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Stadthallenbad: „Dann wird es 2 Jahre nicht aufgesperrt“

15.06.2012 | 18:43 |  EVA WINROITHER (Die Presse)

Stadtrat Christian Oxonitsch spricht über Sanierungsdebakel, lange Wartezeiten und seine Vision vom Musikunterricht in Wien.

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Die Presse: Herr Stadtrat, beginnen wir mit den für Sie unangenehmen Dingen: Das Stadthallenbad ist noch immer nicht offen. Schlafen Sie deswegen schlecht?

Christian Oxonitsch: Überhaupt nicht. Es zeigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Wir übernehmen ein Bad nur dann, wenn es in Ordnung ist. Dem ist nicht so.

Die Frage ist, ob Sie dieses Sanierungsdebakel verhindern hätten können. Die Stadt wurde in Baubesprechungen über Mängel informiert.

Die Stadt hat an keinen Baubesprechungen teilgenommen. Ich hätte vor Weihnachten auch etwas anderes zu tun gehabt (als das Stadthallenbad als fast fertig zu präsentieren, Anm.), wenn es nicht die Zusicherung von Projektleitung und örtlicher Bauaufsicht gegeben hätte, dass das Bad zeitgerecht eröffnet werden kann.

Nun findet eine gerichtliche Beweissicherung statt. Wann wird es die ersten Ergebnisse geben?

Das müssen Sie die Sachverständigen fragen.

Es hat geheißen, sie haben acht Wochen Zeit. Die sind vorbei.

Der Zeitraum wurde ausgeweitet, weil die Sachverständigen jetzt auch andere Dinge überprüfen, die damals noch nicht Gegenstand der Untersuchung waren. Ausgeweitet wurde im Bereich der Fliesenarbeiten und der Statik.

Was wird die Sanierung kosten?

17 Millionen plus 20 Prozent. Die Frage ist, wer für die Mängel haften wird. Da ich davon ausgehe, dass die Stadthalle kein undichtes Becken beauftragt hat, wird vermutlich ein Baumangel vorliegen, der von den Firmen zu beheben ist.

 

Einen Eröffnungstermin werden Sie mir wohl nicht nennen?

Es ist unseriös, etwas zu sagen, solange man keine Ursachen kennt.

Das heißt, wenn es noch ein Jahr dauert, dann dauert es noch ein Jahr.

Und wenn es zwei Jahre undicht ist, dann wird es zwei Jahre lange nicht aufgesperrt.

Die geplante Reform der Musikausbildung ist weniger problematisch für Sie. „Die Presse“ hat schon 1996 über den Musikschulenmangel berichtet. Warum ist nichts früher passiert?

Weil sich die Rahmenbedingungen geändert haben. Nicht zuletzt wegen des starken Ausbaus der Ganztagesschulen. Wir wollen raus aus Musikschulen und rein in Schulen. Daher hab ich die Diskussion um die wenigen Musikschulplätze nicht nachvollziehen können.

Ich helfe Ihnen: In Wien gibt es 17 Musikschulen mit einer Kapazität von 8346 Plätzen, in Niederösterreich sind es 134 Schulen mit 54.000 Plätzen.

Diese 17 städtischen Musik- und Singschulen unterrichten an rund 140 Standorten in Wien. Die Platzzahlen sind schwer vergleichbar, weil Musikschulen in Wien eine Altersbeschränkung von 25 Jahren haben. Die Musikausbildung besteht nicht nur aus den städtischen Angeboten. Wir wissen, dass Musikunterricht zur Hälfte im privaten Bereich vollzogen wird. Deswegen denken wir jetzt über ein ganzheitliches Konzept nach.

Sie erreichen mit Ihrer Reform aber keine Gymnasiasten. Die Schulen unterstehen dem Bund. Das sind aber mehr als fünfzig Prozent der Schüler.

Die Schüler der AHS nehmen die Musikschulen ja schon in Anspruch, die anderen aber nicht.

Aber es sind diese Schüler, die keinen Musikschulplatz bekommen.

Es ist durchaus meine sozialdemokratische Zielsetzung, mich zu fragen, wie schaffe ich es, dass Kinder, die nicht die AHS besuchen, in den musikalischen Bereich hineingehen? Außerdem haben wir nur bei Klavier und Gitarre Wartelisten. Die sind überschaubar, mit Wartezeiten von bis zu einem Jahr.

Wie soll denn der Musikunterricht in den Schulen konkret aussehen?

Musikschullehrerer sollen zusätzlich zu den Musiklehrern neue Akzente im Unterricht setzen, oder es gibt Angebote in der Nachmittagsbetreuung – auf freiwilliger Basis.

