Kriminelle in Wiens Nacht-U-Bahn: Fast 700 Festnahmen

09.01.2012 | 21:53 |  Von Klaus Stöger (Die Presse)

Sieben Millionen Fahrgäste verzeichnen die Wiener Linien bisher im Nachtbetrieb seit Start im September 2010. Zu den Fahrgästen gehört auch die Polizei. Uniformierte und Kriminalisten nahmen 697 Menschen fest.

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[Wien] Seit mittlerweile 16 Monaten fährt die Wiener U-Bahn an den Wochenenden und vor Feiertagen im 24-Stunden-Betrieb. 7,1 Mio. Passagiere wurden laut Wiener Linien bisher im Nachtbetrieb, der im 15-Minuten-Intervall durchgeführt wird, befördert. Zu den regelmäßigen Fahrgästen gehört auch die Polizei: Seit Anfang September nahmen Uniformierte und Kriminalisten (bis 31. Dezember 2011) insgesamt 697 Benutzer der Nacht-U-Bahn fest. Das sind durchschnittlich mehr als 40 Personen pro Monat.

2427 Menschen wurden angezeigt, von 13.910 wurde die Identität festgestellt. In 228 Fällen stellten die Beamten Suchtgift sicher. „Wir verzeichnen hier große Erfolge", erklärte Wiens Landespolizeikommandant, Karl Mahrer, am Montag der „Presse".

Im Vorfeld der Nacht-U-Bahn war ein Sicherheitsvakuum befürchtet worden. Die Polizei reagierte darauf mit der Ankündigung, eine Streife als Begleitung in jedem Zug zwischen 0.30 Uhr und fünf Uhr früh mitfahren zu lassen. Das wurde aber schon nach einigen Wochen eingestellt: Der Personalaufwand war zu groß, die Gewerkschaft hinterfragte die Sinnhaftigkeit, die Beamten mussten in den Nächten nur äußerst selten einschreiten. Und wenn, dann fast ausschließlich außerhalb der Garnituren.

Daraufhin änderte die Exekutive die Taktik: „Wir gingen weg von den statischen Kontrollen hin zu flexiblen Einsatzkontrollen", berichtet Mahrer. Seither setzt die Polizei Schwerpunkte. Kontrolliert wird nicht mehr nur in den U-Bahn-Zügen, sondern verstärkt auch in den Stationen sowie im Großraum von nächtlich stark frequentierten Knotenpunkten wie Schwedenplatz, Westbahnhof, Schottenring, Karlsplatz oder Praterstern.

Laut Wiener Linien sind die am stärksten frequentierten Linien im Nachtbetrieb die U4 sowie die U3 mit etwa 12.000 beziehungsweise 11.000 Fahrgästen pro Nacht.
Das Einsatzkonzept beinhalte aber auch, dass zusätzlich Verkehrskontrollen durchgeführt werden, sagt Mahrer. So wurden im Rahmen der Schwerpunktkontrollen zur Nacht-U-Bahn auch mehr als 5000 Fahrzeuge kontrolliert. In den vergangenen 16 Monaten habe es 116 nächtliche U-Bahn-Großaktionen gegeben.

Alkoholisierte, Drogendealer

Wer sind nun die nächtlichen „Kunden" der Polizei? In erster Linie habe man es mit aggressiven Alkoholisierten zu tun, die andere Fahrgäste belästigen, berichtet ein Beamter. In manchen Fällen müsse die Polizei auch als Streitschlichter auftreten. Taschendiebe, die es auf Fahrgäste, die in den Sitzen vor sich hin dösen, abgesehen haben, gebe es auch ab und zu. Auch Drogen werden in den Nacht-U-Bahnen transportiert, der große Handel finde dort aber nicht statt. Bei den Kontrollen sei zudem auch bereits der eine oder andere gesuchte Straftäter ins Netz gegangen.

2012 werden die U-Bahnen in insgesamt 115 Nächten vor Wochenenden und Feiertagen durchgehend unterwegs sein.

