Parkpickerl in Wien: Favoriten lehnt Einführung ab

29.03.2012 | 14:09 |   (DiePresse.com)

Die Einführung des Pickerls lasse keine Verbesserung im Parkplatzangebot erwarten, so die Begründung. Ab 1. Oktober kommt das Parkpickerl in fünf Bezirken außerhalb des Gürtels.

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Es bleibt dabei: Ab 1. Oktober führen fünf Bezirke - Meidling, Penzing, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring und Hernals - das Parkpickerl ein. In Favoriten wird es jedoch weiterhin keine Parkraumbewirtschaftung geben. "Wir haben uns intensiv damit auseinandergesetzt und die verschiedenen Argumente abgewogen und sind jetzt zu einer sachlichen Entscheidung gekommen, das Parkpickerl derzeit im zehnten Bezirk nicht einzuführen", teilte die SPÖ-Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner am Donnerstag in einer Aussendung mit. Favoriten war der letzte Bezirk, in dem die Pickerl-Entscheidung noch offen war.

Der zehnte Bezirk sei aufgrund seiner flächenmäßig großen Ausdehnung und sehr unterschiedlichen Bebauungsstruktur nicht mit anderen Wiener Bezirken vergleichbar, argumentierte Mospointner die Ablehnung. Auch die derzeit in Favoriten befindlichen Großbaustellen - Stichwort Hauptbahnhof und U1-Verlängerung nach Oberlaa - "lassen bei Einführung der Parkraumbewirtschaftung keine Verbesserung im Parkplatzangebot erwarten", versicherte sie: "Die Auswirkungen und Erfahrungen in anderen Bezirken sollen daher abgewartet werden."

Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (G) hat Favoritens Ablehnung "zur Kenntnis" genommen - obwohl sie eine Einführung für richtig halte, wie sie in einer Aussendung betonte. Man werde jedenfalls genau beobachten, wie sich die Parksituation im zehnten Bezirk entwickle und "dann über weitere Schritte beraten", kündigte die Ressortchefin an.

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Opposition: "Sieg der Vernunft"

FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache freute sich, dass die rote Bezirksvorstehung den Plänen der Stadtregierung eine "Abfuhr" erteilt habe. Die ÖVP ortete einen "Sieg der Vernunft" und führte diesen auf die Leistung der eigenen Partei zurück. "Die von der ÖVP Wien durchgeführte Umfrage, in der 70 Prozent der Befragten gegen das Parkpickerl votierten, war wohl die Grundlage für diese Entscheidung", zeigten sich Parteichef Manfred Juraczka und Landesgeschäftsführer Alfred Hoch in einer gemeinsamen Aussendung überzeugt.

Neben Favoriten wird auch in Simmering, Hietzing, Währing, Döbling, Floridsdorf, Donaustadt und Liesing das Parken weiterhin gratis bleiben. Viele der Pro-Pickerl-Bezirke haben bereits angekündigt, die Parkraumbewirtschaftung nicht flächendeckend, sondern nur in einem Teil des Bezirks einführen zu wollen. Was die genauen Grenzziehungen und etwaige Überlappungszonen anbelangt, werden die Details erst in den kommenden Monaten ausgearbeitet.

Misstrauensantrag abgelehnt

Die Parkraumbewirtschaftung hat am Donnerstag auch das Stadtparlament beschäftigt. Neben heftigen Debatten sah sich Vassilakou mit einem Misstrauensantrag konfrontiert, der von der FPÖ eingebracht worden war. Die Blauen warfen der Ressortchefin in erster Linie vor, sich in Sachen Parkpickerl über den Mehrheitswillen der Bevölkerung hinwegzusetzen. Der Antrag wurde mit rot-grüner Mehrheit erwartungsgemäß abgelehnt.

(Ag.)

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101 Kommentare
 
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Gast: niq
03.04.2012 10:48
0 0

Korruptionswahrnehmung: Raum für Verbesserung ;-)

lt. einer eh' schon alten Preiserhebung http://www.hotelreservierung.de/press/message/id/1374 bezahlt man z.B. in Wien für Kurzzeitparken 211% mehr als im Studiendurchschnitt.

