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Neun Schüsse auf Frau: Ballistiker bestätigt Aussage des Polizisten

21.06.2012 | 15:50 |   (DiePresse.com)

Die 37-Jährige zeigte laut Gutachten "trotz Erhalts mehrerer Treffer keine unmittelbare Waffenwirkung". Bei einem Polizeieinsatz wurde die Frau mit neun Schüssen niedergestreckt.

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Am 7. März wurde eine Frau in Rudolfsheim-Fünfhaus bei einem Polizeieinsatz mit neun Schüssen niedergestreckt. Nun liege das ballistische Gutachten zu dem Fall vor, berichtete am Donnerstag Astrid Wagner, die Rechtsvertreterin des Polizeibeamten, der die Schüsse auf die tobende 37-Jährige abgegeben hatte. Der Schießsachverständige Ingo Wieser stützt in seiner Expertise die bisherigen Angaben des 34 Jahre alten Beamten, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen des Waffengebrauchs ermittelt. Die Frau habe "trotz Erhalts mehrerer Treffer keine unmittelbare Waffenwirkung gezeigt." 

Eine panisch klingende Frau hatte der Feuerwehr einen Brand in einer Wohnung in der Goldschlagstraße gemeldet. Die Einsatzkräfte nahmen vor Ort weder Feuer noch Brandgeruch wahr, hörten jedoch weibliche Schreie aus der Wohnung und verstädigten die Polizei. Insgesamt fünf Polizisten waren in die Wohnung eingedrungen.

Aufgerichtet und Angriff fortgesetzt

Die Wohnungsbesitzerin ging mit zwei Messern auf die Beamten los. Dem ballistischen Gutachten zufolge wurde sie von sieben Schüssen getroffen, ehe sie taumelte und zu Boden ging. "Danach hat sie sich wieder aufgerichtet und den Angriff fortgesetzt. Erst die letzten beiden Schüsse haben sie kampfunfähig gemacht", so Wagner, die sich dabei auf Zeugenaussagen von Sanitätern und Feuerwehrmännern berief.
 
"Dieser Geschehensablauf ist laut dem Sachverständigengutachten Ingo Wieser aufgrund der besonderen Situation im vorliegenden Fall absolut schlüssig. Freilich ist der Vorfall tragisch. Das ändert aber nichts daran, dass der Polizist das Leben anderer schützen musste", hielt die Rechtsanwältin fest.

Keine unmittelbare Waffenwirkung

Der Ballistiker kommt zu dem Schluss, dass die Frau "trotz des Erhalts mehrerer Treffer keine unmittelbare Waffenwirkung gezeigt hat" und dies "aufgrund der wundballistischen Erkenntnisse unter den gegebenen Umständen zu erwarten" war, wie es in dem Gutachten wörtlich heißt. Die diesbezüglichen Aussagen des Beschuldigten und der Zeugen "sind daher im Einklang mit den biomechanischen Vorgängen im menschlichen Körper zu bringen", hält Wieser fest.

Die tatsächliche Waffenwirkung entspreche oftmals nicht den Vorstellungen, wonach ein von einem Schuss Getroffener weggeschleudert werde, erläutert der Experte in seinem ausführlichen Gutachten. Die Intensität des empfundenen Schmerzes sei einerseits abhängig von den biomechanischen Vorgängen im Körper des Getroffenen und andererseits vom psychischen Zustand des Getroffenen. In einem entsprechenden psychischen Ausnahmezustand, der in einer Kampfsituation im Regelfall gegeben sei, könne die objektiv vorhandene Verletzung mangels subjektiv spürbaren Schmerzes nicht wahrgenommen werden, wodurch die Handlungsfähigkeit vorerst nicht beeinträchtigt werde.

Unterdessen ist bei der Justiz auch ein psychiatrisch-neurologisches Gutachten über den Zustand der angeschossenen und lebensgefährlich verletzten Frau eingelangt. Demnach soll sich die 37-Jährige zum Tatzeitpunkt in einem psychotischen Zustand befunden haben, wodurch vollkommene Schmerzunempfindlichkeit eingetreten sei. Dass sie von zahlreichen Schüssen getroffen wurde, soll sie demnach "zumindest in den ersten Minuten des Geschehens nicht einmal bemerkt" haben.

Nach Angaben der Notärztin, die den Abtransport der Frau veranlasst hatte, soll die 37-Jährige noch im Rettungswagen versucht haben, sich aufzurichten, weshalb sie fixiert werden musste. Die Ärztin hatte unmittelbar nach dem Einsatz einen entsprechenden Vermerk angelegt.

