Jeden Tag werden mehr als 1000 Babys weltweit während der Schwangerschaft, Geburt oder Stillperiode durch Mutter-Kind-Übertragung mit HIV infiziert. Ohne medizinische Intervention stirbt die Hälfte dieser Kinder vor ihrem zweiten Geburtstag. Eine neue Mutter-Kind-Box, die von Unicef entwickelt wurde, enthält alle antiretroviralen Medikamente und ein prophylaktisches Antibiotikum namens Cotrimoxazole, die notwendig sind, um die Gesundheit einer HIV-positiven Mutter und ihres Babys zu schützen. Für 65 Euro kann man eine Box im Online-Shop der Unicef bezahlen und einer Frau im südlichen Afrika zukommen lassen. Zum Einsatz kommt sie vorerst in Lesotho, Sambia, Kamerun und Kenia.
Nach Schätzungen gab es 2008 weltweit 2,4 Millionen HIV-positive schwangere Frauen und zwei Millionen HIV-positive Kinder unter 15 Jahren. 90 Prozent dieser Kinder wurden von ihren Müttern mit HIV infiziert. Wenn nicht medizinisch interveniert wird, beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass eine HIV-positive Frau das Virus während Schwangerschaft, Geburt oder Stillperiode auf ihr Kind überträgt, 30 bis 40 Prozent. 2008 sind weltweit schätzungsweise 280.000 Kinder unter 15 Jahren an Aids gestorben. Der überwiegende Anteil dieser Kinder war unter fünf Jahre alt, mehr als 90 Prozent lebten im südlichen Afrika.
Risiko für Infektion nur mehr bei zwei Prozent
"Die Wirksamkeit von Interventionen zur Vermeidung von Mutter-Kind-Übertragungen (PMTCT) ist unbestritten. Diese umfassen neben der HIV-Prävention bei Frauen die Vermeidung von ungeplanten Schwangerschaften bei HIV-positiven Frauen und die Bereitstellung von antiretroviralen Medikamenten (ART) für Mütter und Neugeborene während Schwangerschaft, Geburt und danach", teilte die Unicef in einer Aussendung mit. Damit lässt sich die Infektionsrate bei den Babys auf bis zu etwa zwei Prozent reduzieren. Dies wäre ein entscheidender Schritt in Richtung einer Aids-freien Generation auch in den Epidemiegebieten südlich der Sahara.
2001 wurde seitens der UNO das globale Ziel formuliert, dass 80 Prozent aller schwangeren Frauen Zugang zu PMTCT-Angeboten haben sollen. Derartige Programme gibt es in verschiedenem Ausmaß in nahezu jedem Land dieser Erde. 2008 haben 19 Staaten das 80-Prozent-Ziel erreicht. Derzeit beträgt die Rate im globalen Durchschnitt etwa 45 Prozent.
(APA)

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