Viele Wiener halten sich nicht an die Verkehrsregeln. Das hat ein Kurztests des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) ergeben. Das KfV nahm die Unfallserie mit Kindern in Wien zum Anlass, sich die Verkehrssituation an sechs stark frequentierten Kreuzungen in Wien genauer anzusehen.
Martin Winkelbauer, der als Verkehrssachverständiger die Kreuzungen beobachtete, zieht Bilanz: "Während der Beobachtungsphase stellte ich unzählige Verkehrsverstöße fest, die schwere Unfälle nach sich ziehen hätten können".
Die Ergebnisse im Detail:
- 60 Prozent der Pkw-Lenker auf einer Abbiegespur blinken nicht.
- Jeder fünfte Pkw-Fahrer hält erst deutlich nach der Haltlinie.
- Bei fast jeder Grünphase sind mindestens fünf Fahrzeuglenker noch in die Kreuzung eingefahren, trotz stockenden Verkehrs.
- An einer Kreuzung ignorierten 90 Prozent der Radfahrer eine rote Ampel.
- Radfahrer fahren zu schnell auf ungeregelten Radfahrerüberfahrten. Laut Gesetz dürfen sie dort nicht schneller als 10 km/h fahren.
- Viele Fußgänger überqueren wenige Meter neben einem Schutzweg die Straße.
- Jeder zehnte Fußgänger quert trotz beginnender Rotphase noch die Straße.
- Die Verkehrsteilnehmer achten viel zu wenig auf ihr Umfeld und suchen keinen Blickkkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern.
- Jeder dritte Motorradfahrer wurde ohne Schutzbekleidung gesehen.
- Moped-Lenker waren großteils überhaupt ganz ohne Schutzbekleidung (Schutzjacke oder Handschuhe) unterwegs.
Das Fazit des KfV: Sämtliche Verkehrsteilnehmer achten generell zu wenig auf das Umfeld und suchen keinen Blickkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern. Othmar Thann, Direktor des KfV, rief zudem in Erinnerung: "Im Straßenverkehr gibt es nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten und Verantwortungen, Rücksicht zu nehmen. Dies ist seit Mitte 2011 mit dem Rücksichtnahmegebot in der StVO verankert."
Der American Dream platzt an der Grenze
Liu Bolin Der ''unsichtbare Künstler''
WienDie Votivkirche, eine ewige Baustelle
SpeiseplanErobern Würmer die Teller Europas?