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Slow Food für städtische Balkonmenschen: Neues Image für die Bauern von Wien

06.01.2012 | 16:45 |  Von GERHARD BITZAN (Die Presse)

Der neue Bauernbund-Direktor Norbert Walter will Urbanes und Bäuerliches in Zukunft besser verbinden und setzt nun voll auf die Nahversorgung. Als Zielgruppe kann er sich unter anderem „Balkonmenschen“ vorstellen.

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Wien. Er ist gebürtiger Tiroler, hat in der Wiener ÖVP seine politische Heimat gefunden und betreibt im Nebenerwerb in Stammersdorf Weinbau. Per 1. Jänner übernahm der frühere Landesgeschäftsführer der Wiener ÖVP, Norbert Walter (43), aber eine neue Funktion: Er wurde Direktor des Wiener Bauernbundes, der sich politisch für die Bauern Wiens einsetzt. Immerhin sind in der Großstadt Wien knapp 700 bäuerliche Betriebe registriert, die auf einer Fläche von 6000 Hektar landwirtschaftliche Produkte anbauen.

Wie kommt Walter, der bisher in seiner Partei das urbane Leben propagiert hat, mit dem bäuerlichen Image zurecht? „Es geht hier nicht nur um den typischen Bauernbegriff. In Wien gibt es die klassischen Acker- und Gemüsebauern, die Gärtnereien und vor allem auch die Weinbauern“, meint Walter zur „Presse“.  Und Wiener Wein sei ja mittlerweile ein großartiger Imageträger für die Stadt geworden.

Außerdem verweist Walter darauf, dass viele Städter zunehmend Wert auf eine gute und funktionierende Nahversorgung legten (Stichwort: Slow Food). Das in Wien angebotene Frischgemüse komme immerhin schon zu 80 Prozent von den Gemüsebauern der Stadt, so Walter stolz.

Boom der Gartenmessen

Der Bauernbund-Direktor hat sich vorgenommen, in seiner Funktion auch neue Schwerpunkte zu setzen. Etwa die Begriffe urban und bäuerlich besser zu verbinden und dafür Interesse zu schaffen. Als Zielgruppe kann er sich Menschen mit Kleingärten vorstellen oder die „Balkonmenschen“, wie Walter jene Wiener nennt, die gern Grün auf ihren Terrassen haben.

„Es gibt viele Städter, die Sehnsucht haben, auch selbst kleine gärtnerische oder bäuerliche Tätigkeiten auszuüben. Die sehen wollen, wie etwas wächst und entsteht und gern mit selbst angepflanzten Gewürzen kochen wollen.“ Solchen Städtern könne man Weiterbildung anbieten, oder Informationen, wo etwas zu bekommen ist. Als Knotenpunkt dafür sieht Walter vor allem die Gartenmessen, die boomen – „nicht nur bei den Landmenschen“.

Der Bauernbund ist die politische Vertretung der Bauern und eine von sechs Teilorganisationen der VP. In der Wiener Landwirtschaftskammer, die die gesetzliche Interessenvertretung der Bauern darstellt, hat der Bauernbund 16 von 20 Mandaten. Die Wiener SPÖ-Bauern haben vier Mandate, die freiheitlichen Bauern schafften bei der Wahl 2008 den Einzug in die Kammer nicht.

Bauernbund-Direktor Walter sieht auch politisch einige nicht gelöste Probleme für die Wiener Bauern. So bei der Frage des Naturschutzes. „Da werden den bäuerlichen Betrieben Prügel vor die Füße geworfen.“ Etwa durch die exzessive Errichtung von Zäunen. „Wir sind für Naturschutz, aber der Einzelne darf darunter nicht leiden.“ Walter nennt ein Beispiel: Wenn sich auf einem Grundstück eines Bauern eine Zieselpopulation niederlasse, könne dieser mit seinem Eigentum nicht mehr viel anfangen.

Die Bauern kommen aber auch durch die neue Stadtviertel unter Druck, die an den Ackerflächen nagen. Dabei ist die Rückgangsrate der bäuerlichen Betriebe in Wien (2,6 Prozent in den Jahren 2009 und 2010) niedriger als im Bundesschnitt (2,8 Prozent).

