Mit Anfang Oktober kommt es zu einer Ausweitung der Parkpickerlzone in Wien. Auch in den Bezirken Meidling, Penzing, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring und Hernals wird es flächendenkende Kurzparkzonen geben. Die Opposition läuft dagegen Sturm und will die Ausweitung mittels Volksbefragung zu Fall bringen. Die Wiener Grünen wollen nun beim Thema Parkpickerl aktive Überzeugungsarbeit leisten. "Wir wollen das Parkpickerl nicht nur verteidigen, sondern offensiv bewerben", meinte Verkehrssprecher Rüdiger Maresch am Donnerstag. Er kündigte Folderaktionen und eine eigene Website an, welche den Bürgern die Vorteile der Gebührenausweitung näher bringen soll.
"Wir haben uns ein bisschen Zeit gelassen, aber wir sollten uns jetzt massiv reinhauen", so Maresch. Der Grüne verwies einmal mehr auf das Pendlerproblem und prophezeite einen 15-prozentigen Rückgang des Individualverkehrs infolge der Einführung gebührenpflichtiger Abstellplätze. Das bedeute bessere Luft, höhere Lebensqualität und mehr Einnahmen, die man in schnellere und billigere Öffis investieren werde, meinte Maresch.
Das Pickerl als Verkehrslenkungsinstrument könne aber nur ein erster Schritt sein, denn das Problem sei, dass diese Maßnahme an der Stadtgrenze aufhöre. Es brauche unter anderem eine Tarifreform auch im Umland, eine Reform des VOR (Verkehrsverbund Ost-Region) sowie mehr Investitionen für die Schnellbahn gemeinsam mit dem Bund und Niederösterreich.
Einigkeit mit dem Nachbarbundesland zu erzielen, dürfte aber schwierig werden. So habe Wiens Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou angeboten, bei Park-and-Ride-Anlagen entlang der S-Bahn mitzuzahlen, um die Pendler gleich in der Nähe ihres Heimatorts zum Umsteigen zu bewegen. Dies sei aber seitens Niederösterreich abgelehnt worden. Man werde weiter "Predigtdienst" leisten, um die Kollegen davon zu überzeugen, so Maresch.
(APA)
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