Insp. Strasser, ganz im Ernst

03.12.2012 | 18:13 |  OLIVER PINK (Die Presse)

Der Ex-Minister bleibt dabei: Er war einem Geheimdienst auf der Spur. Ja, warum nicht?

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Mit detektivischem Gespür und der langjährigen Erfahrung eines Innenministers hatte Inspektor Ernst Strasser im grauen, nasskalten Brüssel Witterung aufgenommen. Und er verbiss sich geradezu in den Fall. Immer wieder hatte er sich mit den Geheimdienstagenten, die sich als Journalisten getarnt hatten, getroffen, um sie auszuhorchen. Dummerweise hörte sich das auf Band dann ganz anders an: Da war er derjenige, der ausgefragt wurde und bereitwillig Auskunft gab.

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Doch Ernst Strasser, im Nebenberuf EU-Abgeordneter, ließ sich davon nicht irritieren. Und machte sich weiter auf die Suche nach dem „rauchenden Colt“. Doch da sich dieser nicht so rasch finden ließ, trotz zahlreicher Verhöre in den Brüsseler Restaurants bei Wasser und Ziegenkäse, verging wertvolle Zeit.

Die ihm dann leider fehlte, um rechtzeitig das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung – dem er, nebenbei bemerkt, ohnehin nicht wirklich vertraute – zu informieren. Es wäre übrigens „zum Schutze Österreichs“ gewesen.

Und nun will Ernst Strasser niemand glauben. Das weit größere Problem wäre jedoch, würde er selbst glauben, was er da erzählt.

 

oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.12.2012)

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28 Kommentare
 
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Oliver Pink - Sie haben jegliche Objektivität verloren!

Hören sie endlich auf einen Prozess zu beeinflussen.
Es fehlt an jeglicher Ethik und Objektivität.
Glauben Sie wirklich dass dieser Richter sich von Ihnen beeinflusse lässt?
Mehr Transparenz, Objektivität und Verantwortung bitteschön!!!!!

ich bekomme besuch vom finanzamt. abteilung steuerprüfung.

steuerprüfer: "unsere ermittlungen haben ergeben, dass 500.000 euro in ihrer steuererklärung nicht als einnahmen verbucht wurden"

ich: "was bin ich froh, dass sie das bemerkt haben. ich wollte einfach nur checken ob sich die finanz nicht auf billigste art von jedem idioten drankriegen lässt.

gut dass wir das jetzt auch geklärt hätten. jetzt bin ich beruhigt."

An alle die die Strasser-Version glauben

Ein Geheimdienst ist ein durchorganisiertes Unternehmen von Vollprofis die bekanntlich "über Leichen gehen" und dann kommt ein Herr Ex-Innenminister daher und glaubt, er kann einen Geheimdienst auffliegen lassen. Selbst wenn es stimmen würde, was der Strasser da von sich gibt, dann gehört ihm für Dummheit die Haft.
Wenn ihn ein Geheimdienst im Visier hatte, warum macht der Herr Oberinspektor dann mit? Er hätte ja einfach gar nichts tun können (das konnte er im EU-Parlament ja auch) und nix wäre passiert. Im Parlament der Untätige, aber im Kampf gegen den ach so geheimen Geheimdienst der Aufopfernde. Wer das glaubt werde selig damit.

Gar nicht so abwegig,

daß ein ausländischer Geheimdienst versucht, fremde Politiker durch "Dossiers" für seine Zwecke erpressbar zu machen. Man braucht nur in den Stasi-Akten der ehemaligen DDR nachzulesen, was es da alles gibt. Und das ist noch harmlos: wer hätte etwa gedacht, daß sogar ehemalige US-Präsidenten Mordkommandos gegen "feindliche" Politiker und Ideologen losschicken? Erinnert sei an Ereignisse im letzten Jahr, wo "Spezial-Agenten" sogar in einem fremden Land einen unbewaffneten "Feind" in seinem Versteckt im Bett "killten" und der höchste Befehlshaber den Vorgang genüßlich am FS-Schirm mitverfolgte (zur Zeit der Wild-West-Filme wurde man für einen Schuß in den Rücken eines unbewaffneten Gegners an den nächsten Baum geknüpft!)...

Also liebe Leser ein bißchen mehr TV-Berichte im ausländischen FS über die Umtriebe der Geheimdienste auf der ganzen Welt!

Übrigens hat es nicht einmal geheißen, dem Clinton habe man die Lewinski ins Bett der "Oral Office" gelegt, etc.?

Re: Gar nicht so abwegig,

Ja, der wichtigste Politiker der Welt, der Strasser Ernst, der ist die erste Adresse an die die Mächtigen dieser Welt denken wenn sie die Welt kontrollieren wollen.
Und bitte nachdenken: Warum hat er da mitgemacht? Wenn er nix getan hätte würde er heute nicht auf der Anklagebank sitzen, so wie viele seiner Kollegen auch, die ebenso von den Journalisten getestet wurden und einfach gar nichts gemacht haben. Das ist die Realität, nicht irgendwelche Räubergschichtln.