Zur Person
Norbert Walter wurde 1968 in Galtür/Tirol geboren. Nach dem Landwirtschaftsstudium an der Boku Wien engagierte er sich für die VP und wurde 2002 Wiener Landesgeschäftsführer. Diesen Posten legte er mit Ende 2010 nieder und wurde Gemeinderat und Weinbauer. Seit Kurzem ist er auch VP-Chef in Floridsdorf. [ C. Fabry ]

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14 Kommentare
Gast: Gabriele Tupy, Grüne Bezirksrätin Floridsdorf
07.01.2012 23:38
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Lebensraum- und Artenschutz ernst nehmen

Herr Bauernbund-Direktor und VP Chef Floridsdorf, ich fordere Sie auf, den Zieselschutz in Floridsdorf und über den Bezirk hinaus ernst zu nehmen! Ich fordere Sie auf, die Rote Liste vom Aussterben bedrohter Tiere, Lebensraum- und Artenschutz ernst zu nehmen! Ich fordere Sie auf, Bewusstseinsbildung bei den von Ihnen vertretenen Bauern zu fördern und Biodiversitätsmonitoring zu forcieren www.biodiversitaetsmonitoring.at! Ich fordere Sie auf, sich mit den Zielsetzungen des Lebensministeriums bez. Lebensraum- und Artenschutz sowie Schutz der Biodiversität vertraut zu machen und diese umzusetzen www.lebensministerium.at/umwelt/natur-artenschutz/naturartenschutz.html! Und ganz besonders als Floridsdorfer VP Chef und Weinbauer sowie Bauernbund-Direktor fordere ich Sie auf, ein Artenhilfskonzept für Ziesel zu beauftragen und in Floridsdorf und darüber hinaus umzusetzen – Musterbeispiel: das Artenhilfskonzept für Feldhamster in Hessen: www.hessen-forst.de/fena/produkte-angebote/arten-docs/Saeuger/Artenhilfskonzept_2007_Feldhamster_Cricetus_cricetus.pdf. Vielleicht sind wir in Floridsdorf mit einem der letzten Lebensräume nennenswert großer Zieselkolonien in Europa konfrontiert. Seien wir stolz und schützen wir sie www.ziesel.org! Bis 2050 droht jede 4. Tier- und Pflanzenart auf unserem Planeten auszusterben. Die Verantwortung liegt bei uns!

Re: Lebensraum- und Artenschutz ernst nehmen

Einmal ist nicht genug.

Jetzt müssen unserer Chlorophyllkomunisten schon in der Presse Forderungen stellen.

Egal ob ich für oder gegen diese Forderungen bin, es ist schon sehr merkwürdig, dass man immer nur fordern und verbieten muss.

Und nicht zu vergessen bitte auch gleich das Verbot für Traktoren in der Landwirtschaft fordern!

und ...
und ...
und ...

auch nicht vergessen.

Und wenn alles nichts nutzt dann verbieten.

Gast: Gabriele Tupy, Grüne Bezirksrätin Floridsdorf
07.01.2012 23:27
1 0

Lebensraum- und Artenschutz ernst nehmen

Herr Bauernbund-Direktor und VP Chef Floridsdorf, ich fordere Sie auf, den Zieselschutz in Floridsdorf und über den Bezirk hinaus ernst zu nehmen! Ich fordere Sie auf, internationale Artenschutzabkommen, die Rote Liste vom Aussterben bedrohter Tiere, Lebensraum- und Artenschutz ernst zu nehmen! Ich fordere Sie auf, Bewusstseinsbildung bei den von Ihnen vertretenen Bauern zu fördern und Biodiversitätsmonitoring zu forcieren www.biodiversitaetsmonitoring.at! Ich fordere Sie auf, sich mit den Zielsetzungen des Lebensministeriums hinsichtlich Lebensraum- und Artenschutz sowie Schutz der Biodiversität vertraut zu machen und diese umzusetzen www.lebensministerium.at/umwelt/natur-artenschutz/naturartenschutz.html! Und ganz besonders als Floridsdorfer VP Chef, Bauernbund-Direktor und Floridsdorfer Weinbauer fordere ich Sie auf, ein Artenhilfskonzept für Ziesel zu beauftragen und in Floridsdorf und darüber hinaus umzusetzen – siehe als Musterbeispiel das Artenhilfskonzept für Feldhamster, das in Hessen erstellt wurde: www.hessen-forst.de/fena/produkte-angebote/arten-docs/Saeuger/Artenhilfskonzept_2007_Feldhamster_Cricetus_cricetus.pdf. Vielleicht sind wir in Floridsdorf mit einem der letzten Lebensräume nennenswert großer Zieselkolonien in Europa konfrontiert. Seien wir stolz darauf und schützen wir sie www.ziesel.org! Bis 2050 droht jede 4. Tier- und Pflanzenart auf unserem Planeten auszusterben. Die Verantwortung unseren Kindern eine lebenswerte Welt zu hinterlassen, liegt bei uns!

