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Protest der AKH-Ärzte flammt neu auf

21.02.2012 | 18:24 |  CHRISTINE IMLINGER (Die Presse)

Am Dienstag haben zahlreiche Ärzte abermals für gut eine Stunde ihre Arbeit niedergelegt und eine Betriebsversammlung abgehalten. Trotz der neuerlichen Versammlung, ist ein Streik nicht geplant.

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Wien. Lang währte die Ruhe im AKH nicht. Erst vor zwei Monaten, Ende 2011, schienen die Proteste der Ärzte besänftigt. Am Dienstag aber haben zahlreiche Ärzte abermals für gut eine Stunde ihre Arbeit niedergelegt und eine Betriebsversammlung abgehalten. Der Rektor der Medizinischen Uni Wien, Wolfgang Schütz, habe seine Sparpläne präzisiert, sagt Thomas Szekeres, der Vorsitzende des Ärzte-Betriebsrates.

Es gebe einen Aufnahmestopp, seit 2011 seien so schon 100 Stellen eingespart worden. Bis 2013 sollen demnach in Summe 180 Dienstposten nicht nachbesetzt werden bzw. nicht verlängert werden. In der MedUni spricht man von 74 Vollzeit-Equivalenten.

Die Finanzlücke belaufe sich heuer – so die Erwartungen der Ärztevertreter – auf 12 Mio. Euro. „Auch in den Budgets für 2012 bis 2015 gibt es eine Unterdeckung. Heuer gibt es einen Vorgriff auf das Budget von 2013, damit die Journaldienste nicht reduziert werden müssen. Auch bei Nachtdiensten sollen 14,3 Prozent eingespart werden“, so Szekeres. Die MedUni, der Dienstgeber der Ärzte, wolle diese Sparziele erreichen, ohne die Leistungen einzuschränken. Der Betriebsrat hält das für unrealistisch. „Die Arbeit verdichtet sich laufend, der Leistungsumfang kann nicht erhalten werden, wenn das Personal reduziert wird“, sagt Szekeres. Die Ärzte würden im Schnitt bereits 60 Stunden pro Woche arbeiten, an die 60 Prozent der Wiener Ärzte seien einer Studie der MedUni Graz nach von Burnout zumindest gefährdet.

Noch kein Streik geplant

Trotz der neuerlichen Versammlung, ein Streik ist nicht geplant. „Vorerst geht es darum, zu informieren“, sagt Szekeres. Die Versammlung der Ärzte habe den Betrieb im AKH nicht beeinträchtigt. Der oberste Ärzte-Betriebsrat spricht aber von einer „große Entschlossenheit“ der Ärzte, die Sparpläne, so wie angekündigt, zu bekämpfen. Als letzte Option sei auch ein Streik nicht vom Tisch.

Ende Dezember schien es nach langen Protesten so, als könnten die Sparmaßnahmen abgewendet werden. Der Bund gewährte der MedUni eine „Überbrückungshilfe“, wie es hieß. Die Finanzierung der Journaldienste sollte bis zum Sommer 2013 gesichert sein. „Die Situation heute ist ident mit jener im Dezember“, sagt Szekeres. Die Überbrückungshilfe sei bloß ein Vorgriff auf künftige Budgets. Die geplante Einstellung von 28 Nachtdienst-Rädern sei zurückgenommen worden, das sei nur eine „temporäre Lösung.“

Statt die Journaldienste zu streichen, habe der Rektor neue Dienstzeit-Modelle in den Raum gestellt, sagt Szekeres. Etwa Rufbereitschaften. „Das heißt, ein Arzt wäre zuhause und wird angerufen, wenn man ihn braucht. Das ist weit billiger, aber risikoreich. Etwa, wenn ein Oberarzt im Notfall erst aus dem 23. Bezirk kommen muss“, sagt Ingwald Strasser, der stellvertretende Betriebsrats-Vorsitzende.

MedUni-Rektor Schütz lässt in einem Statement ausrichten, dass eine „grundsätzliche Reform“ der ärztlichen Nacht- und Wochenenddienste in Angriff genommen werde. Er sei zuversichtlich, dass die laufenden Gespräche über eine gemeinsame Betriebsführung zwischen Stadt, AKH und Ministerium zu klaren Leistungsdefinitionen führen würden, so Schütz.

Derzeit finanziert die Stadt das Spital, die Ärzte werden über die MedUni vom Bund bezahlt. Derzeit wird über eine Reform des Modells verhandelt, etwa eine gemeinsame Betreibergesellschaft, die von Bund und Stadt finanziert wird.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.02.2012)

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13 Kommentare
Gast: dreistein
27.02.2012 21:01
0 0

betrifft s- klasse

diese fahren in der medizin nur die ss weiber

Gast: fünfstein
25.02.2012 23:14
0 0

wie jung mediziner kaputt gespart werden

junge mediziner erhalten ca 1700 euro netto monatlich bei einer arbeit mit verantwortung und mehr als 40 wochenstunden- dahingehend kassiert eine professorenmafia fürs blöd reden so richtig ab.

