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Ein Führer durch Wiens Abgabendschungel

15.12.2011 | 18:53 |  KARIN SCHUH UND MARTIN STUHLPFARRER (Die Presse)

Ob Luft, Hunde, Feuerschutz oder Vergnügen, die Stadt Wien kassiert fast überall mit. Insgesamt nimmt sie durch von ihr selbst eingehobene Abgaben 1,57 Milliarden pro Jahr ein. Bald wird es noch mehr werden.

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Wien. Welche Gebühren und Steuern es in Wien gibt, wird oft erst durch deren Erhöhung ersichtlich – wie etwa zuletzt bei der U-Bahn-Steuer oder der Schanigartenabgabe („Die Presse“ berichtete). Laut Rechnungsabschluss 2010 hat die Stadt Wien im Vorjahr insgesamt 1,2 Milliarden Euro durch eigene Steuern und 370 Millionen Euro mit Gebühren eingenommen (Gesamteinnahmen, u. a. aus Finanzausgleich, Verkehrsstrafen und Co.: 11,88Mrd. Euro). Der Unterschied zwischen Steuern und Gebühren liegt übrigens darin, dass man für Letztere eine direkte Gegenleistung bekommt – was erklärt, warum etwa der Parkschein als Steuer gilt. Die massiven Gebührenerhöhungen haben jedenfalls deutliche Auswirkungen. Laut einer ÖVP-Berechnung zahlen die Wiener (Vierpersonenhaushalt mit Hund) nun jährlich 310 Euro mehr. Ein Überblick über den städtischen Abgabendschungel.

Abwassergebühr. 1,89 Euro pro Kubikmeter Wasser kostet in Wien ab Jänner die Einleitung von Abwasser in das Kanalsystem. Das ist eine Erhöhung um sechs Prozent. Für Falschparker wird es ebenfalls teurer – die Abschleppgebühr kostet künftig 242 statt 192 Euro.


Baumschutz. Wer in Wien einen Baum fällt, muss zuerst eine Bewilligung einholen und anschließend einen neuen Baum pflanzen. Wer das nicht tut, muss eine Ausgleichsabgabe in der Höhe von 1090 Euro zahlen – ein Schnäppchen im Vergleich zur Vernichtung eines Parkplatzes, die kostet 8720,74 (siehe Garagengesetz).

Energiepreise. Wien Energie hat die Gaspreise heuer zweimal um insgesamt fast 30 Prozent erhöht, wie die Arbeiterkammer errechnet hat. Nebenbei wurden ab September auch die Preise der Fernwärme um 8,2 Prozent erhöht.

Feuerschutzsteuer. Sie ist eine Landesabgabe, die vom Bund eingehoben und auf die Länder verteilt wird. Ihr unterliegt die Entgegennahme von Entgelten aus Feuerversicherungen. Die Steuer beträgt acht Prozent des Versicherungsentgeltes, und muss vom Versicherten getragen werden. Auch gibt es ein weiteres „F“ – die „Abgabe von freiwilligen Feilbietungen“, also eine Abgabe auf öffentliche Versteigerungen, in der Höhe von zwei Prozent des Erlöses. Abgabepflichtig ist der Anbieter.


Garagengesetz. Bei Neu-, Zubauten oder Widmungsänderungen müssen Kfz-Stellplätze berücksichtigt werden. Wer das nicht macht, zahlt eine Ausgleichsabgabe in der Höhe von 8720,74 Euro pro Stellplatz. Unter „G“ fällt auch noch die Grundsteuer, mit der die Stadt jährlich rund 100 Mio. Euro einnimmt, und die Getränkesteuer.


Hundeabgabe. Ab Jänner wird die Hundeabgabe um 65 Prozent erhöht. Statt bisher 43,60 Euro pro Hund zahlt man ab dem kommenden Jahr 72 Euro. Auch der Zweithund wird teurer (105 statt 65,40 Euro). Im Jahr 2010 zahlten 47.642 Hundehalter 2,3Millionen Euro in die Stadtkasse.


Kommunalsteuer. Dieser Gemeindeabgabe unterliegen die Arbeitslöhne. Der Steuersatz, den Arbeitgeber zahlen müssen, beträgt drei Prozent der Bemessungsgrundlage. 2011 hat die Stadt hier rund 630 Millionen Euro eingenommen. Und rund 30 Millionen Euro nimmt die Stadt jährlich mit dem Kulturförderungsbeitrag ein, der vom ORF eingehoben wird. Wobei die Landesabgabe zur ORF-Gebühr per 1.Juni 2012 von 4,45 auf 5,10 Euro pro Haushalt und Monat erhöht wird.


Luftsteuer. Die „Abgabe für den Gebrauch von öffentlichem Grund“ bezieht auch den Luftraum über dem Boden ein. Das betrifft z.B. Werbeschilder, die von einer Hausfassade hervorragen. Auch die Schanigärten sind von der Gebrauchsabgabe betroffen. Die Schanigartensteuer soll sich – zumindest für den 1.Bezirk – erhöhen.


