[WIEN] Die Zusammenführung der beiden Überwachungstruppen der Stadt Wien, der sogenannten „Weißkappler" und „Blaukappler", steht unmittelbar bevor: Wie die „Presse" erfuhr, sollen sich Stadt Wien und Innenministerium nun nach monatelangen Vorbereitungen darauf geeinigt haben.
Die gemeinsame Truppe soll in den nächsten Tagen präsentiert werden. In der Wiener Polizei wird das inoffiziell bestätigt, im Büro von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou wollte ein Sprecher am Mittwoch keinen Kommentar abgeben. Die Zusammenführung dieser beiden Parksheriff-Einheiten soll demnach so aussehen: Die Truppe wird weiterhin von der Stadt Wien bezahlt, die fachliche Führungskompetenz sowie die Ausbildung liegen aber in den Händen der Wiener Polizei.
Die Einnahmen aus den Strafen gehen wie bisher auf die Konten der Stadt. Die neue Einheit soll organisatorisch im Bereich der Landesverkehrsabteilung (LVA) angesiedelt sein. „Die Eingliederung bei uns ist rechtlich überhaupt kein Problem", berichtet ein hoher Polizeijurist der „Presse".
Mehr Arbeit, mehr Kontrollen
Bis jetzt hatten die beiden Einheiten unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen: Jene Bediensteten mit den weißen Kappen - etwas mehr als hundert - kümmerten sich um den ruhenden Verkehr abseits der Kurzparkzonen (z. B. Halten in zweiter Spur oder in Ladezonen). Sie arbeiteten schon bisher eng mit der Polizei zusammen. Die knapp 200 Magistratsbediensteten mit den blauen Kappen widmeten sich hingegen ausschließlich der Überwachung des Wiener Parkometergesetzes. Sie kontrollierten, ob die Parkpickerl gültig waren, bzw. ob ein Pkw-Lenker einen Parkschein (richtig) ausgefüllt und die Parkzeit nicht überzogen hatte.
Künftig wird die Straßenaufsichtstruppe unter dem Dach der Polizei einheitlich agieren. Überwacht wird der gesamte ruhende Verkehr. Möglich wäre, dass die neue Einheit auch Teile des fließenden Verkehrs kontrolliert, etwa, ob Lenker während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung telefonieren. Mit Polizeifahrzeugen werden die neuen Beamten aber nicht unterwegs sein.
Klar ist jedoch: Die Arbeit für die Parksheriffs wird mehr, die Kontrolldichte wird erhöht. In einigen Bezirken außerhalb des Gürtels soll zudem das Parkpickerl - zumindest teilweise - eingeführt werden, in einigen Innenstadtbezirken wiederum kommt das Modell des Anrainerparkens (siehe unten stehender Artikel). Nicht zuletzt bringt die Zusammenführung der beiden Straßenaufsichtstruppen eine Entlastung für die uniformierte Polizei.
Die Neuorganisation der Parkraumüberwachung war auch eine langjährige Forderung der Opposition. „Na endlich", ist daher auch die erste Reaktion von VP-Wien-Sicherheitssprecher Wolfgang Ulm. „Es ist erfreulich, dass jetzt endlich Synergieeffekte genutzt werden", erklärte Ulm am Mittwoch der „Presse". Positiv sieht das auch FP-Wien-Verkehrssprecher Toni Mahdalik. Er drängt aber nach wie vor auf eine einheitliche Sicherheitswacht, unter deren Dach alle Ordnungs- und Überwachungstruppen des Wiener Rathauses zusammengefasst sind.
Auf dem Weg zu einer Vereinheitlichung der zahlreichen Wiener „Kapperltruppen" ist das nun ein erster Schritt. Weiteres Potenzial würde es bei den Wiener Linien („Schwarzkappler", Linienservice, Stationswarte) oder bei Wiener Wohnen (Wohnpartner, Ordnungsberater) geben.Die Zusammenführung der beiden Überwachungstruppen der Stadt Wien, der sogenannten „Weißkappler“ und „Blaukappler“, steht unmittelbar bevor: Wie die „Presse“ erfuhr, sollen sich Stadt Wien und Innenministerium nun nach monatelangen Vorbereitungen darüber geeinigt haben.