Erinnert sich noch jemand an Peter Marizzi?

Der hat sich seinerzeit auch damit verteidigt, dass der Sherlock Holmes in ihm erwacht waere und er nur deshalb auf die Angebote - selbstverstaendlich nur zum Schein - eingegangen waere.

Ich weiss nicht mehr, wie erfolgreich diese Strategie war, aber Strasser wird den Fall wohl studiert haben.

Der Schärdinger

Ein ganzes Jahr keine Zeit gehabt um Anzeige zu erstatten.
Was schilderte nicht dieser Aufdecker, er ist der Faulste von allen, alle arbeiten nichts usw.
Trotzdem keine Zeit in einem Jahr um diesen Schwachsinn zu melden.
Es erübrigt sich jegliches weitere blah blah...

Inspektor gibt's kan.


Re: Inspektor gibt's kan.

legendär!

ja genau, warum nicht?



die unschuldsvermutung galt doch hier schon immer für sämtliche mitglieder des korruptions-kabinetts schüssel.

und überhaupt: haben sie die tollen reformen vergessen, die der liebe ernstl strasser gemacht hat? die totale entpolitisierung von innenministerium und polizei? das sollte man doch nicht geringschätzen, das sind leistungen auf die diese zeitung früher stolz war!

warum denn jetzt nicht mehr?

Boulevard

Dümmlicher Zynismus anstelle Recherche macht sich in der "Presse" immer mehr breit und macht sie zum unbeholfenen, linkischen und linken Boulevardblattl.

Re: Boulevard

Er erkläre mir mal wie man das außer mit Zynismus noch aushalten soll?

Re: Boulevard

Was ist daran zynisch? Den Artikel meine ich.

mein name ist strasser. ernstl strasser.

jetzt muss er sich nur noch mit den von "Q" erfundenen gags auseinandersetzen und sich ein paar 'strasser-girls' suchen:
damit käme frau broccoli ins grübeln, ob sie den vertrag mit daniel craig verlängern soll.

Herr Pink, mehr Objektivität!!!

Oder muss man Sie mittlerweile auch zum billigen Boulevard-"Journalismus" zählen?

Re: Herr Pink, mehr Objektivität!!!

Nehmen Sie´s nicht gleich so ernst und lachen´s ein bisserl. Das wenige an Spass ist die einzige Gegenleistung, die der Steuerzahler für den ganzen Tanz bekommt.

Re: Herr Pink, mehr Objektivität!!!

Also ich bewundere jeden der bei der Lebensfremde noch objektiv bleiben kann.

Aber ein bisserl Satire ist noch lange kein Boulevard-Journalismus.

Re: Herr Pink, mehr Objektivität!!!

Finde ich auch. Zumindest undenkbar ist die Variante, dass er sich einem Geheimdienst auf der Spur wähnte, nicht. Ich glaube es zwar nicht, aber es wird sowieso letztlich ganz anders sein, als es jetzt offiziell dargestellt wird. So wie das derzeit offiziell dargestellt wird, ist es noch absurder als die Geheimdienst-Geschichte.

Zumindest undenkbar ist die Variante, dass er sich einem Geheimdienst auf der Spur wähnte, nicht.

Nichts ist "undenkbar". Aber ich schliesse mich an: Ich glaub´s auch irgendwie nicht ganz;-)

Re: Re: Herr Pink, mehr Objektivität!!!

Warum der Ernsti? Oder wurden alle Abgeordnete angeschrieben? Und diese kleinklimatische Atmosphäre in der das Video entstanden ist, erinnert doch stark an niederösterreichische Weinkeller. Nur halt in Brüssel.

Re: Re: Re: Herr Pink, mehr Objektivität!!!

Am Ende wird herauskommen, dass es sich dabei um einen Beitrag zu einem Amateurfilm-Wettbewerb handelt...

Eine Variante wäre freilich, dass er die tatsächlich hereinlegen wollte und einfach furchtbar schlecht die Rolle des korrupten Politikers gespielt hat.

Ernstl gib nicht auf

Denn ich glaube an Dich! Dein Karl-Heinz

Dass der gestörte Gschichteldrucker

seine Gschichteln selber glaubt,
glaube ich sofort.

Lassersche Artikel

Genau gegen solche Polemiken richten sich o.g.Bestimmungen! Warten Sie doch einmal das (rechtskräftige) Urteil ab, Herr Pink. Dann können Sie immer noch spötteln!

P.S.: Dr.Strasser hat nichts bekommen, andere vielleicht schon!

Re: Lassersche Artikel

Warum sollten sich Medien oder das Volk kein Bild über einstige Frontfiguren machen?

Und bei Strasser lebensfremden Erklärungen fällt es offenbar vielen schwer Ernst zu bleiben.

Aber W. Serro glaubt es!

Ist W. Serro des Teufel`s Advokat oder vielleicht sogar Strasser selber?

 
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