 

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25 Kommentare
 
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komisch wurde noch nie von

ausländern belästigt.

aber schon öfters von den sogenannten "glatzerten"


Re: komisch wurde noch nie von

Auch ich habe schon negative Erlebnisse mit "Glatzerten" gehabt, auch dieses Problem sollte thematisiert werden.

Re: komisch wurde noch nie von

Egal ob In- oder Ausländer, gegen Vandalen und Gewalttäter muß konsequent vorgegangen werden. Entbehrlich ist das Gefasel von Rechtsaußenpostern, fragwürdig ist die Betriebsblindheit mancher Heileweltideologen auf der linken Seite. Jeder sollte das Recht haben, die Früchte seines Verhaltens zu ernten, abseits jeder Ideologie.

es sind nicht nur "alkoholisierte und drogendealer"

welche die fahrgäste terrorisieren, sondern hauptsächlich jugendliche AUSLÄNDERBANDEN. alles andere wäre gelogen und wird von der politik schöngeredet und unter den tisch gekehrt. die rechnung dafür gibts bei der wahl...

Antworten Gast: pythia aus währing
10.01.2012 18:51
2

Die Bürger sollten halt die

Presseaussendungen auf polizei.at lesen - dort kann man sich über die ungeschönte Wahrheit informieren. Auch auf 0e24.at geht noch manches durch.

Dazu noch die netten Büldln, wo man dann schon Bescheid weiß..

Gast: GRÜNER KAKTUS
10.01.2012 12:49
0

Ihr müßt uns nicht extra dafür danken. Wir wissen, daß uns Österreich dankbar ist.

Denn wir haben die Ideen und Lösungen, die dem Österreicher das Leben erleichtern und verschönern.
GRÜN ist Trumpf!

Re: Ihr müßt uns nicht extra dafür danken. Wir wissen, daß uns Österreich dankbar ist.

Billiges, tagespolitisches Kleingeld. Wichtig ist die Polizeipräsenz und das durchgegriffen wird. Dafür gebührt den Beamten Dank und Anerkennung.
Ihr Beitrag ist entbehrlich.

Gast: Flores
10.01.2012 07:29
6

Erfolg?

7,1 Mio Fahrgäste, d.h.

7.100.000 / 36 Monate / ca. 9 Ta je Monat / 4,5 h / 4 Fahrten je h / 2 Richtungen / 5 U-Bahnlinien bedeutet ca. 120 Personen je Zug.

Erfolg?

Die Kosten wurden mit 5,1 Mio EURO jährlich angegeben, wobei dies bei ca. 104 Einsatztagen nur ca. 49.000 EUR täglich oder 270 EUR je Fahrt bedeuten würde, was eindeutig zu gering bewertet wurde, da damit nicht einmal die Personalkosten abgedeckt werden können.

Kostenwahrheit?


Re: Erfolg?

Wieso 36 Monate?

Re: Erfolg?

die meckerer hätten halt gerne, dass die u-bahn dann fährt wenn sie gerade fahren und sonst gar nicht....

diesen typen passt einfach nie etwas.


Re: Erfolg?

dann darf die ubahn aber unter tags (also ausserhalb der rush hour) gar nicht mehr fahren!!

und wenns um die kosten geht, dann sollte man auch hinterfragen, warum die jahreskarte billiger wird ...

Re: Re: Erfolg?

Blödsinn billiger wird nichts alles Zahlt der aktive Steuerzahler !
Noch immer nicht kapiert wie das System funktioniert??????

Antworten Gast: Kostenwahrheit
10.01.2012 08:43
2

Re: Erfolg?

Mich würde echt interessieren wie sie auf 36 Monate kommen ?? Start war September 2010, folglich 17 Monate und dem entsprechend 258 Personen je Zug nach ihrer Berechnung.

10

Kontrollen der Exekutive in der Nacht U Bahn

Die ist genaus so häufig wie dewr "Grätzlpolizist" seine Runden macht.
Eine Verarsch..g der Bürger sonst nichts.

Gast: fugazi
09.01.2012 20:53
6

...