Wer bei diesem Sachverhalt (Verschwinden, also Verlagerung der Parkplätze von öffentlichen auf private Stellplätze) die Verbindung
dazu http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/663267/Betrug-und-Korruption-Sind-Probleme-der-anderen?from=suche.intern.portal
nicht ziehen kann . . . . . . ist Österreicher.

„In Österreich glauben nur elf Prozent der Befragten, dass Unternehmen routinemäßig Bestechung nutzen, um Geschäfte abzuschließen. Im Europaschnitt sind es 28 Prozent“

Gast: Gefangener
01.04.2012 16:46
0 0

Ich werde mir nach der letzen Teuerung keine Parkscheine mehr kaufen und..

..Parkpickerlbezirke zu den Parkscheinzeiten meiden. Vor allem dann, wenn auch die Einzelfahrscheine noch teurer werden. Im 10. bin ich zwar nicht oft. Aber immerhin wird meine Bewegungsfreiheit damit ein bisschen weniger eingeschränkt, als schon zu befürchten war. Dass die Grünen damit praktisch Selbstmord bertreiben, tut mir zwar leid, aber gegen D* ist offensichtlich wirklich kein Kraut gewachsen.

Gast: niq
30.03.2012 10:28
7 0

*freu*

also wenn man von den Kommentaren zu dieser Causa im rosa Blattl ausgeht sind die Grünen damit bei der nächsten Wahl weg.

Antworten Gast: Plach2
01.04.2012 14:51
0 0

Die Realität ist anders:

In Wien wählten 78% der Türken die SPÖ und 16% die Grünen. Daher sind die Türken in Wien so beliebt.

Häupl hat längst ranghohe Moslemvertreter zu SPÖ Abgeordneten gemacht. Nachdem in Wien auch NR Wahlen gewonnen/verloren werden, wird die SPÖ noch lange den Bundeskanzler stellen.

Gast: Garst
30.03.2012 09:27
8 0

Diese Regierungsbeteiligung

wird für die GrünenInnen ein Fiasko.

Antworten Gast: Andersdenker
30.03.2012 09:42
1 5

Re: Diese Regierungsbeteiligung

seien Sie nicht so sicher:

1.) fast 50% der Wiener Haushalte haben gar kein Auto

2.) wieviele Menschen werden durch Autolärm gestört

3.) Wieviele Autofahrer suchen jden Tag Parkplatz, weil diese durch Pendler (von außerhalb oder innerhalb Wiens) verstellt sind

4.) in den Bezirken 2, 3, 5, 20 - allessamt keine "bürgerlichen" Bezirke, sondern stark von der "Arbeiterklasse" geprägt´--> dort hat die SPÖ nach Einführung des Parkpickerls nichts verloren

5.) in den "Bürgerlichen" Parkpickerlbezirken 6, 7, 8, 9 sind die Grünen stärkste oder 2. stärkste Kraft - das wird für Währing spannend!

6.) Einpendler aus NÖ sind in Wien auf Bezirks und Landesebene nicht wahlberechtigt

7.) Binnenpendler aus Einfamilienhausrandgebieten in Wien sind zahlenmäßig weniger, als Bewohner in den dichten Stadtteilen, die unter dem Autoverkehr zu leiden haben.

und jetzt

über radstraßen und radwege sowie kennzeichen und versicherung für radler abstimmen !

JA - Rückbau der Radwege in Parkspuren

Die Radler wollen sie ja eh nicht benutzen. Zb Obere Donaustraße, was dort wegen dem wenig benutzem Radweg jeden Tag sinnlos Benzin verbrannt wird weil alle im mutwillig herbeigeführten Stau stehen, unfassbar.

Dabei hätte man den Radweg einfach Uferseitig machen können, da wär extrem viel Platz.
SPÖGrünin - das vergessen wir euch nicht, das verzeihen wir nicht.

Das über Radnummerntafeln und Versicherung überhaupt noch diskutiert wird?
Das gehört eingeführt, aber blitzartig!