(APA)

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17 Kommentare
Gast: Feldfüller
24.06.2012 14:26
0 1

"Die ersten sieben Schüsse waren wirkungslos"

"Die ersten sieben Schüsse waren wirkungslos"...

Ja ist dann der Gebrauch einer Schusswaffe ein probates Mittel, um einer anscheinend geistig beeinträchtigten Person Herr zu werden?

Antworten Gast: Infoheini
25.06.2012 15:32
1 0

Re: "Die ersten sieben Schüsse waren wirkungslos"

Wenn Leib und Leben des Polizisten durch diese Person gefährdet ware ja.

Gast: chris midlife
23.06.2012 19:51
0 3

Narrenfreiheit?

Bei 9 Schüssen gegen einer Frau noch von Notwehr zu reden ist ja aberwitzig,noch dazu ist anzunehmen das der Polizist mit Kollegen unterwegs war,also nicht allein.Aber gegen die Polizei kommt wahrscheinlich eh nie was raus,einer deckt den anderen,wie üblich!

Antworten Gast: Zäh wie ein Weib
24.06.2012 12:57
0 0

Re: Narrenfreiheit?

Ich nehme anhand der Berichterstatter an, der Frau wurde neunmal in den kleinen Zehen geschossen.

Gast: the raptor
23.06.2012 08:24
1 0

Wie wär's ...

... wenn in Österreich nicht mehr die linken Medien sondern das BMI die Polizeitaktik bestimmt? Und endlich auch andere Einheiten als die Cobra Expansivmunition erhalten? Polizisten mit Vollmantelgeschossen auf den Weg zu schicken ist gemeingefährlich.

Gast: Fernsehkoch
22.06.2012 16:24
1 0

Damit Messer in ihrer Küche keinen Schaden anrichten können

nimmt man einfach ein Schneidbrett.

Gast: xxxx
21.06.2012 21:13
3 6

9 Schüsse? Hat beim 10ten die Waffe geklemmt?

Hätten ja noch 10 nachfliegen sollen um auch glaubwürdig Notwehr darstellen zu können.

Gast: XXXL-Nobody
21.06.2012 20:31
1 4

Geschichten die das Leben schrieb

Die Geschichte muss ich loswerden. Der (inzwischen verstorbene) Ehemann der Hausmeisterin randaliert bei uns volltrunken (ColaRot) im Stiegenhaus. Sein Tatwerkzeug ein massives Maurerfäustl. Damit schlug er mit lautem Gebrüll an verschiedene Wohnungstüren. Er wollte seinen Chef, den scheinbar irgendeine Hauspartei als Geisel gefangen hielt mit brachialer Gewalt befreien. War natürlich Humbug. Alle waren in heller Aufregung. Im vierten Stock hab ich mich ihm bei gutem Zureden langsam angenähert, blitzschnell das Maurerfäustl aus der Hand gerissen und bin damit davongerannt. Das hysterische Gekreische meiner verängstigten Mitbewohner (nach der Polizei) hallt mir heute noch in den Ohren. Ich hab nicht die Polizei geholt, ich holte seine Ehefrau. Die ihren Gatten dann barmherzig-duldsam nach Hause geleitete. Denke oft an diese Geschichte wenn unsere Schutz-Leute (wieder einmal) wie wild um sich ballern. Meine Devise: Zuerst reden und dann vielleicht „tätlich“ werden. Ich habe mit dem alkoholkranken F. geredet und alles hat sich in Wohlgefallen aufgelöst. PS. Der Fall war einmalig, mit dem F. hat es nie mehr Probleme gegeben. Er war geheilt. Vielleicht war es aber auch meine altruistische Menschenliebe die den guten Mann damals vor dem Knast rettete.

Re: Geschichten die das Leben schrieb

Schön, daß Ihr Nachbar nur ein Maurerfäustel hatte und damit nicht auf sie losgegangen ist, sondern nur auf Haustüren. Hätten die Polizisten zusehen sollen, wie ihr Kollege, der am Boden liegt mit Messern abgeschlachtet wird? Ihre Geschichte mag ja aus dem Leben gegriffen sein, aber mit dem gegenständlichen Fall hat sie so gut wie nichts gemeinsam!

