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Aids: Eine Box gegen HIV-Infektion von Mutter auf Kind

14.07.2010 | 10:14 |   (DiePresse.com)

Die Unicef will mit der Mutter-Kind-Box schwangeren und HIV-positiven Frauen im südlichen Afrika helfen, ihre Kinder vor der Krankheit zu schützen. Täglich werden 1000 Babys mit HIV infiziert.

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Jeden Tag werden mehr als 1000 Babys weltweit während der Schwangerschaft, Geburt oder Stillperiode durch Mutter-Kind-Übertragung mit HIV infiziert. Ohne medizinische Intervention stirbt die Hälfte dieser Kinder vor ihrem zweiten Geburtstag. Eine neue Mutter-Kind-Box, die von Unicef entwickelt wurde, enthält alle antiretroviralen Medikamente und ein prophylaktisches Antibiotikum namens Cotrimoxazole, die notwendig sind, um die Gesundheit einer HIV-positiven Mutter und ihres Babys zu schützen. Für 65 Euro kann man eine Box im Online-Shop der Unicef bezahlen und einer Frau im südlichen Afrika zukommen lassen. Zum Einsatz kommt sie vorerst in Lesotho, Sambia, Kamerun und Kenia.

Nach Schätzungen gab es 2008 weltweit 2,4 Millionen HIV-positive schwangere Frauen und zwei Millionen HIV-positive Kinder unter 15 Jahren. 90 Prozent dieser Kinder wurden von ihren Müttern mit HIV infiziert. Wenn nicht medizinisch interveniert wird, beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass eine HIV-positive Frau das Virus während Schwangerschaft, Geburt oder Stillperiode auf ihr Kind überträgt, 30 bis 40 Prozent. 2008 sind weltweit schätzungsweise 280.000 Kinder unter 15 Jahren an Aids gestorben. Der überwiegende Anteil dieser Kinder war unter fünf Jahre alt, mehr als 90 Prozent lebten im südlichen Afrika.

Risiko für Infektion nur mehr bei zwei Prozent

"Die Wirksamkeit von Interventionen zur Vermeidung von Mutter-Kind-Übertragungen (PMTCT) ist unbestritten. Diese umfassen neben der HIV-Prävention bei Frauen die Vermeidung von ungeplanten Schwangerschaften bei HIV-positiven Frauen und die Bereitstellung von antiretroviralen Medikamenten (ART) für Mütter und Neugeborene während Schwangerschaft, Geburt und danach", teilte die Unicef in einer Aussendung mit. Damit lässt sich die Infektionsrate bei den Babys auf bis zu etwa zwei Prozent reduzieren. Dies wäre ein entscheidender Schritt in Richtung einer Aids-freien Generation auch in den Epidemiegebieten südlich der Sahara.

2001 wurde seitens der UNO das globale Ziel formuliert, dass 80 Prozent aller schwangeren Frauen Zugang zu PMTCT-Angeboten haben sollen. Derartige Programme gibt es in verschiedenem Ausmaß in nahezu jedem Land dieser Erde. 2008 haben 19 Staaten das 80-Prozent-Ziel erreicht. Derzeit beträgt die Rate im globalen Durchschnitt etwa 45 Prozent.

(c) UNICEF / Copenhagen 2010 / Dan Blair

(c) UNICEF / Copenhagen 2010 / Dan Blair

Mutter-Kind-Box
Die Mutter-Kind-Box umfasst alle notwendigen antiretroviralen Medikamente (Zidovudine, Lamivudine und Nevirapin) und Cotrimoxazol. Verpackung und Zusammenstellung sind auf die Bedürfnisse auch in Regionen mit schlechter Infrastruktur abgestimmt. Piktogramme und Farben sollen Frauen dabei helfen, die wechselnde Medikation während Schwangerschaft, Geburt und danach zu verstehen.

(APA)

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1 Kommentare
Michael
16.07.2010 16:12
0 0

Was nett aussieht, kann gefährlich sein

Ich habe mir immer schon gedacht, dass es eigentlich witzig ist, wie man den Menschen leicht Freude bereiten kann. Man verpackt einen Schnuller (bekannt als Ursache für Kieferfehlstellungen) zusammen mit ein paar anderen petrochemischen Abfallprodukten (Plastiktrinkflasche, Kunststoffwindeln) in ein nettes, rosarot-blaues Paket und schon glauben die leichtgläubigen Neu-Mamis, das grosse Geschenks-Los gezogen zu haben.

Hier mit der "Aids-Box" geht man sogar einen Schritt weiter, und versucht, hochtoxische umstrittene Medikamente, die in Verdacht stehen, sich bereits negativ auf die Fötusentwicklung auszuwirken, nur um das HIV-Ansteckungsrisiko von etwas über 30 um wenige Prozentpunkte zu senken.

Fehlt nur noch eine staatliche Zwangsverabreichung gegen den Willen der Mutter, welche sich über Sinn und Unsinn des Ganzen informiert hat, finanziert von allen Steuerzahlern, verabreicht unter Aufsicht der Polizei und am Ende trotzdem nichts geholfen. Der Staat tritt den hypokratischen Eid mit Füssen in einem Stil, den wir heute gerne als Vergessen betrachtet haben möchten.

Schöne neue Welt.