Deserteursdenkmal: Wien prüft Heldenplatz als Standort

Die Gespräche mit dem Bund als Eigentümer werden aufgenommen. Vier weitere Plätze für ein Denkmal für Deserteure der NS-Wehrmacht bleiben als mögliche Alternative im Spiel.

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(c) Clemens Fabry

Für das projektierte Denkmal für Deserteure der NS-Wehrmacht in Wien ist die Lösung der Standortfrage am Freitag zumindest ein Stück näher gerückt: Die Stadt Wien prüft nun offiziell den Heldenplatz als möglichen Standort, hieß es aus dem Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S). Dafür sind allerdings noch Gespräche mit dem Bund als Eigentümer nötig. Das Areal wird von der dem Wirtschaftsministerium unterstellten Burghauptmannschaft verwaltet.

Daneben seien aber auch alle vier anderen, im Vorfeld zur Disposition gestandenen Plätze weiterhin im Spiel, betonte eine Sprecherin des Ressortchefs gegenüber der APA. Dabei handelt es sich um den Ballhausplatz, den Julius-Raab-Platz bei der Urania, den Grete-Rehor-Park zwischen Parlament und Justizpalast und die Roßauer Lände. Sie sind allesamt im Eigentum der Stadt.

Die Präferenz für den Heldenplatz ist in einer Sitzung jenes Gremiums gefallen, das mit der Konzeption des Deserteursdenkmals befasst ist. Diesem gehören Vertreter der rot-grünen Stadtregierung, des Personenkomitees "Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz" und externe Fachleute an.

Ein "zäher Prozess"

Es sei ein "zäher Prozess", das Tempo sei "gemächlich", so Thomas Geldmacher, Obmann des Personenkomitees "Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz". Deshalb habe man "große Sorgen", ob die für Ende 2013 anvisierte Eröffnung der Gedenkstätte zeitlich halten werde. Das Personenkomitee hatte sich in der Vergangenheit wiederholt für den Heldenplatz als Standort starkgemacht. Der Julius-Raab-Platz sowie die Roßauer Lände seien als Orte nicht "alltagsfähig", verwies Geldmacher etwa auf die dortige Verkehrs- und daraus resultierende Lärmbelastung.

Unabhängig von der endgültigen Standortwahl hat man sich auf das weitere formale Prozedere geeinigt. So wird die Realisierung vom KÖR (Kunst im öffentlichen Raum) abgewickelt. Dort soll etwa auch entschieden werden, ob es für das Projekt eine internationale Ausschreibung oder einen geladenen Wettbewerb geben soll.

(APA)

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