehe.

Sollte über eine Verteuerung der Parkgebühren Anreiz für Radfahren geschaffen werden?

Parkgebühren gehören nicht zu den Aufgaben eines Radbeauftragten.

Auf einen Blick

Martin Blum leitet (noch) im Verkehrsclub Österreich (VCÖ) die Abteilung Verkehrspolitik. Der 35-jährige DI (Kulturtechnik an der Boku Wien) ist verheiratet und Vater von drei Kindern. [APA]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.09.2011)

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154 Kommentare
 
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Gast: isogjetzwos
23.09.2011 07:34
0 2

Personalkosten machen 200.000,- Euro aus!!!

Die Brutto Jahresgage für den Radbeauftragten Martin Blum und seine 2 Mitarbeiter betragt rund 200.000,- Euro!!! Eine stolze Summe, die für nix und wieder nix ausgegeben wird.
Quelle: ORF Heute vom Dienstag den 20.9.2011

Gast: Baur4
21.09.2011 20:37
1 2

Wir dürfen gespannt sein!

Wie oft die Grüne Witzebürgermeisterin im tiefen Winter mit dem Rad ins Rathaus fährt....

2 0

Re: Wir dürfen gespannt sein!

in wien gibts keinen richtigen winter! ;-)
ich fahre in meiner kleinstadt in der obersteiermark (fast) den ganzen winter mit dem rad durch!

Antworten Gast: Johann S
21.09.2011 22:06
0 0

Re: Wir dürfen gespannt sein!

Auch die Ausrüstung mit entsprechenden "Winterreifen"dürfte in die Kompetenz des besagten Herrn fallen.
Die sogenannte Mountain-Bike Pflicht.

Gast: ronomsky
21.09.2011 19:29
3 1

wer nicht bei

schlechtwetter fährt, kann sich ja schwer als wirklicher radfahrer bezeichnen...

Gast: GRÜNER KAKTUS
21.09.2011 17:07
1 1

Wer hat eigentlich dazu aufgefordert, dass man unseren Herrn Blum bewertet?

Richtig!
Niemand.

Und es nutzt auch den ewigen Nörglern und Berufskritisierern aus SchwarzBlauOrange nicht, wenn sie auch nur einen Kommentar zu unserer wohlüberlegten und großartig zukunftsweisenden Entscheidung abgeben. Denn sie haben alle genau gar nichts zu entscheiden in Wien, WEIL IHNEN DER SOUVERÄN DIESE ENTSCHEIDUNGSFÄHIGKEIT NICHT ZUERKANNT HAT!
Hätte der Wiener Bürger auch nur ein bisserl gewollt, dass ÖVP, FPÖ oder BZÖ was zu sagen haben, dann hätte er ihnen in die Regierung geholfen.
Der Wähler sagte aber "nein" zu den Verlierern!

Und daher machen wir jetzt Politik in Wien und gestalten auch hier in Wien. Weil uns der Bürger dafür den ausschließlichen Auftrag gegeben hat.

Antworten Gast: hühott
22.09.2011 15:21
0 0

Re: Wer hat eigentlich dazu aufgefordert, dass man unseren Herrn Blum bewertet?

wie viele bürger haben euch einen auftrag gegeben?
und wie viele wollten euch auf keinen fall einen auftrag geben?

fakt ist, daß eine regierung die interessen ALLER bürger zu erfüllen hat, weil sie die wahlentscheidung ALLER zu respektieren hat. wer das nicht will oder kann, darf das amt nicht annehmen. alles andere ist machtmißbrauch.

Antworten Gast: Calamaro
22.09.2011 05:56
1 1

Re: Wer hat eigentlich dazu aufgefordert, dass man unseren Herrn Blum bewertet?

Das ist ja das Tragische: die Grünen haben KEINEN Auftrag von den Bürgern bekommen. Die SPÖ hat sich diese Witzfiguren ins Boot geholt, um an der Macht zu bleiben.