Gast: Ludwig Schwager
07.01.2012 20:51
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Norbert Walter - Ein echter Wunderwuzzi

Norbert Walter, ein waschechter Tiroler Bär der wirklich alles kann, außer der Wiener ÖVP mehr Wähler verschaffen.

Im Gegenteil, Menschen wie er vertreiben die letzten hatgesottenen Sympathisanten der Wiener Schwarzen.

Gut, dass sie ihn aus Tirol importiert haben, denn wer sonst würde schon die ausgefüllten Arbeitstage, die er zum Wohle der Menschen durchstehen muss, auf Dauer aushalten.

Wohnbausprecher und Umweltsprecher der Wiener ÖVP, Wr. Bauernbund-Obmann, ÖVP-Bezirksobbmann Floridsdorf, Aussichstrat in den Wohnbau-Genossenschaften ÖVW und STUWO, Kommanditist der Bergbahnen Silvretta Galtür und Zeit für den Weinbau findet er auch noch.

Den Posten des Landesgeschäftsführer hat er nach dem fulminanten Wahlergebnis dann doch zurückgelegt, für ein Plätzchen im Gemeinderat ist es sich aber eh noch ausgegangen. Selbst Kritikern der rot/grünen Koalition muss ein kalter Schauer über den Rücken laufen, beim Gedanken, dass solche Zampanos in einer rot/schwarz Stadtregierung dabei gewesen wären.

Von so einem vorbildlichen Multi-Funktionär kann sich selbst so mancher aus der roten Reichshälfte noch etwas abschauen.

Für die Wiener ÖVP gilt nur mehr eines: Der letzte löscht das Licht und das kommt schneller als sie denken.

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und wo ist das problem ?

"Wenn sich auf einem Grundstück eines Bauern eine Zieselpopulation niederlasse, könne dieser mit seinem Eigentum nicht mehr viel anfangen."
das ist österreichisches gesetz - wie töten verboten ist - daran hat man sich zu halten - oder die regierung zu stürzen.
bauernbündler als umstürzler ?

Gast: Bauernpräsident
07.01.2012 18:05
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Leider mussten wir schon wieder einen Nicht- Bauern in ein höheres Amt heben - Parteibuch halt!


Antworten Gast: Aktivist
07.01.2012 22:31
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Re: Leider mussten wir schon wieder einen Nicht- Bauern in ein höheres Amt heben - Parteibuch halt!

Er hat doch die Käse-Olympiade in Galtür oder wo organisiert - eine solche Meisterleistung qualifiziert ihn doch für JEDES politische Amt und erst recht macht es ihn zu einem "Bauern"!

Wobei ich mir sicher bin, daß ein richtiger gestandener echter Bauer aus Tirol imstande wäre, eine kulturelle und architektonische Meisterleistung wie ein geschlossenes Jugendstilensembe zu erkennen - und, wenn schon nicht aus kulturellen, so doch aus "werterhaltenden" finanziellen Gründen nicht zu verschachern wie das Otto-Wagner-Gesamtkunstwerk Steinhof!

Ein echter Tiroler Bauer behält, was er hat!
Aber für die Wiener ÖVP macht er die ....-Arbeit

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Als Zielgruppe kann er sich unter anderem „Balkonmenschen“ vorstellen.

wohl aber nur um eine neue (Balkonien)Steuer einführen zu wollen, um das angeschlagene Budget sanieren zu versuchen da man den Bauern selbst ja nichts wegnehmen darf um wieder gewählt zu werden ?!