Und wenn ein Kind Klavier lernen will?

Tut es sich in der Schule schwer. Dafür gibt es private Anbieter.

Zur Person

Christian Oxonitsch ist Stadtrat für Bildung, Jugend und Sport. Er ist damit für die Finanzierung der Stadthallenbadsanierung zuständig. Im Mai präsentierte er Pläne für eine Reform der Musikschulausbildung in Wien. [Fabry]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.06.2012)

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22 Kommentare

Effizienz

Das ist linke Effizienz!

ich habe nur eine Frage

Wer wählt diese Leute ???

NÖ und Wien

Zur Musikschule:

Ich muss ehrlich gestehen, als gebürtiger Niederösterreicher war mir dieser desaströse Zustand überhaupt nicht bekannt. Das ist ja unfassbar, was die SPÖ da aufführt - offenbar besteht überhaupt kein Interesse am Erhalt von Kultur, solange nur alle subventionierte Wohnungen haben und im Sommer pro Person mindestens ein Heuriger offen hat.

Ich bin in einer "Kleinstadt" (besser: Kaff) aufgewachsen und selbst dort hatte niemand auch nur ansatzweise Probleme einen Musikschulplatz zu bekommen. Ich hatte Klavierunterricht seit ich 5 war - Wartezeit: laut meinen Eltern null. Daneben gabs/gibts sogar mehrere Musikschulen auch in winzigen Dörfern rundherum. "Relativ" hohes Niveau und regelmäßige Kinder- und Jugendkonzerte mitsamt gesellschaftlichem Austausch.

Naja, Wien ist offenbar auch da ganz einfach anders.

Zum Stadthallenbad: dazu braucht man eigentlich nichts weiter sagen, Wien hat offenbar auch da nicht das geringste Interesse an der Förderung des Schwimmsports.

Für manche vielleicht interessant:
Ich habe einmal bei der zuständigen Behörde angefragt, warum man nicht in mehr Becken zumindest abgesperrte Bereiche ("Bahnen") für Sportschwimmer schafft.
Die Antwort: Das geht nicht, weil dann können alte Leute und Behinderte nicht "quer" durchs Becken schwimmen.

Da fehlen einem einfach nur die Worte.

Gast: bergziege
17.06.2012 18:49
3 0

Um keine Antwort verlegen sein

Wer sich herausreden kann punktet. So regelt die Wiener Stadtregierung Probleme. Und behält die vermeintlich weiße Weste. Ob es in den Schulen, die im Stadthallenbad den Schwimmunterricht halten sollten, mit dem Stundenplan Schwierigkeiten gibt, stört einen Herrn Oxonitsch nicht, weil er damit nichts zu tun hat. Unsere Spitzenschwimmer trainieren im Ausland. Es ist alles in bester Ordnung. Kein Grund zur Aufregung!

5 0

stadthallenbad - wie eine späte parodie auf den akh-skandal


Gast: Martin_S
16.06.2012 21:30
4 0

!

"Und wenn ein Kind Klavier lernen will?

Tut es sich in der Schule schwer. Dafür gibt es private Anbieter."

JOjo, was nicht streng ins linke Weltbild passt - ah, da gibts ja ehhhh andere... Typisch! Typisch Wien! Typisch Blöde!

Gast: Lebon
16.06.2012 18:46
2 0

Ich sehe

einen neuen Politstar am Horizont - der Ox vereint Kompetenz und Esprit wie (der zugegeben unerreichbare) Norbert Darabos

Gast: M. Wolf
16.06.2012 16:54
3 0

Da ich davon ausgehe, dass die Stadthalle kein undichtes Becken beauftragt hat.

All diesen Genossen geht die Demut ab,
bloss gewählte Vertreter zu sein.
Vielleicht auch deshalb,
weil sie nicht mal gewählt sind.

Gast: Gast lupo
16.06.2012 16:27
3 0

Was wird die Sanierung kosten?

Lt. Stadtrat OXONITSCH "17 Millionen plus 20 Prozent. Die Frage ist, wer für die Mängel haften wird"

Für das Totalversagen von Stadtrat OXONITSCH werden sicher die SteuerzahlerInnen gerne ihren Beitrag leisten.

Gast: Klanglos
16.06.2012 15:20
3 0

Dass es in der "Musikstadt" Wien fast keine Musikschulen gibt, ist eine Schande.

Soviel ich weis, gibt es in ganz Wien nur 2 Musikgymnasien. Wir müssen unsere hochbegabte Tochter in Niederösterreich zur Schule schicken.