Antworten Gast: Johann S
21.09.2011 18:03
0 0

Re: Wer hat eigentlich dazu aufgefordert, dass man unseren Herrn Blum bewertet?

Das Stellen von rethorischen Fragen,war sehr entbehrlich.
Es gilt die Ironievermutung.

2 0

so weit sind wir gekommen...

keiner spricht von den gebrechlichen mitbürgern, die aufs auto angewiesen sind; keiner spricht von den eltern, die ihre (kleinen) kinder in den kindergarten bringen müssen; keiner spricht von einkaufsfahrten, keiner spricht von vertretern, die ebenfalls das auto nützen müssen,aber:
wenn die unnützen fahrten um sagen wir 2/3 reduziert werden würden und diese zeitgenossen auf öffis und rad umsteigen würden (es geht, ich schaffs ja auch!), könnten wir uns einen fahrradbeauftragten ersparen; der politische druck dieser vernünftigen menschen wäre groß genug.
aber so: wir vernünftigen radfahrer müssen die übergewichtigen autofahrer, die noch dazu unsere kinder gefährden, finanzieren...

Antworten Gast: Radgast
23.09.2011 14:30
2 0

Re: so weit sind wir gekommen...

Ich habe selbst Kinder im Kindergarten, es kommen viele Kinder mit dem Fahrrad (Anhänger, Kindersitz etc.) oder fahren schon selbst. Für ältere Personen ist das Fahrrad ein ideales Mittel, um fit zu bleiben. Die Verkehrstüchtigkeit von älteren Autofahrern ist in Österreich allerdings noch ziemlich unterbeleuchtet, ist aber ein anderes Thema...

Antworten Gast: Ha Tse
21.09.2011 18:00
0 0

Re: so weit sind wir gekommen...

Die alten und gebrechlichen Menschen können meist nicht mehr autofahren.
Derzeit sind sie noch darauf angewiesen vor roten Ampeln mehrere Minuten zu stehen, da die "Grüne Welle" nur für Autofahrer grün ist.

Antworten Antworten Gast: Calamaro
22.09.2011 05:57
0 0

Re: Re: so weit sind wir gekommen...

Alte Leute können meist weit länger Auto fahren als gehen, denn Auto fahren funktioniert im Sitzen.

Gast: Baur4
21.09.2011 16:05
3 0

Wie war das möglich?

Fast 1.200 km Radwege gib tes in Wien; alles ohe einem "Koordinator".

Offensichtlich können das Verkehrsexperten auch ganz ohne einem "Links-Grünen" Günstling.

Die Mieten, Wasser, Gas, Müll unsw. alles wird in Wien teurer.

So etwas nennen sie auch noch Einsparung in der Verwaltung

Arethas
21.09.2011 15:37
2 1

Klein, aber oho

"...und es gibt ein kleines Budget (900.000 Euro)..."

na ja, wenn man drei Kinder hat, darf man halt nicht allzu bescheiden sein...

"Wenn große Projekte in Angriff genommen werden, ist es Aufgabe der Radagentur, sich das Budget dafür zu organisieren."

Eh kloa, wozu gibt´s denn bald eine Vermögenssteuer - zur "Entlastung der mittleren Einkommen".... ;O))))))

Gast: Johann S
21.09.2011 13:52
4 1

Semantik

Ist dieser Herr beauftragt, nur das Rad zu benutzen,oder übt er eine Aufsichtstätigkeit aus?

Gast: Austrianer
21.09.2011 11:48
8 1

Na bravo!


Radbeauftragter im Rot-grün regierten Wien. Und der feiner Herr kommt vom VCÖ.

Kommt das nur mir spanisch vor?

ert
21.09.2011 11:27
12 1

Der Herr

wohnt im 7. Bezirk laut Telefonbuch. Ich lade ihn herzlich ein in den 22. oder in den 10. zu übersiedeln, auch der 13. oder Teile des 12. und 23. wären interessant. Das verändert villeicht die Elfenbeinturm-Politik etwas. Aus dem 7. ins Rathaus zu wackeln ist keine Großtat.

