26.05.2012 00:18 | Meine Presse Merkliste 0

Schwangere abgewiesen: Kritik an Prüfbericht

05.02.2012 | 12:49 |   (DiePresse.com)

Der Rektor der MedUni Wien, Wolfgang Schütz, ortet eine "Vorverurteilung der Ärztin" am AKH Wien. Auch der Leiter der Gynäkologie versteht nicht, dass im AKH "gravierende Fehler" passiert sein sollen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Mehr zum Thema:

Der Rektor der MedUni Wien, Wolfgang Schütz, kritisiert den Prüfbericht der Magistratsabteilung 40 (MA40) zum Fall der abgewiesenen Schwangeren, die nach Blutungen ihr Baby verloren hatte. Er ortet eine "Vorverurteilung der Ärztin" am AKH Wien, die die Frau nicht aufgenommen hatte. Auch der Leiter der Gynäkologie am AKH, Peter Husslein, versteht die Schlussfolgerungen der MA40, wonach im AKH "gravierende Fehler" passiert seien, nicht, wie der "Kurier" (Sonntagausgabe) berichtete.

"Ich habe bereits in meiner ersten StelluSP-ngnahme gesagt, dass mir das Schicksal der Patientin leidtut, und ich wiederhole das nochmals", sagte Schütz der Zeitung. "Es gibt keine ausreichenden Unterlagen, die eine Fehlleistung der Ärztin bestätigen", hielt der Rektor fest. Er verwies auf ihm vorliegende Unterlagen, die stichhaltige Beweise zur Entlastung der Ärztin beinhalten sollen. Diese will Schütz durch einen ausländischen Gutachter prüfen lassen.

"Häupl nützt die Situation aus"

Die Aussagen von SP-Bürgermeister Michael Häupl, der sich angesichts des Falles "erschüttert" gezeigt hatte, kritisiert Schütz scharf: "Herr Häupl nützt die Situation aus, um vollkommen andere Aspekte mit ins politische Fahrwasser zu nehmen." Der Wiener Bürgermeister hatte in dem Fall unter anderem einen Anlass gesehen, Druck für eine AKH-Reform zu machen.

Auch Husslein sieht die Patientin als "politischen Spielball", wie er sagte. Zwar seien im AKH Fehler passiert, eine medizinische Fehlleistung liege aber nicht vor: "Die Vorgeschichte der Patientin wurde nicht hinreichend erfasst. Die Kommunikation mit der Ärztin war suboptimal, die Frau hätte untersucht werden müssen. Und die Dokumentation hat in diesem Fall auch nicht hinreichend funktioniert", sagte Husslein. Von einem medizinischen Fehler der Ärztin will er aber nicht sprechen: "Psychologisch wäre eine Untersuchung wichtig gewesen, medizinisch hätte man ihr aber nicht helfen können."

Mehrere Stunden Wartezeit

Dass die Rudolfstiftung in dem Prüfbericht der MA 40 als "vorbildlich" dargestellt wird, will Husslein so nicht stehen lassen. Die Patientin sei nämlich unmittelbar nach dem AKH in die Rudolfstiftung gegangen, wo ihr aber gesagt worden, dass sie dort mehrere Stunden auf einen Arzt warten müsse, so Husslein. Erst am nächsten Tag sei sie aufgenommen worden. Die MA 40 messe hier mit zweierlei Maß.

Die Frau war wegen Blutungen in der Frühschwangerschaft zunächst in das Krankenhaus "Göttlicher Heiland" in Wien-Hernals gekommen, dort untersucht worden und für den nächsten Tag zu einer Kontrolle eingeladen worden. Die Frau kam nicht zurück. Die Schwangere ging stattdessen ins AKH, wurde dort an der Universitäts-Frauenklinik nicht aufgenommen und kam schließlich in die Wiener Rudolfstiftung, wo sie einen Tag später aufgenommen wurde. Sie verlor ihr Kind.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

19 Kommentare
0 0

Der Rektor der MedUni Wien, Wolfgang Schütz, ortet eine "Vorverurteilung der Ärztin"

Seine Aussage ist linde gesagt BLÖD, ich möchte wissen wenn es seiner Frau passiert wäre, würde er auch solche blöde Bemerkung machen. Schuld ist die Ärztin.

0 0

Husslein

" Götter in weißen Mantel „ der Rest ist SCHWEIGEN.