Re: Dass es in der "Musikstadt" Wien fast keine Musikschulen gibt, ist eine Schande.

In NÖ wird sie aber die "Internationale" und "Das Lied der Arbeit" nicht lernen.
!!Und das ist gut so!!

Gast: Die Wahrheit macht frei
16.06.2012 15:09
5 0

Die Genossen in Wien

haben das Wirtschaften schon immer nur als eine Art sozialistische Folklore verstanden......

Genau so gehts auch zu in dieser Stadt!

Gast: mememememe
16.06.2012 14:03
4 0

von...

...Tuten und Blasen leider nicht viel Ahnung.
und Schwimmbäder mit Leck...
geht es noch eindeutiger, symbolisch?

wie immer

was ist das fuer ein Bauherr, der an keiner baubesprechung teilnimmt?

richtig. kein guter. ist ja nicht das Geld der SPÖ das hier ausgegeben wird, sondern das des Steuerzahlers.

da fällt mir dazu ein: "wie der (Bau)Herr so sein gscherr".

das Problem: es regiert uns noch das gscherr und kein Herr!

Gast: pächter der wahrheit
16.06.2012 11:35
7 0

2 Jahre keine 50 m Schwimmbahn in Wien

dem Oxonitsch wird es wurscht sein. Der Steuerzahler zahlt 2 Jahre lang Fixe Kosten. Das ist dasselbe wie beim Skylink. 4 Jahre mehr an dem diese Anlage nicht genutzt werden konnte - 4 Jahre gebundenes, unproduktives Kapital.

Gut. Der Ox' ist Gemeinderat. Wirtschaftliches Verständnis und Interessensvertretung der Bevölkerung ist nicht seine Stärke.

Nun hat er 2 Jahre zeit sich eine Taktik zurechtzulegen wer nun Schuld hat an der Misere.

Re: 2 Jahre keine 50 m Schwimmbahn in Wien

Er wurde wohl von seiner Vorgängerin hervorragend eingeschult und hat bereits ihr Niveau erreicht.
Sie kann stolz auf ihn sein, die Frau LehrerIn.

Nichts als Hass

Der Ärger darüber, dass eine Mehrheit von den umbenannten Hauptschulen nichts wissen will, ist pathologisch.

Kommt irgendwie total sympathisch und kompetent rüber, der Herr Oxonitsch.

/irony off

Hallenbad und Musikbildung - Sanierungsfälle

Österreich hätte die Chance, durch die Integration des Musikschulwesens ins Schulsystem weltweit führend zu werden. Als Zugabe gäbe es eine noch nie so erlebte Motivation und Belebung des schulischen Alltags für Kinder und Lehrkräfte. Wenn wir unseren musikalischen Nachwuchs in der Zukunft der ganztägigen Schulformen erhalten wollen, muss dort die Musikschulpädagogik Platz bekommen und den Kindern ausreichend Zeit und Raum zum täglichen Üben gegeben werden. Aber Wien ist halt die Weltstadt der Musik und die künstlerische High-Society scheint politisch interessanter zu sein als die musikalische Basis. Schade für Wien und seine jungen Talente.

Re: Hallenbad und Musikbildung - Sanierungsfälle

Wer sagt, dass ganztägige Schulformen die Zukunft sind?

Gast: Murksschule...
16.06.2012 00:26
5 0

5 Jahresplan, 99.95% aller Schüler gehen in den erweiterten Musikunterricht!

Herr Stadtrat, haben Sie Kinder, gehen sie in die Schule, arbeitet ihre Frau, welche Schule besuchen die Kinder, in welcher gehen sie in den Musikunterricht, und vor allem eines, wie wird das organisiert, ich zweifle sehr stark an das Sie irgendeine Ahnung haben welche Belastungen von Zeit und Kraft es hat, wenn das Kind das ernst nimmt, und daraus auch etwas machen will.

Das geht schon daraus hervor, wenn es Klavier lernen will und die lapidare Antwort, dafür sind Private da, dann zeigt es vor allem eines, nicht die geringste Ahnung zu haben über die Materie, sorry!!!!!

Und es auch ein unheimlicher Unbug, das jetzt in die Ganztagsschulen zu bringen, was wird passieren, gehen wir halt in die Musikunterricht anstatt der Nachmittagsbetreuung, die die ernsthaft Interesse haben wird durch jene die das nur als Spaß verstehen jedes Interesse daran genommen, depperte geht es wohl kaum noch, oder?

P.S.: So Arrogant und Weltfremd war nicht mal die CCCP-Einheitspartei zu ihrer schlimmsten Zeit!

16 0

ist ja wien ...


warum wundert mich da nichts ?