Antworten Gast: Ha Tse
21.09.2011 18:02
0 0

Re: Der Herr

Wenn man in diesen Bezirken noch nicht radfahren kann, hat der Blum noch einiges zu tun.

Antworten Gast: BraS
21.09.2011 12:05
2 8

Re: Der Herr

warum sollte er, wenn er so intelligent war, und seinen Wohnort so ausgesucht hat, dass er nahe seines Arbeitsplatzes liegt?

Vielleicht solltens einfach auch übersiedeln, um nicht son von ihrem Auto abhängig zu sein?

0 1

Re: Re: Der Herr

vollkommen richtig! intelligenz hat auch mit der wahl des wohnortes zu tun!

Antworten Antworten ert
21.09.2011 12:41
8 0

Re: Re: Der Herr

Klar. Am besten ganz Wien siedelt in den 7. Bezirk. Und bleibt seinem Arbeitgeber auf EWIG treu. Wird nie entlassen und will nie den Job wechseln.

derpradler
21.09.2011 09:57
10 1

Die Chaoten

sind im Vormarsch! Man hat anscheinend vergessen was Wien für ein Armenhaufen war bevor das Auto den Aufschwung brachte!

10 1

Martin Blum: Neuer Radbeauftragter mahnt Radfahrer

Eine mafiose Partei ,SPÖ, koaliert mit einer Schwulenpartei, Grünen, und schiebt sich gegenseitig Millionen Euro zu, dabei sind Radbeauftragten nur für Wien zuständig, wenn man es auf die Bundesländer/ Städte umlegt, also alles x9. Die meisten Städte weisen, eigenen Angaben zufolge, ein hohes Budgetdefizit aus. Demnach ist für diesen Schwachsinn und provokanten Vorgehen nichts vorbudgetiert, weil kein Geld in der Stadtkasse vorhanden ist. Was so viel bedeutet, dass es eine Einnahmenerhöhung im Kommunalbereich vorprogrammiert ist. Mieten, Wasser, Strom, Gas, Müllabfuhr, Öffis und weitere Erhöhungen auf der Einnahmenseite der Stadtverwaltung sind die Folge. Dafür strampeln schon jetzt die Grünen Ars...jeden Freitag in Wien. In den 220.000 Gemeindewohnung leben zu 70 % Leute mit Migrationshintergrund, werden vom Sozialdienst der StadtWien mit dem Existenzminimum versorgt oder sind beim Magistrat der Stadt Wien bei den einzelnen Magistratsabteilungen oder als Straßenbahn- bis Busfahrer beschäftigt. Dafür gibt es immer mehr Einheimische, die von der Notstandshilfe leben müssen, oder sie stehen den ganzen Tag bei der Kasse oder als Regalbetreuer im Supermarkt, für nicht einmal die Hälfte des Nettoeinkommens eines Radbeauftragten. Alles für Wählerstimmen. Schließlich wollen alle, von Häupl bis Vassilakou, an der Macht bleiben, um am Kuchen mit zu naschen. Geschieht dies im Sinne des Wählerwillens? Wie aus den einzelnen Kommentaren ersichtlich, hat die Stadtverwaltung ein leichtes Spiel.

Antworten enzo
21.09.2011 14:36
2 0

Re: Martin Blum: Neuer Radbeauftragter mahnt Radfahrer

Solange die Wähler immer das gleiche Politgesindel zum Futtertrog der Republik lassen wird sich nichts ändern.
Im Gegenteil die Politiker brauchen sich nicht zu ändern solange der Pleb stillhält

Antworten freddy
21.09.2011 14:12
0 4

Re: mafios und schwul sind die Einen angeblich

nachweislich korrupt sind die Anderen(ÖVP-FPÖ-BZÖ)
Und dann kommen die Piraten, die werden den Ring monateweise sperren, statt stundenweise.

 
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