Israels Problem mit der neuen arabischen Welt

16.11.2012 | 18:31 |  WIELAND SCHNEIDER (Die Presse)

Nicht zum ersten Mal schlagen Israel und Hamas aufeinander ein. Doch das strategische Umfeld hat sich geändert.

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Die Hamas feuert Raketen auf Jerusalem und Tel Aviv ab, Israel attackiert unablässig Ziele im Gazastreifen – und beide Seiten überhäufen einander mit wüsten Drohungen: Die Gewaltspirale in Nahost dreht sich wieder, wie so oft in den vergangenen Jahren. Doch dieses Mal ist etwas anders. Seit dem Gaza-Krieg 2008 ist der Arabische Frühling durch die Länder gezogen. Autoritäre Regime wurden gestürzt. Viele Araber erhielten ihr Gefühl der Würde zurück, für Israel ist die Welt aber komplizierter geworden.

Jerusalem kann nicht mehr erwarten, so freie Hand in Gaza zu haben wie bisher: Die Muslimbrüder – Ägyptens neue gewählte Machthaber – sind die ideologischen Ziehväter der Hamas. Und mit der neuen Freiheit wird im Land am Nil der tief sitzende Hass gegen Israel deutlicher artikuliert als bisher. Ägyptens Regierung hätte aber auch die Chance, eine konstruktive Rolle zu spielen. Sie könnte auf die Hamas einwirken, ihre Dauerraketenangriffe auf Israel einzustellen. Und sie könnte Jerusalem von ihrer wichtigen Rolle als Vermittler zu überzeugen versuchen.

Für Israel bieten die Umbrüche im arabischen Raum die Chance, Abkommen nun nicht mehr nur mit Potentaten zu schließen, sondern mit einer ganzen Bevölkerung. Doch so weit ist es noch nicht. Jetzt sprechen erst wieder einmal die Waffen.


wieland.schneider@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.11.2012)

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13 Kommentare

Lösungsvorschlag

Die palästinensischen Menschen könnten doch ihr Eigentum,ihr Land,alles den Juden schenken.Und sich freiwillig zum Verbrennen mit Phosphorbomben durch die Juden opfern!Dann wäre Frieden!Oder sich,wie in Sabra und Shatila ,einfach abschlachten lassen(vorher Organe abliefern).

Re: Lösungsvorschlag

sie sollten sich nicht "naiver", sondern "dumm" nennen.

Frieden wird es erst dann geben können, ....

... wenn Israel seine Verpflichtungen erfüllt. Wie Israel seit Jahren handelt, wächst der Hass sowohl der Palästinenser wie auch der Bevölkerung anderer arabischer Staaten - auch gegen jene Staaten , die Israel unterstützen, sich in innerarabische Angelegenheiten einmischen und das seit Ende des 1. WK bestehende Unrecht an den Arabern fortzusetzen helfen. Die hier angedeutete Lösung ist auch deshalb vollkommen unmöglich, weil damit die Politik Israels nicht geändert wird, sondern nur Verhandlungen geführt werden, deren Ergebnisse von Israel ohnehin nicht eingehalten werden (wollen). Das Ziel Israels, ganz Palästina als Staat zu beanspruchen, geht mit der systematischen Vertreibung der einheimischen Araber einher, wie auch die Siedlungspolitik beweist. Und da Araber einen anderen , den Europäern nicht verständlichen Bezug zum eigenen Boden haben, ist auch die meinung, sie sollten in anderen arabischen Staaten integriert werden, nicht machbar.

Islamistische Terroristen

Ruhe im Nahen Osten wird nur dann einkehren, wenn die islamistischen Terroristen eine Antwort bekommen, die sie viele Jahre nicht vergessen werden (wie Ägypten und Syrien in 1973).

Nicht zum ersten Mal schlagen Israel und Hamas aufeinander ein


Israel's onslaught on Gaza is a crime that cannot succeed

Seumas Milne
The Guardian, Tuesday 30 December 2008
...
Like the West Bank, the Gaza Strip has been - and continues to be - illegally occupied by Israel since 1967. Despite the withdrawal of troops and settlements three years ago, Israel maintains complete control of the territory by sea, air and land. And since Hamas won the Palestinian elections in 2006, Israel has punished its 1.5 million people with an inhuman blockade of essential supplies, backed by the US and the European Union.

Like any occupied people, the Palestinians have the right to resist, whether they choose to exercise it or not. But there is no right of defence for an illegal occupation - there is an obligation to withdraw comprehensively.
...

http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2008/dec/30/israel-and-the-palestinians-middle-east

Nichts hat sich an der Situation geändert.
Warum dürfen österreichische Medien solche Meinungen nicht äußern?
Haben die Menschen in Gaza ein Recht, einer illegalen Besatzung Widerstand zu leisten oder nicht?
NIE WIEDER - die Menschen in Gaza und im Westjordanland müssen sich verhöhnt vorkommen.

mubarak wieder her!

ich will mubarak zurück! das war obama schwerster fehler...

Wenn sie bereits Raketen auf Tel aviv und Jerusalem schießen...

...bleibt uns nur der Einmarsch um endgültig für ruhe zu sorgen. Nach dem "arabischen Frühling" ist für Israel Winter eingekehrt. Da stehen -zig Millionen Nachbarn um die 7 Mio Israeli herum. Nachbarn, die Israel von der Landkarte radieren wollen.

Re: Wenn sie bereits Raketen auf Tel aviv und Jerusalem schießen...

Begnügt euch mit den Grenzen von 1967 und erklärt ein- für allemal, dass es bei diesem Grenzverlauf bleiben wird. Stellt den illegalen Siedlungsbau
ein und entfernt die Mauer. Stellt eure Atomwaffen unter US-Kontrolle und stimmt einer Eigenstaatlichkeit von Jerusalem (nach Muster Vatikan, mit jährlich wechselndem jüd., moslem. und christl. Oberhaupt) zu.
Dann wird keiner mehr von "ausradieren" reden und wenn dann die Araber noch immer keine Ruhe geben sollten, dann seid ihr voll berechtigt euch zu wehren.

Das strategische Umwelt hat sich NICHT geändert.

Die arabische Welt ist immer noch gegen Israels Existenzberechtigung wie eh und je...


Re: Das strategische Umwelt hat sich NICHT geändert.

Und ein Staat der Palästinenser hat auch keine Existenzberechtigung. Oder?

Die Europäer sind ja immer auf Seiten der

Extremisten gestanden.

Re: Die Europäer sind ja immer auf Seiten der

Ja, drum gilt es noch immer als ungeschriebenes Gesetz:
Mit Israel durch Dick und Dünn, ohne lange zu fragen.

Re: Die Europäer sind ja immer auf Seiten der

Klar, und die Österreicher ganz besonders!
Allen voran der Edlinger!

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