Antworten Antworten Gast: Autofahrer
30.03.2012 09:34
4 7

Re: JA - Rückbau der Radwege in Parkspuren

genau Law and Order jetzt....da werden sich die Autofahrer aber freuen, wenn jeder STVO Verstoß angezeigt wird.

Radkennzeichen bringen gar nichts (die Schweiz hat sie vergangenes Jahr abgeschafft), weil

1.) vom Rad geht keine gefährdung wie vom Auto aus

2) sind zu klein und somit nicht Lesbar - es sind schon Mopedkennzeichen fraglich, ob sie sinnvoll sind

3) Versichung gibt es schon ist sowieso bei jeder Haushaltsversicherung dabei, bringt auch nichts -der SInn der Versicherung ist den Täter und das Opfern finanziell zu schützen, bei einer Autokollission mit Hunderten kg Blech und großen Gschwidnigkeiten, sind Schadenkosten so hoch, dass deswegen eine Versicherung Pflicht ist

4.) Radwege: dienen in erster Linie den Autofahrern, weil die Radfahrer nicht auf der Fahrbahn fahren müssen - man sehe die Autofahrer auf der oberen Donaustraße, wenn der Radfahrer mit 1,20 m Abstand zum parkenden Auto auf der Fahrspur fährt, dann drehen schon alle Autofahrer durch

5.) Staus werden druch die Autofahrer selbst verursacht, weil in einem PKW für 4-5 Personen nur 1 Person drinnen sitz. Sinnvoller wäre eine Car-pool Fahrspure für PKW mit mind 3 insassen und eine 2. für alle anderen.

Re: und jetzt

wen. ein radfahrer mit enem auto kollidiert, ist hoechstens er verletzt oder tot,
daher ist eine umfangreiche schadensversicherung nicht jotwendig,
den kotfluegel des autos zahlt die haushaltsversicherung.

aber wenn sie wollen, gerne ene versicherung. wuerde ca 5 euro im monat ausmachen.
dann aber auch fuer fussgaenger, rollstuhlfahrer und kinderdreiraeder u was so alles am verkehr teilnimmt.

Gast: gast 66592
30.03.2012 00:13
12 1

Wenn die Bürger zum Parkpickerl gefragt werden, sagen sie "NEIN!". Wie gesagt: WENN . . .


Antworten Gast: Beobachter 23443
30.03.2012 09:48
1 5

Re: Wenn die Bürger zum Parkpickerl gefragt werden, sagen sie "NEIN!". Wie gesagt: WENN . . .

Wenn die Bürger befragt werden:

Sind Sie dafür, dass Ihnen in Zukunft mehr Parkplätze zur Verfügung stehen, weil durch die Einführung einer Parkraumbewirtschaftung "fremde" Autofahrer weniger auf Ihren Parkplätzen Parken werden"

antworten auch alle mit JA!

Antworten Antworten Gast: Gast 66592
30.03.2012 11:26
7 0

Re: Re: Wenn die Bürger zum Parkpickerl gefragt werden, sagen sie "NEIN!". Wie gesagt: WENN . . .

Genau das ist ja die Lüge: es wird kein einziger Parkplatz mehr! KEIN EINZIGER! Das kann man ja in allen Parkpickerlbezirken sehen, wenn man nicht blind ist.

Es handelt sich um eine reine Geldbeschaffungsmaßnahme der roten Rathausmachthaber und ihres grünen Appendix.

Aber die nächste Wahl kommt bestimmt!

Gast: bergziege
30.03.2012 00:11
10 0

Unübersichtlich

Wird es ab Oktober eine mehrsprachige Broschüre über die Wiener Parkpickerlbezirke geben? Ich freue mich schon auf das bevorstehende Chaos. Wien in Grün und Rot. Wofür stehen diese Farben? Grün für Wahnsinn, Rot für über alles hinwegfegende Machtgier. ROTGRÜN für schamlose Abzocke. Bieten wollen beide nichts. Um Ausreden hingegen ist keiner zu faul.