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Eine Neue Gattung wurde erschaffen

Es lebe der Balkonmensch !
Kann einer der sein ganzes Leben am Balkon verbringt glücklich sein ????


Antworten Gast: Heute besuchen wir das Balkonmenschenmuseum!
07.01.2012 14:43
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Re: Eine Neue Gattung wurde erschaffen

....in 2000 Jahren, wird man die Lebensweise der letzten Balkonmenschen von Wien, in den Geschichtsbüchern nachlesen können......und wenn sich jemand daneben benimmt, wird man sagen, du benimmst dich wie der letzte Wiener Balkonmensch......man wird sich auch fragen, WO sich die Balkonmenschen am Balkon gewaschen haben, haben sie sich eingeseift und gewartet bis es regnet, oder gab es einen Extraduschbalkon und einen Extratrocknungsbalkon, vielleicht auf der Wetter/Windseite..... JA, das wird viele Fragen aufwerfen!
http://www.google.at/imgres?imgurl=http://www.naturkunde-museum-coburg.de/__we_thumbs__/688_1_NMC_Neandertalergruppe1.jpg&imgrefurl=http://www.naturkunde-museum-coburg.de/ausstellungen/dauerausstellung/Mensch/Stammbaum-des-Menschen.php&usg=__eeAOsQSijg0Qrgpghx9uespBUaw=&h=411&w=585&sz=57&hl=de&start=217&zoom=1&tbnid=jmepGvMx16QC6M:&tbnh=95&tbnw=135&ei=q0cIT7WVJ4vFtAaipuCCDw&prev=/images%3Fq%3Dneandertaler%26start%3D210%26hl%3Dde%26sa%3DN%26gbv%3D2%26tbm%3Disch&itbs=1

Gast: Bergbaron
07.01.2012 10:35
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Murmeltiere, Ziesel, Jugendstil ....

kann alles zu Geld gemacht werden, und nur DAS zählt:

Das Fett dergetöteten Murmeltiere schmiert man sich auf die müden Knochen, die Ziesel werden verjagt, um durch Umwidmung von Ackerflächen Umwidmungsgewinne lukrieren zu können, Jugendstilensembles werden an rote Wohnbauträger verschachert .......


Gast: Naturfreund
07.01.2012 10:02
3 1

NEUES Image?

Die ÖVP Wien braucht sich über den Grund für ihren endgültigen Niedergang nicht zu wundern, wenn solche "Bobos" und "Yuppies" für ihren Standort stehen!

Da nützt auch kein "Heuriger" bei dieser Personalauswahl.

Gast: Schönes erhalten
06.01.2012 19:38
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Steinhof ist sakrosankt, bis hierher und nicht weiter!

Norbert Walter, der neue Bauernbunddirektor der ÖVP Wien – ist das dieser Provinzler

http://www.norbert-walter.at/14051/?MP=61-430
" target="_blank">http://www.norbert-walter.at/14051/?MP=61-430


der 2008 als Wr. ÖVP-Chef gemeinsame Sache mit der SPÖ-Stadträtin Sonja Wessely gemacht und das weltberühmte denkmalgeschützte Jugendstiljuwel Steinhof, DAS Heiligtum der Wiener Bevölkerung, zur Bebauung freigegeben hat und das noch als besondere Wohltat (für wen wohl?) rühmt?

Was hat er persönlich davon gehabt, daß er – unnötigerweise, weil die SPÖ damals sowieso die absolute Mehrheit hatte – umgefallen ist?

Er hat gezeigt, daß er ein völlig kulturloser Ignorant ist, dem NICHTS heilig ist, nicht einmal die Gedenkstätten der Kinderopfer der Nazi-Zeit, kein architektonisches Meisterwerk, kein wunderbares Parkareal am Rande der Großstadt.

Wie denn auch, wenn in seiner Biographie als Höhepunkt seines Schaffens die Organisation einer Käse-Olympiade in Galtür gefeiert wird
!
Klar, das muß von der ÖVP Wien mit immer höheren Weihen belohnt werden – kein Wunder, daß die ÖVP in Wien am Aussterben ist – mit solchen Nichtskönnern und Nichtswissern in der Politik.

Die ÖVP Tirol - der Bauernbund in Tirol - brauchen die keine neuen Käse-Olympiade??