Wien. Das Gemälde eines kolonialzeitlichen Schiffes steht auf einer Theaterbühne, daneben zwei Afrikaner mit Besen in der Hand. Der Verein „Schwarze Frauen Community“ kritisiert dieses Plakat der Wiener Festwochen, das seit Wochen großflächig in Wien zu sehen ist. „Es bedient Klischees und reproduziert Stereotypen“, sagt Sprecherin Esther Maria Kürmayr.
Bei den Festwochen argumentiert man, dass das Bild aus dem neuen Film von Ulrich Seidl „Paradies“ antirassistisch sei – und Festwochenkenner die Absicht des Bildes entschlüsseln sollten. Kürmayr lässt das nicht gelten – mit dem Bild erreiche man schließlich nicht nur Festwochenbesucher. Zudem sei der Zusammenhang zum neuen Film von Ulrich Seidl nicht erkennbar. Mit einer Onlinepetition fordert der Verein einen sensiblen Umgang mit der Geschichte der Unterdrückung schwarzer Menschen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.06.2012)
Der American Dream platzt an der Grenze
Liu Bolin Der ''unsichtbare Künstler''
WienDie Votivkirche, eine ewige Baustelle
SpeiseplanErobern Würmer die Teller Europas?