Antworten Gast: Autofahrer
30.03.2012 09:26
1 9

Re: Unübersichtlich

Autofahrer müssen ja unendlich dumm sein, wenn sie sich nicht einmal 5 Bezirke merken können, wo eine Kurzparkzone gilt.

Lösung:

1.) einfach nicht mehr generell Annehmen, dass man überall sein Eigentum gratis irgendwo hinstellen kann

2.) sich vorher informieren

3.) wenn man damit überfordert ist, schopn aus reinem Selbstschutz nicht mehr mit dem Auto fahren - man ist ja sooo überfordert, dann kan gerade beim Autofahren schnell tödlich enden!

Antworten Antworten Gast: bergziege
30.03.2012 17:41
0 0

Re: Re: Unübersichtlich

Themenverfehlung! Sie haben mein Posting nicht verstanden.

2 0

die link(durchstreich)sdemokrat(/durchstreich)en


Gast: gasti
29.03.2012 21:26
17 0

man kann eigentlich nur hoffen dass es in wien schneller schlimmer wird

damit die rot/grüne raubritterschaft endlich abgewählt wird

Antworten Gast: nadanke
30.03.2012 12:57
1 0

Re: man kann eigentlich nur hoffen dass es in wien schneller schlimmer wird

was soll noch schlimmer werden ?


Gast: Super Wahlhilfe für Strache!
29.03.2012 20:05
15 0

Die letzten Roten und Grünen der locker besiedelten Außenzonen von Penzing, Ottakring und Hernals werden wegen dieser Zusatzsteuer (für Paare mit je einem Auto mal 2!) nun auf jeden Fall blau wählen!

Damit outet sich die Witzebürgermeisterin wieder einmal als doktrinäre Einkommensräuberin für die betroffenen Bürger.

Antworten Gast: Alien (Dauerzensuriert)
30.03.2012 08:15
0 3

Re: Die letzten Roten und Grünen der locker besiedelten Außenzonen von Penzing, Ottakring und Hernals werden wegen dieser Zusatzsteuer (für Paare mit je einem Auto mal 2!) nun auf jeden Fall blau wählen!

zu Ihrer Information: Es gibt nur ein Parkpickerl pro Haushalt.

Antworten Antworten Gast: ebenso
30.03.2012 11:33
2 0

Re: Re: Die letzten Roten und Grünen der locker besiedelten Außenzonen von Penzing, Ottakring und Hernals werden wegen dieser Zusatzsteuer (für Paare mit je einem Auto mal 2!) nun auf jeden Fall blau wählen!

Meines Wissens (eigene Erfahrung - 3. Bezirk) sind schon mehrere Parkpickerl pro Haushalt möglich. Die Beschränkung bezieht sich lediglich auf die Person, nicht auf den Haushalt.

http://www.wien.gv.at/amtshelfer/wirtschaft/mba/genehmigungen/parkpickerl.html

Gast: hazäh
29.03.2012 19:37
12 0

Funktioniert doch

In Favoriten hatte die FPÖ 33.3 % Stimmen bei der GR2010 - und siehe da, die SPÖ ist 'vorsichtig'. Im Politsprech "man will abwarten, wie sich das Parkpickerl in den anderen Bezirken auswirkt"

Gast: freund?
29.03.2012 19:27
19 1

die grünen haben bewiesen



daß sie in politischen funktionen nichts verloren haben.

sie haben AUCH bewiesen, daß sie mit der demokratie nichts anzufangen wissen.

Antworten Gast: niq
30.03.2012 11:20
1 1

parallelen

In England erhöht der Kanzler, (ein Vertreter der Oberschicht und selbst ein Baron) die Massensteuern und setzt dafür die Steuern für die Reichen herunter.
-
Bei uns ermöglichen die Grünen den Individualverkehr für Vermögende (die sonst ja im Unterschicht-Stau stecken würden).

Kapiert ??

Antworten Gast: vasilakovic
29.03.2012 21:40
15 1

Re: die grünen haben bewiesen

vasilakovic - ein stück griechisches chaos mitten in wien.

 
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