Müllgebühr. Auch die Kosten für die Müllentsorgung steigen per 1.Jänner um sechs Prozent. Ein 120-Liter-Kübel kostet künftig 4,24 Euro statt 3,99 Euro.

Ortstaxe. Hotels und Pensionen müssen künftig 3,2 statt 2,8 Prozent des Beherbergungsentgelts an die Stadt Wien zahlen. Verwendet werden die Gelder zu 100Prozent für Wien Tourismus.

Parkometerabgabe. Ab März wird Parken in Wien um gut zwei Drittel teurer. Während man jetzt für eine halbe Stunde 0,60 Euro zahlt, kostet es ab März einen Euro. Das Parkpickerl für Anrainer wird hingegen um 15 Euro günstiger. 2010 nahm die Stadt 66 Millionen Euro mit der Parkometerabgabe ein.

U-Bahnsteuer (Dienstgeberabgabe). 0,72 Euro pro Dienstverhältnis und angefangener Woche müssen Dienstgeber zahlen – allerdings nur für Dienstnehmer unter 55 Jahren. Mit 1.Jänner steigt diese Abgabe auf zwei Euro.


Sportförderungsbeitrag. Wer bei Sportveranstaltungen Eintritt verlangt, muss fünf bis zehn Prozent der Einnahmen an die Stadt abgeben. Ausnahmen gibt es etwa für Veranstaltungen von Schulen oder für Kinder unter 14Jahren. 2010 nahm die Stadt dadurch 900.000 Euro ein.


Vergnügungssteuer. Gilt für Veranstaltungen im Gebiet der Stadt, etwa Spielautomaten, Filmvorführungen, Ausstellungen oder auch Striptease-Vorführungen. Die Höhe der Steuer richtet sich nach der Art der Veranstaltung. Im Jahr 2010 wurden damit 65 Mio. Euro eingenommen.


Wassergebühr. Mit 1. Jänner wird die Gebühr für Wasser erhöht – um 33 Prozent. Damit kostet der Kubikmeter dann 1,73 Euro statt 1,30 Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.12.2011)

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225 Kommentare
 
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SAT Schüssel und Luftsteuer

Die wird in Wien NICHT eingehoben, würde aber gleichzeitig das Stadtbild verschönern, wenn nicht mehr diese Riesenschüssel an den Fenstern prangern.
Warum schaffen das manche mit so einem kleinen Rechteck?

Übrigens Begründung warum die Luftsteuer für die SAT Schüssel nicht eingehoben wird, dies daß der Verwaltungsaufwand zu hoch wäre...........
Na so schlimm kann das nicht sein, wer die montiert wird halt noch eine Pauschbetrag einzahlen können.

Dummes Volk

Die Wiener sind einfach ein dummes Volk.

Furzsteuer

Wien könnte auch noch eine Furzsteuer einführen.

Gast: Hundsdörfler
16.12.2011 17:23
0 3

Nicht alles ist nur schlecht!

Die einzig sinnvolle Lenkungsabgabe in dieser Liste ist die "Hundeabgabe".

Diesen Unsinn, nämlich die Hundehaltung in der Großstadt hint`an zu halten, erfordert Mut.

Man sollte das Stadtbudget ausschliesslich über Strafzahlungen asozialer Elemente sanieren. Die Mißstände würden verschwinden und die Stadt hätte ausreichend Geld.

So würde ich für das "Vergessen" von Hundstrümmerl 1000 Euro Strafe vorschlagen.

Tschik aus dem Fenster werfen ebenfalls 1000 Euro.

Ab 22 Uhr herumbrüllen ebenfalls 1000 Euro.

In Hauseingänge kotzen 1000 Euro.

Da kommt schon was zusammen und es trifft ausnahmsweise die Richtigen!

Gast: freund?
16.12.2011 11:06
9 1

SPÖ- wähler kosten



halt.

Gast: der mitdenker
16.12.2011 10:17
16 1

die werbung der SPÖ

Die Werbung der SPÖ heisst:
"Wien gehts gut mit Rot Grün."
Das Gegenteil ist der Fall:
"Rot-Grün gehts gut mit Wien".

Auf unsere Kosten!
So schaut´s aus!vvh

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Oje

Die Parkometerabgabe ist keine Steuer, sondern eine Gebühr. Deswegen steht ja auf den Verkehrszeichen gebührenpflichtige Kurzparkzone. Direkte Gegenleistung ist der Parkplatz. Ohne Parkplatz keine Parkometerabgabe.

Parkplatz

wenn ich den nur im 8 ten in 10 Minuten auf finden könnte, wär das noch okay.
Aber bei dieser Auslastung noch Parkometerabgabe verlangen..........