Antworten Antworten Gast: XXXL-Nobody
22.06.2012 01:27
0 4

Re: Re: Geschichten die das Leben schrieb

Ihre Entgegnung riecht irgendwie nach Schlacht-Ruf. Meine Kritik. Vielleicht hätte es in diesem Fall auch eine Nachbarin oder einen Nachbarn gegeben der, der „Ausrasterin“ gut zugeredet hätte ?!? Dessen ungeachtet hasse ich es, wenn bei jedem „Wickel“ schwerbewaffnete Bullen auftauchen. In Stellung gehen und eine desorientierte, wahrscheinlich von Tabletten manipulierte Hilflose, zusammenschießen. Denn eines können sie mir nicht erklären, hat es in dieser Wohnung weder einen Sessel, den man der „Messerheldin“ abwehrend entgegenhalten hätte können, noch irgendeinen anderen Gegenstand gegeben, mit der man die Frau relativ unverletzt zur Räson bringen hätte können. Oft sind unsere Gesetzeshüter verhältnismäßig einfache Gemüter. Und daher situationsbedingt (in diesem Fall war es sicher so) weit überfordert.
PS. ...aber mit dem gegenständlichen Fall hat sie so gut wie nichts gemeinsam! Diese ihre Behauptung, ist in ihrer Verdrängung von realen Gemeinsamkeiten kaum mehr zu überbieten. Muss ich unbedingt noch hinzufügen. Ich wette was, dem "Täter"-Polizisten tut seine damals weit überzogene Reaktion inzwischen selber leid. Nix für ungut/ist nur meine Antwort auf ihren Vorwurf, von wegen, es gibt da keine Gemeinsamkeiten.

Gast: Blankensteiner Husar
21.06.2012 19:19
0 7

Das Gutachten bestätigt also, dass von 9 Schüssen 9 getroffen haben.

Hätten von den 9 mehr als 9 mal getroffen, dann hätte die Polizei Erklärungsbedarf gehabt. Aber bei 9 oder weniger Treffern, ja da sind sie fein raus. Weil Treffen ist Trumpf.
Auch am Würschtelstandl, wo man auch mit der Käskrainer aufpassen muss.

Antworten Gast: ff7
21.06.2012 20:37
3 1

Re: Das Gutachten bestätigt also, dass von 9 Schüssen 9 getroffen haben.

Macht es Ihnen eigentlich Spaß, hier im Forum jedes Mal völlig inhalts- und sinnfreie Kommentare zu hinterlassen?

Gast: Wiener
21.06.2012 16:22
2 12

9 Schüsse.......und die lebt noch...

Man stelle sich vor die Polizei braucht mehr als 9 Schüsse um einen irren Amokläufer auszuschalten....
Gute Nacht.
Lernen die noch schießen oder nur mehr mehrsprachig nachfragen wie es den Kriminellen geht und was sie brauchen?

Antworten Gast: sherlock
25.06.2012 09:59
1 0

Re: 9 Schüsse.......und die lebt noch...

Die Polizei hat die Vorgabe auch bei Anwendung der Schusswaffe, diese möglichst "schonend" anzuwenden.

Aus älteren Berichten zum o.a. Sachverhalt lässt sich erkennen, dass der Polizist wohl zuerst auf die Extremitäten, sprich die Messerführenden Arme und die Beine geschossen hat.
Erst als sich dies als nicht wirkungsvoll erwiesen hat, wurde auf den Rumpf gezielt.

Dem Polizisten gilt mein Respekt der in einer solchen Situation wohl ruhig und besonnen reagiert hat und den Eskalationslevel langsam und geziehlt gesteigert hat.
9 in Panik abgefeuerte Treffer auf den Rumpf hätte die Frau wohl nicht überlebt.

Re: 9 Schüsse.......und die lebt noch...

nein - die werden so geschossen haben, dass kein tödlicher treffer beabsichtigt wurde - kopfschuss / bauchschuss war nicht angebracht

Gast: Rauchmelder
21.06.2012 16:10
15 0

ein Vorschlag meinerseits

An alle Superhelden die sich hier wieder aufregen werden und behaupten das sie es auch ohne Waffengewalt gelöst hätten! Hier ein Vorschlag meinerseits:

Beim nächsten Einsatz geht ihr Superhelden ganz einfach an vorderster Front voran! Zeigt uns mal was ihr so könnt, lasst euch, während ihr dem tobenden Täter Kaffee und Kuchen anbietet, abstechen! Und dann, wenn der Täter damit beschäftigt ist das Messer oder die Messer aus euren Körper zu ziehen, kann dann die Polizei ihn Problemlos überwertigen! Ist das ein guter Vorschlag??

Re: ein Vorschlag meinerseits

Ich stelle Kaffee und Kuchen, weil das will ich als Augenzeuge miterleben.