Gast: antikorruption
06.02.2012 04:16
3 1

sub - was??

orf: "Eine medizinische Fehlleistung lag für ihn im AKH nicht vor: „Die Vorgeschichte der Patientin wurde nicht hinreichend erfasst. Die Kommunikation mit der Ärztin war suboptimal, die Frau hätte untersucht werden müssen. Und die Dokumentation hat in diesem Fall auch nicht hinreichend funktioniert“, so Husslein, „Psychologisch wäre eine Untersuchung wichtig gewesen, medizinisch hätte man ihr aber nicht helfen können.“
Der herr ist also dreist hellseherisch (u. das im nachhinein)...nicht suboptimal sondern tödlich!

biedermann
05.02.2012 23:55
2 0

RETTUNGSNOTRUF 144 ANRUFEN!

tragisch, die schwangere und ihre angehören standen wohl unter schock. sie hätten zu hause bleiben und sofort die rettung anrufen sollen.

Gast: Zynicus
05.02.2012 23:12
1 0

Warum nur fällt mir hier gerade wieder Lainz ein?

Auch damals hatte ein berühmter Wiener Bürgermeister Ärger mit dem Gesundheitsstadtrat, der dann seinen Hut nehmen mußte.

kritik 1
05.02.2012 18:05
4 3

Aus eigener Erfahrung...

...kann ich nur sagen, dass mich das alles nicht wundert. Ich war selbst in einem Notfall im AKH (konnte nicht mehr atmen ohne Schmerzen) und ich wurde vom Oberarzt der Lungenabteilung gnädigerweise angehört, der mich dann auch noch 3x einige Minuten lang angeschrien hat, was ich überhaupt hier mache. Die Krankenkassen zahlen das nicht. Und das müsste das AKH dann wieder selber zahlen und sie haben eh kein Geld. Nach 5 Stunden Schmerzen -ich konnte nicht mal mehr gehen, sonst wäre ich von dort geflüchtet-, hat mir der OA erzählt, dass er für so etwas Lächerliches wie ich habe, nicht zuständig ist und er habe ein Millionen-Budget und wenn er darin Fehler mache, hätte ich sozusagen Schuld, usw. Ich habe es an das AKH geschrieben und an den Patientenanwalt. Nach Monaten kam Anwort zurück, dass der Hr. Oberarzt das alles ganz anders in Erinnerung hat und er hat mich natürlich nicht angeschrien.. und schon gar nicht mich nicht behandeln wollen...Als ob ich mir das alles aus den Fingern gesogen hätte!!! Frechheit, dass so Oberärzte von der öffentlichen Hand gut Geld bekommen. Und dabei geh ich nicht freiwillig in ein Spital. Nach diesem Erlebnis auch so schnell nicht wieder.
Also so steht's um die Wahrheitspflicht der Ärzte und Ärztinnen im AKH.

Antworten Gast: ojee
06.02.2012 04:23
4 0

Re: Aus eigener Erfahrung...

Auch ich wurde als verletzter im akh von einem offensichtlich übergeschnappten arzt in der notaufnahme gezielt aus nächster nähe plötzlich so laut angebrüllt, dass die ohren stark schmerzten - so wird dort also mit patienten umgegangen.
...in diesem fall muss ich ergänzen: leider war ich als patient kein südländer, dann wäre ich anscheinend korrekt behandelt worden....

Antworten Gast: kritiker2
05.02.2012 21:46
3 0

Re: Aus eigener Erfahrung...

Ich kann dem nur zustimmen...so etwas ähnliches habe ich leider auch erleben müssen - mit kolikartigen Schmerzen, blutigen Durchfällen und dauerndem Erbrechen von Gallenflüssigkeit...jedoch in Graz. Wenn man krank ist und nicht über das nötige Kleingeld verfügt, ist man wirklich ein verdammt armes Schwein...

Antworten Antworten Gast: ojee
06.02.2012 04:27
1 0

Re: Re: Aus eigener Erfahrung...

- viele "ärzte" neigen mittlerweile dazu, die nötige ärztliche aufklärung mit dem hinweis erledigen zu wollen:
"schauen's im internet nach!"

