"Es geht darum, dass wir sagen wollen, dass manche Dinge keine Kleinigkeit sind, auch wenn sie von der Dimension her klein sind", erklärte Umweltstadträtin Ulli Sima am Mittwoch die Botschaft der neuen Sauberkeitskampagne der Stadt Wien. Dabei werden die Verfehlungen - Hundekot, illegal abgelagerter Sperrmüll und Zigarettenstummel - in überdimensionalen Darstellungen thematisiert. Dies soll "drastisch vor Augen führen, dass das kein Kavaliersdelikt ist", so die Ressortchefin. Im Frühjahr würden sich die Menschen vermehrt im Freien aufhalten und müssten daher verstärkt an die Sauberkeitsspielregeln erinnert werden.
Besonders ins Visier hat die Stadt Wien heuer die Raucher genommen. Man habe sich diesem Themenfeld bewusst zugewandt, so Sima: "Weil wir hier hohen Bedarf sehen." Das Rauchen würde sich aufgrund der Anti-Raucher-Bestimmungen immer mehr ins Freie verlagern. Aktuell geht die MA 48 von 600 Millionen weggeworfenen Zigarettenstummel pro Jahr aus. Auf den Sujets wird auch auf die drohenden Strafen aufmerksam gemacht: So müssen 36 Euro für einen achtlos weggeworfenen Zigarettenstummel gezahlt werden, genau so viel wie für einen nicht weggeräumten Hundehaufen. illegaler Sperrmüll kostet 1000 Euro.
Sima präsentierte auch das Ergebnis einer von der MA 48 beim Institut für empirische Sozialforschung (IFES) in Auftrag gegebenen Umfrage unter 1000 Personen in Wien zum Thema Rauchen. Demnach hat sich das Bewusstsein der Raucher in den vergangenen Jahren verändert. Hätten 2005 noch rund 70 Prozent der Befragten angegeben, ihre Zigarettenstummel in der Öffentlichkeit einfach auf den Boden zu werfen, seien es in der aktuellen Umfrage, die im Februar erstellt wurde, nur noch an die 40 Prozent gewesen.
"Erstaunlich" ist für die Stadträtin, dass die Akzeptanz für Strafen hoch ist, wurden diese doch von 80 Prozent aller Befragten befürwortet - unter den Rauchern waren es immerhin 69 Prozent. Die städtische Aufsichtstruppe "Waste-Watcher" hat 2011 übrigens in Sachen Zigarettenstummel mehr als 1500 Amtshandlungen durchgeführt. Es gab mehr als 800 Organstrafen und mehr als 400 Anzeigen.
Zahlen gab es auch zum Sperrmüll: 2011 wurden rund 980 Kühlgeräte, 18.850 Einkaufswagen und 77.000 Kubikmeter sonstiger Sperrmüll illegal entsorgt. Im Vergleich zu 2008 wurde weniger unerlaubt abgestellt - diese Zahlen sollen aber weiter verringert werden. Als drittes Themenfeld der Kampagne wurde einmal mehr der Hundekot auserkoren. Laut Sima hat sich die Situation in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Mittlerweile würden täglich 47.200 Sackerl mit "eindeutigem Inhalt" in den Papierkörben landen. Die Halter würden das Angebot der mehr als 2900 Hundeset-Automaten, die jährlich mit 20 Mio. Gratissackerln gefüllt seien, gut annehmen, zog sie eine Bilanz.
(APA)
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