Salzburg: Disziplinarerhebungen gegen Hofrat Paulus

17.12.2012 | 18:13 |   (Die Presse)

Eine disziplinarrechtliche Erhebungen gegen Finanzhofrat Eduard Paulus wurde eingeleitet. Konsequenzen wie etwa eine Dienstsuspendierung gibt es für ihn derzeit nicht. Paulus ist auch nicht mehr Offiziersvertreter.

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Salzburg/ c. l. Die Salzburger Spekulationsgeschäfte und deren langsame Aufdeckungsarbeit könnten auch Folgen für den Leiter der Finanzabteilung, Eduard Paulus, haben. Der für Personal ressortzuständige Landesrat Sepp Eisl (ÖVP) hat am Montag disziplinarrechtliche Erhebungen gegen den Finanzhofrat eingeleitet. Konsequenzen wie etwa eine Dienstsuspendierung gibt es für Paulus derzeit nicht. „Bisher gibt es keinen Hinweis auf irgendwelche Verfehlungen“, sagte ein Sprecher von Eisl zur „Presse“. Das Verfahren solle rasch klären, ob Paulus ein Fehlverhalten vorzuwerfen sei.

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Konkret geht es darum, ob Paulus bei der Budgetklausur der Regierung bzw. beim Finanzausschuss im Landtag die Abgeordneten falsch über die Spekulationsgeschäfte des Landes informiert hat und ob das mit oder ohne Auftrag von Finanzreferent David Brenner (SPÖ) geschehen sei, hieß es aus dem Büro Eisls. Als Beamter wäre Paulus an die Weisungen des Ressortchefs gebunden. Angezeigt wurde Paulus auch bei der Salzburger Staatsanwaltschaft: Die anonyme Gruppierung „Salzburger Beamtenschaft“ erhob am 3.Dezember den Verdacht der Untreue und des Amtsmissbrauchs.

Seine Funktion als Präsident der Offiziersgesellschaft hat Eduard Paulus nun ruhend gestellt. Er wolle sich der Aufklärung widmen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.12.2012)

 
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57 Kommentare
 
12
buhbuh
20.12.2012 13:04
0

Panzer - Paulus in der Abwehrschlacht, zum Fürchten.


strikerman
18.12.2012 17:59
1

Passage aus einem Bericht der Bank of England bezüglich lessons learned nach der Pleite der Barings Bank 1995

Einer der Punkte:

- Duty to understand:
Management teams have a duty to understand fully the businesses they manage. Senior Barings management (Paulus) later claimed they did not fully understand the nature of their business (which is equivalent to claiming
financial insanity, or that one is not responsible for financial losses due to a
lack of understanding).

Fazit: Paulus hätte nie dieses Amt antreten dürfen, da er augenscheinlich nicht verstanden hat, welche Geschäfte die ihm untergebene Mitarbeiterin durchgeführt hat!
Weg mit ihm!

tom5000
18.12.2012 12:13
0

Vielleicht sollte man einen "Karrierebeamten"

mit "typischer Beamtenlaufbahn" nicht zum Chef einer Finanzabteilung machen, die mit "hochexplosiven, teilweise toxischen" Finanzinstrumenten hantiert. Ich glaub´s Ihm, dass er nichts wusste - von etwas, von dem ich mutmaßlich nicht den geringsten Ansatz einer Ahnung habe, kann ich auch nicht viel wissen. Nur, die Verantwortung hat er doch, unabhängig seines Wissens. Ich kann mir bildhaft vorstellen, wie die smarten Investmentbanker aller möglichen internationalen Banken im Nadelstreif und den Genagelten gerne zum "blauäugigen Blinden" nach Salzburg kamen, um Ihm das eine oder andere "Turbohypersuperhebel Indexzertifikat auf den Verlauf des mexikanischen Peso im Zeitraum bis 2090" mit 100%iger Gewinnchance, per gelackter Power Point Präsentation feil zu bieten. Und der Onkel Eduard saß da, sprach mit dem "hochintelligenten" und seiner Meinung nach auf Hedging "hoch spezialisierten" Bauernmädel Monika (Spitzname: "die Traderin") zu seiner Rechten (immerhin hat sie schon den Milchpreis am Hof Ihrer Eltern immer wieder gehedgt, oder wie das auch immer heißt-auf jeden Fall über Jahre gleichgehalten, egal ob die Kühe viel oder wenig Milch gaben), diese nickte und der Eduard traf die Entscheidung mal richtig mittels dem "Turbohypersuperhebelzertifikat" einzusteigen, beim Peso (was auch immer der/die/das war) und die Mexikaner richtig, aber richtig abzuzocken. Nicht einmal, dass die Herren im Nadelstreif dabei aber nicht die Verbündeten waren hat der Eduard übernasert.

odin63
18.12.2012 08:34
1

Das kommt davon wenn man den Bock zum Gärtner macht

Als Qualifikation für höhere Funktionen ist unbedingt das richtige Parteibuch und ein Rhetorik -Kurs notwendig. Fachliche Kompetenz ist seit Jahrzehnten nicht mehr gefragt. Kritik an den vorgesetzten Politikern ist auch nicht erwünscht da diese noch weniger Ahnung von der Materie haben.
Schwierig aus diesem Teufelskreis auszubrechen da sich die agierenden Personen nicht so leicht auswechseln lassen dafür haben die Sesselkleber schon gesorgt.