Gast: der_mann
22.02.2012 08:11
0 2

die ärzte kriegen schon wieder panik...

dass sich zukünftig nicht jedes jahr 3x ne neue s-klasse ausgeht! ja das kann ich natürlich verstehen! da würd ich auch jammern und streiken!

wenn denen nur halb so viel an ihren patienten liegen würde wie sie tun, dann hätten sie mehr verantwortungsbewusstsein und würden nicht nach einer 24stunden schicht noch schnell ne operation oder dergleichen machen. aber stunden bringen eben die scheine, gell.

Antworten Gast: Kleiner Doc
23.02.2012 09:51
2 0

Re: die ärzte kriegen schon wieder panik...

Ärzte verdienen im Vergelich zu anderen Akademikern einen Hungerlohn! Für Akademiker ist die Entlohnung schlicht weg eine Frechheit, vor allem bei der Verantwortung die ein Arzt tragen muss!
Mehr Zeit für Patienten gibt es bei genügend Dienststellen und Entbürokratisierung. 2/3 der Zeit sind Ärzte mit Bürokratie belastet und können sich nicht dem patienten widmen! Solange Stellen gestrichen, Gehälter gekürzt werden und die Bürokratie nicht reduziert wurde, wird die Zeit für Patienten weiter Fallen und die Betreung sich verschlechtern!
Also Wiederkäuen sie nicht solche blindde Hetzpropaganda sondern denkens vorher mal nach!

Antworten Gast: hegbert
22.02.2012 21:20
1 0

Re: die ärzte kriegen schon wieder panik...

da haben sie anscheinend nicht sinnerfassend gelesen

es geht nicht um gehaltskürzungen sondern um dienststellenkürzungen

das bringt den ärzten nicht weniger geld
sonder weniger zeit für patienten

und übrigens österreich ist im eu vergleich schlußlich beim ärztegehalt

die s klassse können sich ein paar primaria leisten

der großteil hat ein sehr bescheidenes einkommen

Gast: gastttt
21.02.2012 22:40
1 0

achh wass..

Wenn mann ins akh geht wartet man locker uber 2stunden
bis namlich ein arzt kommt dann noch die anderen patienten ab warten wo sind dann diese ganzen arzte andere krankenhauser sind viel netter und besser seit meinem letzten besuch werde ich nicht mehr ins akh gehen...

Antworten Gast: norgot
22.02.2012 21:24
1 0

Re: achh wass..

richtig

warten mußten sie weil es schon jetzt zu wenig ärzte im akh gibt

und schlecht gelaunt sind die akh ärzte weil 50% von ihnen durch die katastrophalen arbeitsbedingungen im burnout sind

Antworten Gast: Gasttttttt
22.02.2012 00:25
0 1

Re: achh wass..

Dann waren Sie also weder
a. Notfall noch hatten sie
b. einen Termin?
Keine weitere Frage

Antworten Antworten Gast: typisch
22.02.2012 01:42
0 0

Re: Re: achh wass..

- sonst keine sonderwünsche aus dem dienstleistungsgewerbe...?

Erich Bahn
21.02.2012 12:47
0 0

180 Dienststellen sollen nicht nachbesetzt werden

180 Dienstposten sind bei ca. 8.900 Beschäftigter 2,02 %.

Personal:

ca. 1.400 Ärzte
ca. 2.800 Pflegepersonal

ca. 8.900 Personal insgesamt

http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeines_Krankenhaus_der_Stadt_Wien

Vereinbart wurden 2011 Gespräche über Maßnahmen zu einer "verbesserten Steuerung" des AKH. Geschehen dürfte nichts sein.

Offensichtlich handelt es sich bei den 180 Dienstposten nicht allein um Ärzteposten.

Antworten Gast: Laelius_
21.02.2012 17:26
0 0

Re: 180 Dienststellen sollen nicht nachbesetzt werden

Doch leider. Kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

2 0

Re: Re: 180 Dienststellen sollen nicht nachbesetzt werden

Was ist mit den anderen 4700?
Putzfrauen oder was?

Antworten Antworten Antworten Gast: Mei wie süß
21.02.2012 22:10
0 0

Re: Re: Re: 180 Dienststellen sollen nicht nachbesetzt werden

Jaja der gute alte Wiener Grant...sollten sie wirklich "Knurrer" mit Nachnahmen heißen kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Das AKH besteht nämlich natürlich nur aus Ärzten, Pflegepersonal und Putzfrauen...

Büroangestelle, eigene Feuerwehr, Techniker, Küche...gibts überall nur nicht im AKH