Die gemeinsame Truppe soll in den nächsten Tagen präsentiert werden. In der Wiener Polizei wird das inoffiziell bestätigt, im Büro von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou wollte ein Sprecher am Mittwoch keinen Kommentar abgeben. Die Zusammenführung dieser beiden Parksheriff-Einheiten soll demnach so aussehen: Die Truppe wird weiterhin von der Stadt Wien bezahlt, die fachliche Führungskompetenz sowie die Ausbildung liegt aber in den Händen der Wiener Polizei.
Die Einnahmen aus den Strafen gehen wie bisher auf die Konten der Stadt. Die neue Einheit soll organisatorisch im Bereich der Landesverkehrsabteilung (LVA) angesiedelt sein. „Die Eingliederung bei uns ist rechtlich überhaupt kein Problem“, berichtet ein hoher Polizeijurist der „Presse“.
Mehr Arbeit, mehr Kontrollen
Bis jetzt hatten die beiden Einheiten unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen: Jene Bediensteten mit den weißen Kappen – etwas mehr als hundert – kümmerten sich um den ruhenden Verkehr abseits der Kurzparkzonen (z. B. Halten in zweiter Spur oder in Ladezonen). Sie arbeiteten schon bisher eng mit der Polizei zusammen. Die knapp 200 Magistratsbediensteten mit den blauen Kappen widmeten sich hingegen ausschließlich der Überwachung des Wiener Parkometergesetzes. Sie kontrollierten, ob die Parkpickerl gültig waren, bzw. ob ein Pkw-Lenker einen Parkschein (richtig) ausgefüllt und die Parkzeit nicht überzogen hatte.
Künftig wird die Straßenaufsichtstruppe unter dem Dach der Polizei einheitlich agieren. Überwacht wird der gesamte ruhende Verkehr. Möglich wäre, dass die neue Einheit auch Teile des fließenden Verkehrs kontrolliert, etwa, ob Lenker während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung telefonieren. Mit Polizeifahrzeugen werden die neuen Beamten aber nicht unterwegs sein.
Klar ist jedoch: Die Arbeit für die Parksheriffs wird mehr, die Kontrolldichte wird erhöht. In einigen Bezirken außerhalb des Gürtels soll zudem das Parkpickerl – zumindest teilweise – eingeführt werden, in einigen Innenstadtbezirken wiederum kommt das Modell des Anrainerparkens (siehe untenstehenden Artikel). Nicht zuletzt bringt die Zusammenführung der beiden Straßenaufsichtstruppen eine Entlastung für die uniformierte Polizei.
Die Neuorganisation der Parkraumüberwachung war auch eine langjährige Forderung der Opposition. „Na endlich“, ist daher auch die erste Reaktion von VP-Wien-Sicherheitssprecher Wolfgang Ulm. „Es ist erfreulich, dass jetzt endlich Synergieeffekte genutzt werden“, erklärte Ulm am Mittwoch der „Presse“. Positiv sieht das auch FP-Wien-Verkehrssprecher Toni Mahdalik. Er drängt aber nach wie vor auf eine einheitliche Sicherheitswacht, unter deren Dach alle Ordnungs- und Überwachungstruppen des Wiener Rathauses zusammengefasst sind.
Auf dem Weg zu einer Vereinheitlichung der zahlreichen Wiener „Kapperltruppen“ ist das nun ein erster Schritt. Weiteres Potenzial würde es bei den Wiener Linien („Schwarzkappler“, Linienservice, Stationswarte) oder bei Wiener Wohnen (Wohnpartner, Ordnungsberater) geben.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.01.2012)
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