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Oje

Die Parkometerabgabe ist keine Steuer, sondern eine Gebühr. Deswegen steht ja auf den Verkehrszeichen gebührenpflichtige Kurzparkzone. Direkte Gegenleistung ist der Parkplatz. Wenn das Auto nicht auf einem Parkplatz abgestellt ist, muss auch kein Parkschein ausgefüllt werden.

2 0

Oje


Bitte auch bei der Verwaltung sparen.

Das Budget nur via Steuererhöhung zu "sanieren" finde ich überhaupt nicht sinnvoll.

Wenn man im Gegenzug bei der Verwaltung spart bzw die Gemeineverwaltung effizienter gestaltet, könnte ich mit den Erhöhungen ja noch leben. Nur auf dieser Ebene geschieht leider gar nichts.


Antworten Gast: Der echte
16.12.2011 10:20
1 0

Re: Bitte auch bei der Verwaltung sparen.

Wie sieht es mit Pensions, Krankenkassen, Kuraufenthalten, Wohnungszuschüssen und anderen Privilegien der Gemeindebediensteten aus. Da ist enormes Sparpotential!
Was tut sich beim Beschaffungswesen der Stadt, wer verdient da aller? Druckaufträge des PID usw... Da brennt die Marie!

Gast: Niederösterreicher5
16.12.2011 08:04
1 1

Bei uns sind die Gebühren viel höher

Wenn euch die Abgaben in Wien zu teuer sind dann kommt doch nach Niederösterreich!
Ihr würdet gerne wieder nach Wien zurückkehren, denn bei uns sind die Gebühren in den meisten Gemeinden viel höher als bei euch!
Ein gutes Beispiel sind die Abwassergebühren, die werden nach verbauter Fläche berechnet und nicht nach Verbrauch wie bei euch.
Wir zahlen 550€ im Jahr an Abwassergebühren bei einem durchschnittlichen Wasserverbrauch von 120 m³!
Für 1m³ Wasser zahlen wir 2,10€ usw...
In Niederösterreich werden die Gebühren kontinuierlich erhöht!

Antworten Gast: echter niederösterreicher
16.12.2011 09:10
2 0

Re: Bei uns sind die Gebühren viel höher

Ich zahle viel weniger kanalabgabe. Komisch. Ich brauche auch kein parkpikerl zum parken. Bin froh in einer gut verwalteten stadt zu leben.

Antworten Antworten Gast: Niederösterreicher5
16.12.2011 11:26
1 0

Re: Re: Bei uns sind die Gebühren viel höher

Das überrascht mich!, so eine Stadt gibt es in Niederösterreich!!!

Gast: Maggie Entenfellner
16.12.2011 06:42
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Wenn man sich das so durchliest wird die Bretterbude in Alsaka immer interessanter...

...als alternativer Lebensstil!

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So sind die Wiener eben!

Vor der Wahl: Zuckerbrot
Nach der Wahl: Peitsche

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Re: So sind die Wiener eben!

in Wien kommt die Müllabfuhr für diesen Preis 2 mal pro Woche, in Nö- Gemeinden für den gleichen Preis 1 mal im Monat. keine Gemeinde funktioniert besser als Wien, und das muss was kosten. dieses primitivbashing ist so widerlich.

Re: Re: So sind die Wiener eben!

Was bekommt man eigentlich für positive Postings von der Wiener SPÖ?
Sind Sie auch einer der "Freunde" von Faimann im Facebook?

Wenn man Ihre Postings liest kann man nur den Kopf schütteln und verzweifeln.

Opa hat rot gewählt
Pappa hat rot gewählt
Da wähl ich auch rot, steck meinen Kopf in den Sand, lobe und huldige die Partei und wenn ich Glück habe bekomm ich einen sicheren Posten im roten Rathaus.

Sorry, aber nur durch Leute wie Sie hölt sich die rote Stadtregierung.

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Re: Re: So sind die Wiener eben!

Primitivbashing = auf Primitive losgehen?

somit stimmts!

Antworten Antworten Gast: Int
16.12.2011 11:06
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Re: Re: So sind die Wiener eben!

Bezahlter Kampfposter der SPÖ oder gibt es wirklich noch so realitätsfremde Menschen wie Sie in der freien Wildbahn?

Gast: UKW
16.12.2011 00:03
11 2

Die Roten werden das nächste mal trotzdem wieder die Wahl gewinnen


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Re: Die Roten werden das nächste mal trotzdem wieder die Wahl gewinnen

Hoffentlich. Nicht umsonst wird Wien immer wieder zu lebenswertesten Stadt der Welt gewählt.

Re: Re: Die Roten werden das nächste mal trotzdem wieder die Wahl gewinnen

Aber nur von Leuten, die keine andere Stadt auf dieser Welt kennen.

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Re: Die Roten werden das nächste mal trotzdem wieder die Wahl gewinnen

Das ist leider zu befürchten. Viel zu viele sind nicht lernfähig.

Re: Die Roten werden das nächste mal trotzdem wieder die Wahl gewinnen

Das ist zu befürchten, viel zu viele sind nicht lernfähig.

 
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