Die SPÖ scheint langsam die Geduld mit der grünen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou zu verlieren. Auslöser ist nicht nur die mühsam verlaufende Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung, die am 1.Oktober in Kraft treten soll. Auch Vassilakous Aufgabe, ein neues Parkpickerlmodell für Wien zu erstellen (welches dann bei der Wiener Volksbefragung im Frühjahr einem Votum unterzogen wird), sorgt für Ärger. Denn die Autofahrerklubs ÖAMTC und sogar der rote Arbö wollen an dieser Arbeitsgruppe nicht teilnehmen. Der Grund: Beide Organisationen wollen sich nicht als Feigenblatt hergeben und haben einige Grundvoraussetzungen für die Teilnahme eingefordert – worauf Vassilakou laut den Autofahrerklubs nicht bzw. ablehnend reagiert hat.
Am Donnerstag rückte SP-Verkehrssprecher Karlheinz Hora aus, um der grünen Chefin nun offiziell auszurichten: Die Mobilitätsklubs, also ÖAMTC, Arbö und VCÖ, müssen vertreten sein. „Schließlich geht es darum, eine Strategie zu entwickeln, die breitestmögliche Akzeptanz findet.“ Und: „Damit eine Teilnahme nicht gefährdet wird, müssen die Forderungen von ÖAMTC, Arbö und VCÖ ernst genommen werden.“
Zuvor hatten bereits einige hochrangige rote Funktionäre intern gemeint, es gehe nicht, die Autofahrerklubs bei der Entwicklung eines völlig neuen Parkpickerlmodells auszuschließen – Vassilakou solle sich endlich mit ihnen einigen, um dieses Thema aus den Schlagzeilen zu bringen. Der rote Rüffel für die Grünen ist jedenfalls Wasser auf die Mühlen der ÖVP. Sie fordert nun von Bürgermeister Michael Häupl, dass er Vassilakou ins Ruder greift.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.08.2012)
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