Gast: Blankensteiner Husar
05.02.2012 16:24
0 0

ich möchte mal vorausschicken, dass das alles Beamte sind und Behörden

und daher tun die sich natürlich schwer, weil ja Beamte und Behörden nie Fehler machen.
Jetzt kann keiner dem anderen was vorwerfen, weil wer nie Fehler macht.........
Da hat jetzt natürlich auch die MA40 ein Problem, weil nichts zum Vorwerfen da sein kann, weil es auch gar nicht da sein darf.
Und, wir erraten es alle, die Betroffene kann sicher noch ordentlich zahlen.

Gast: mensch zu mensch
05.02.2012 14:55
1 3

mensch zu mensch

Ich muss mich übergeben, wie doch die menschlichkeit verloren gegangen ist. politiker denken nur an sich, ärzte wollen die patienten garnet mehr anfassen, sondern schon vom patienten selber eine diagnose! die arme frau, hat ihr baby verloren ihr verdammten Idioten, und zu dir ( die amtssprache ist deutsch ) ja wenn ich zur behörde gehe ist die amtssprache deutsch aber nicht als patient. ich glaube das sie sagen konnte , dass sie blutungen hat und mehr braucht auch ein arzt nich wissen, den es ist das baby in der Gebärmuter und nicht am herzen! UNMENSCHEN aber wartets nur ab den alles wird einen heimsuchen auch die Ignorants der Menschen!

3 5

die amtssprache ist deutsch

hätte sie deutsch gesprochen, wäre das problem klarer geworden

Antworten Gast: anonymus
09.02.2012 15:13
0 0

Re: die amtssprache ist deutsch

die mutter ist eine österreicherin.

schön blöd wenn man vorurteile wie du hat.

Antworten Stephanos
05.02.2012 22:37
3 1

Re: die amtssprache ist deutsch

Woraus schließen Sie, dass diese Frau nicht Deutsch spricht?

Antworten Gast: siegfriede
05.02.2012 15:18
4 5

Re: die amtssprache ist deutsch

lächerlicher Wurstel !
kann selbst nur wiener Prolo-Dialekt und ist doof wie eine Kuh - aber will was von 'Deutsch' faseln. - lächerlich !

Gast: Oesterreicher1
05.02.2012 13:44
3 2

Unklar ist mir ...

... woher sie ohne Untersuchung wissen, dass eine medizinische Hilfe nicht möglich gewesen wäre. Für mich klingt das wie eine Ausrede.

Antworten Gast: malaga1234
05.02.2012 15:55
7 1

Re: Unklar ist mir ...

Das ist eben keine Ausrede. In einer Schwangerschaft gilt bis zur 20. Schwangerschaftswoche der Grundsatz "Alles oder nichts!". Soll heißen, entweder entwickelt sich ein Kind normal oder es stirbt die Frucht ab und man kann als Mediziner garnichts(!), absolut garnichts tun, außer strenge Bettruhe verordnen und warten was passiert. Dass dieses Kind verloren ging, ist für die Mutter sicher tragisch. Allerdings kann man dafür niemanden verantwortlich machen, da viele Kinder auch trotz stationärer Aufnahme mit Bettruhe und Infusionen verloren gehen. Damit muss man einfach leben, auch in Zeiten einer allumfassenden Technik- und Machbarkeitsgläubigkeit. Allerdings ist heute auch keiner mehr gewohnt, dass etwas "einfach" passiert. Es MUSS jemand Schuld haben. Den lieben Gott klagen die Leute halt nicht an, weil an den glaubens eh scho nimmer.
Dass dieser Fall so hohe Wellen geschlagen hat, ist wohl auch ein Wiener Phänomen...

Antworten Antworten Gast: Oesterreicher1
05.02.2012 18:53
2 2

Re: Re: Unklar ist mir ...

Das "Alles oder Nichts"-Prinzip gilt bitte nicht bis zur 20. SSW, sondern gilt bestenfalls bis zur 12. SSW.

Und klar ist es möglich, dass medizinische Hilfe auch zum Verlust des Kindes geführt haben könnte. Nur wenn man es gar nicht versucht, nimmt man dem Kind jede Chance - und belastet die Eltern psychisch mehr als notwendig.

Antworten Antworten Antworten Gast: Malaga1234
05.02.2012 20:13
3 0

Re: Re: Re: Unklar ist mir ...

Bitte wie kommen Sie darauf, dass Kinder ab der 12. SSW gerettet werden könnten?? Mit welcher Behandlung ist Ihnen so etwas möglich? Gibt es etwa im AKH Wien Zauberärzte? Kennen Sie Kinder, die zw. der 12. und 20. SSW entbunden wurden??