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Drogenberatung: "jedmayer" löst den "Ganslwirt" ab

22.06.2012 | 12:57 |   (DiePresse.com)

Das Drogenberatungszentrum "jedmayer" am Gumpendorfer Gürtel wurde am Freitag offiziell eröffnet und nimmt am 4. Juli seinen Betrieb auf.

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Wien hat ein neues Drogenberatungszentrum: Das "jedmayer" am Gumpendorfer Gürtel 8 wurde am Freitag offiziell eröffnet und nimmt am 4. Juli seinen Betrieb auf. Die auf fünf Etagen verteilte Einrichtung umfasst ein Tageszentrum, eine Notschlafstelle mit 26 Betten, ein medizinisches Ambulatorium, Beratungs- und Sozialräume sowie betreutes Wohnen. Außerdem wird rund um die Uhr kostenloser Spritzentausch angeboten. Insgesamt 200 Betroffene können gleichzeitig betreut werden.

Der Neubau im Bezirk Mariahilf löst gleichzeitig das seit gut 20 Jahren bestehende sozialmedizinische Zentrum "Ganslwirt", das ebenfalls im 6. Bezirk angesiedelt ist, sowie das "TaBeNo" in der Wieden ab. Letzteres war im Sommer 2010 als Zusatzstandort des "Ganslwirts" eröffnet worden. Die Angebote beider Einrichtungen übersiedeln nun ins "jedmayer".

40 Sozialarbeiter und 19 Ärzte

Insgesamt werden sich rund 70 Mitarbeiter - davon u.a. 40 Sozialarbeiter und 19 Ärzte - um die Drogenkranken kümmern. Dafür stehen rund 2.800 Quadratmeter zur Verfügung. "Ein gut funktionierender niederschwelliger Zugang ist wesentlich, um Suchtkranke aus ihrem Teufelskreis herauszuholen und sozial zu reintegrieren", betonte Wiens Sucht- und Drogenkoordinator Michael Dressel.

Was es mit dem neuen Namen auf sich hat, versuchte Robert Öllinger, Geschäftsführer der Suchthilfe Wien, die das "jedmayer" betreibt, zu erklären. Dieser solle Schwellenängste nehmen und das Gefühl vermitteln, man gehe in ein herkömmliches Lokal - eben "ins jedmayer". Außerdem will man vermitteln, dass Sucht jeden treffen könne und gleichzeitig die Einrichtung für jeden offen stehe.

"Verantwortung für die Stadt wahrnehmen"

"Es ist wichtig, Haltung zu bewahren und sich nicht zu fürchten, wenn es Gegenstimmen gibt", erläuterte Sozialstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) ein Credo der Wiener Drogenpolitik. Man höre die Gegner natürlich an, müsse aber Verantwortung für die Stadt wahrnehmen - und das bedeute, "jenen, die krank sind und Probleme haben, zu helfen". Sollte es trotzdem Anrainerbeschwerden oder Probleme geben, werden die im Haus tätigen Sozialarbeiter als Ansprechpersonen zur Verfügung stehen.

Bezüglich des neuen Namens zeigte sich Wehsely "gespannt, ob sich der durchsetzt": "Es braucht sich niemand schlecht fühlen, wenn er weiter Ganslwirt sagt", beruhigte die Ressortchefin.

jedmayer
Das Tageszentrum des "jedmayer" ist täglich von 9.00 und 18.00 Uhr - außer dienstags von 13.30 bis 18.00 Uhr - geöffnet. Die Notschlafstelle steht täglich von 18.00 bis 8.00 Uhr zur Verfügung. Außerdem können Hilfesuchende stets bei der 24-Stunden-Hotline 4000-53799 anrufen.

Web: www.jedmayer.at

(APA)

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3 Kommentare

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richtig ist: auf der Wieden!!

2 0

"Ein gut funktionierender niederschwelliger Zugang ist wesentlich, um Suchtkranke aus ihrem Teufelskreis herauszuholen und sozial zu reintegrieren", betonte Wiens Sucht- und Drogenkoordinator Michael Dressel.

Witz, lass mich doch auch mal lachen, denkt man sich wenn man solchen Unsinn liest !

Versucht man damit nicht eigentlich Drogenkonsumenten die Gewissheit zu geben falls sie sich die Sucht nicht mehr selbst "erarbeiten" können oder wollen, vom Staat zusätzlich zu den anderen Ausgaben (Sozialhilfe bzw Mindestsicherung evtl Frühpension mit 40...) erwarten zu können ???

Für mich klingt sowas wie eine Einladung statt Bekämpfung, ähnlich wie man dies zwar etwas anders, aber ebenso wenig mit Spielsüchtigen versucht !

Antworten Gast: Jana56
22.06.2012 17:50
1 1

Das ist oberflächlich und gehässig

Keiner ergibt sich der Drogensucht, um Sozialleistungen zu erhalten. Von denen träumen wohl eher Nicht-Drogenkonsumenten.