Wien/Red. Chaotische Zeiten für die Wiener U-Bahn: Dienstagabend, als in Wien Landstraße aufgrund eines Gaslecks (siehe Artikel oben) großflächig evakuiert wurde, ist ab 19 Uhr auch der U3-Betrieb zwischen Simmering und Kardinal-Nagl-Platz bis Betriebsschluss ausgesetzt worden.
Zwar fuhr Mittwochmorgen die U3 wieder in den gewohnten Bahnen, dafür wurden die Fahrgäste der U4 auf die Geduldsprobe gestellt. Gegen 6.30 Uhr fiel in der Höhe der Meidlinger Hauptstraße ein Stellwerk aus – ein Computer, der den Zügen Signale sendet, ob sie weiterfahren können; so fuhr die U4 nur zwischen Hütteldorf und Karlsplatz. Für die „gestörte“ Strecke wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Insgesamt eine Stunde dauerte die Reparatur des Stellwerks, dazwischen kam es zu unregelmäßigen Zugfolgen.
Unregelmäßig fuhr fast zeitgleich auch die U1: In der Station Alte Donau musste für einen Fahrgast, der sich in einem Waggon aufhielt, die Rettung gerufen werden – daher stellten die Wiener Linien auf Gleiswechselbetrieb um (beide Richtungen fahren auf demselben Gleis). Es kam auch hier zu Verspätungen, eine halbe Stunde später herrschte dann wieder Normalbetrieb.
Barrierefreier Zugang
Während in den U-Bahn-Stationen also Trubel herrschte, ging es in den Stationen der Unterpflasterstraßenbahn (UStrab) feierlich zu: Die Renovierungsarbeiten an insgesamt fünf Haltestellen in Margareten und Wieden (Blechturmgasse, Kliebergasse, Matzleinsdorfer Platz, Eichenstraße, Laurenzgasse) wurden gestern offiziell abgeschlossen. Zwei Jahre lang dauerte die Erneuerung der Untergrundstationen (sie stammen aus den 1960er-Jahren), nun sind sie barrierefrei zugänglich, zudem wurden die Wände neu verfliest und die Beleuchtungen ausgetauscht. Kostenpunkt: elf Millionen Euro, die Arbeiten wurden während der Betriebszeiten durchgeführt.
Die UStrab wird täglich von rund 45.000 Fahrgästen frequentiert. Mehrere Linien – darunter die Linie 1 und die Badner Bahn – fahren hier. Die Station Südtiroler Platz wurde übrigens nicht erneuert, soll aber im Zuge der Errichtung des neuen Hauptbahnhofs renoviert werden.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2012)
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