689 Menschen wurden angezeigt, von 3900 wurde die Identität festgestellt. In 51 Fällen stellten die Beamten Suchtgift sicher. „Wir verzeichnen hier große Erfolge“

wiederhole: von 7 millionen fahrgästen!

hahahaaaaaaaaaaahahahahaaahahahahahaaaaaa!

flieht so lange ihr noch könnt!, das sind mexikanische verhältnisse!!

hahahaaaa

österreich, du bist der traum!


Re: ...

Schon klar, daß Leute wie Sie sich mit Kontrollen nicht wohlfühlen und daher versuchen, sie lächerlich zu machen, in der Hoffnung daß es aufhört.

Aber keine Sorge. Auch Ihnen wird eines Tages geholfen werden.

Antworten Antworten Gast: fugazi
10.01.2012 12:29
3

Re: Re: ...

mir ist es gänzlich wurscht ob ich kontrolliert werde, und dass sie agressive alkis rausholen ist absolut ok!

nur werden diese Artikel die letzten Jahre immer mehr so hingestellt, als ob wien nur mehr ein riesiges ghetto ist.. nach wie vor gibt es Artikel darüber wenns wo einen kilo marihuana finden, 5 handys gestohlen werden, ein ungar ein paar kupferdrähte abzwickt usw...

und das ist lächerlich!

geholfen, muss dem systembürger werden , mir sicher nicht!


Re: Re: Re: ...

Danke für die Antwort. Nichtsdestotrotz: Vokabeln wie "Systembürger" erhärten lediglich die Vermutung.

Antworten Gast: mei wia liab
10.01.2012 07:44
5

Ist Mexiko etwa ein Hochsteuerland und Sozialstaat wie Österreich? Müssen dort die Bürger auch so viel Abgaben blechen? Wie kommen Sie auf den abstrusen Vergleich?

Wien sollte an den eigenen Standards - z.B. Situation der 1990er/frühen 2000er - gemessen werden und nicht an jenen von Johannesburg oder Tijuana.

Laut Wiener Bezirkszeitung passieren täglich 592(!) Delikte in Wien - diese Zahl bitte mal mit jenen von vor 10 Jahren vergleichen. Aber nur ja nicht die wesentlichen Gründe für den Anstieg der Kriminalität nennen...
Auf die Opfer wird ganz einfach gesch...en.

Re: ...

Abschreiben können wär schon günstig...im Artikel steht "2427 Menschen wurden angezeigt, von 13.910 wurde die Identität festgestellt. In 228 Fällen stellten die Beamten Suchtgift sicher."......

Gast: ASVG-Sklave
09.01.2012 20:28
34

U-Bahnfahren ist für junge Menschen gefährlich


Hier ist Handlungsbedarf. Die Handyraube und das grundlose, unprovozierte Niederschlagen von Jugendlichen muss ein Ende haben. Wien ist bei Nacht für junge Menschen lebensgefährlich.

Bitte woher

konstruieren Sie sich da diese Aussagen zusammen? Ist mir oder Bekannten noch nie passiert, wir leben hier in Wien, nicht in Mexiko, verdammt.

Antworten Gast: ido
10.01.2012 10:19
5

Re: U-Bahnfahren ist für junge Menschen gefährlich

"grundlose, unprovozierte Niederschlagen"

ist mir und in meinem Umfeld seltsamerweise nie passiert. Man kann (fast) jede Schlägerei vermeiden, wenn man nur will.

Natürlich passiert es, natürlich ist einmal schon einmal zuviel; aber man muss schon die Kirche im Dorf lassen: Wien ist nicht lebensgefährlich, sondern eine der sichersten Großstädte der Welt. Oder wieoft liest du Schlagzeilen, das grundlos Leute umgebracht wurden?

Wo...

.. ist der Vergleich zur U-Bahn unter Tags?

Antworten Gast: lamael
10.01.2012 14:59
0

Re: Wo...

...und vor allem der Vergleich zur U-Bahn unter Tage? *g*

 
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