Wien/Stög. Mehr Einbrüche, mehr Gewalt und eine deutliche Zunahme der Delikte im Bereich Internetkriminalität: Das sind die Eckpunkte der ersten Kriminalstatistik dieses Jahres. Sie listet die Anzeigen vom 1. Jänner bis 31. März dieses Jahres auf. Im Vergleich zu Jänner bis März 2011 gab es österreichweit einen Anstieg der Gesamtkriminalität um 2,2 Prozent. Insgesamt wurden in den ersten drei Monaten dieses Jahres 133.082 Anzeigen registriert.
Allein die Kriminalität im Internet schnellte im Vergleich zum ersten Quartal 2011 um nicht weniger als 79 Prozent in die Höhe. Knapp 2000 Delikte wurden bis Ende März in diesem Bereich bekannt. IT-Kriminalität brenne den Menschen „unter den Fingernägeln“, konstatiert Bundeskriminalamtsdirektor Franz Lang. Bei den meisten Straftaten handelt es sich um Betrug. Keine positiven Zahlen gibt es aber auch beim schweren Raub: 317 Anzeigen bedeuten ein Plus von fast acht Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2011. Das ist auch auf die zahlreichen Überfälle auf Juweliere zurückzuführen, die sich heuer im Großraum Wien ereignet haben.
Rückgang nur in Vorarlberg
Außerdem sind die Einbrüche in Wohnungen und Einfamilienhäuser um drei Prozent gestiegen. Die Polizei verzeichnete bis Ende März in ganz Österreich knapp 5000 Anzeigen in diesem Segment. Eine Zunahme gibt es zudem bei Sittlichkeitsverbrechen (+7,3 Prozent). Während im ersten Quartal des Vorjahres 42 Tötungsdelikte angezeigt wurden, waren es im Vergleichszeitraum 2012 exakt 43.
Wien vermeldet in der Statistik einen leichten Anstieg um 1,2 Prozent, 50.008 Delikte wurden angezeigt. Erfreut zeigt sich die Polizei in der Bundeshauptstadt: Im sensiblen Bereich der Einbrüche in Häuser und Wohnungen gab es entgegen dem Österreich-Trend weniger Anzeigen. Bei Einbrüchen in Wohnungen konnte sogar ein Minus von satten 13,23Prozent festgestellt werden. Im Vergleich der Bundesländer stiegen die Anzeigen in Niederösterreich (+6,4 Prozent) am stärksten. Als einziges Bundesland verzeichnete lediglich Vorarlberg mit 4,7 Prozent einen Rückgang.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.05.2012)
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