Thronfolger
18.12.2012 04:25
0

Ei ei ei ei, das Geld is weg, das Geld is weg das Geld is weg!

Der neue Volksmusikschlager aus Salzburg. Gefolgt vom Wiener Lied: Oh Du Lieber Augustin, alles is hin, Geld is weg....

Heimkehrer
18.12.2012 00:43
0

Salzburg: Abteilungsleiter Paulus zweifach angezeigt

Laut der Sonntag Abend Sendung" im Zentrum"
hat Salburg bei der Bundesfinanzagentur 1,6- 1,8 Mrd € beantragt. Warum ????

Wenn angeblich nur 340 Mio in den Sand gesetzt wurden, wieso benötigt Salzburg 1,6-1,8 Mrd € ?

Ich würde die Landeshauptfrau sofort beurlauben , da akute Vertuschungsgefahr besteht !!

Und der sie eingestellt hat, geht auch gleich mit ...... und wer noch übrig bleibt für die nächsten Wahlen - von derselben Partei - dem wird ohnehin das Stimmrecht gekürzt !!

Eine Sammelklage der Schadenersatz-forderungen und Herabstufung für Österreich der Ratingagenturen steht ohnehin im Raum !!

Antworten trebor2010
18.12.2012 02:58
0

Re: Salzburg: Abteilungsleiter Paulus zweifach angezeigt

"Eingestellt" haben sie letztendlich die Wähler - also diese auch gleich beurlauben?

Abgesehen davon, korreliert der Bedarf von "Salburg" bei der Bundesfinanzierungsargentur nicht zwangsweise mit dem Schaden. Da die Aufwendungen für verlustreiche Spekulationsgeschäfte zwangsweise in früheren Perioden gemacht worden sein muss, wird der Schaden eher nur sehr wenig mit dem aktuellen Finanzbedarf zu tun haben.
Soviel Blödsinn in so wenig Zeilen habe ich selten gelesen !

trebor2010
17.12.2012 23:19
0

Paulus

Nur weil es mich interessiert: weiss jemand, ob er ein Nachfahre des Stalingrad-Paulus ist?

buhbuh
17.12.2012 19:37
1

vielleicht könnte ihn Fränk brauchen ?


Schum Peter
17.12.2012 19:23
0

Die Pauluse

im letzten Jahrhundert gab es einen anderen Paulus, der als preussischer Offizier nur seine Pflicht getan hat. Der andere Paulus hat sich auch nicht in die Politik eingemischt. Im 21. Jahrhundert würde etwas mehr Mitdenken nicht schaden.

Antworten SilviaG
17.12.2012 19:26
0

Re: Die Pauluse

Sehr milde ausgedrückt...der arme Paulus...schluchz...

SilviaG
17.12.2012 18:53
2

So ein Skandal...Paulus längst rücktrittsreif !

Bekanntlich wird Paulus von der höheren Politik geschützt, aber ich frage Euch: eine kleine Angestellte wird mit 15 Jahren Haft bedroht,und der Verantwortliche geht frei...ist dass gerecht ???
Aus Sicht des Volkes sicher nicht...deshalb fordern wir:
Rücktritt, Herr Paulus, wenn Sie noch einen Funken Ehre haben !

Antworten Heimkehrer
18.12.2012 00:50
0

Re: So ein Skandal...Paulus längst rücktrittsreif !

Dieser Skandal von 340 Mio ist noch harmlos ! Seit der Sendung "Im Zentrum" stehen 1,6-1,8 Mrd € im Raum , die Salzburg von der Bundesfinanzagentur
bekommen hat !

Paulus müsste nicht nur beurlaubt werden, er müsste sich erschiessen !!

laquetepario
17.12.2012 17:55
1

Hr.Paulus, der Petrus würde schneeeeell Selbstanzeige erstatten... Selbstanzeige bevor es zu spät ist, und gleich ALLES verneinen und mit einer Verleumdungsklage drohen!!!


PENITENTIAM AGITE
17.12.2012 16:59
4

Und wo ist jetzt der schwarze Kampfposteradler namens "PfefferStreuer"?

Jemand muss doch jetzt gegen die Anzeigen hetzen?

Antworten eumlinger
17.12.2012 19:26
0

Re: Und wo ist jetzt der schwarze Kampfposteradler namens "PfefferStreuer"?

wie alt sind sie eigentlich ?

Antworten SilviaG
17.12.2012 19:01
2

Re: Und wo ist jetzt der schwarze Kampfposteradler namens "PfefferStreuer"?

Ist vielleicht Reserveoffizier und traut sich nicht...

consulent
17.12.2012 16:42
5

Nebenbei drängt sich die Frage auf,

wer eigentlich die sogenannte "Offiziersgesellschaft" finanziert?
Dass dies ein Titularhofrat tut bzw. getan hat erscheint für österreichische Verhältnisse doch nicht sehr glaubwürdig.

Antworten SilviaG
17.12.2012 19:31
1

Re: Nebenbei drängt sich die Frage auf,

Paulus ist offensichtlich genauso ein Sesselkleber, wie Brenner...gab es nicht einmal eine Offiziersehre ? Tja, lang ist's her...davon blieb wohl nichts mehr über...

consulent
17.12.2012 16:34
4

Was soll denn da herauskommen

wenn an dem Finanzskandal vermutlich beteiligte Personen, sei es als Auftraggeber oder nur zufolge ihrer mangelnden Fachkenntnisse) ( in beiden Fällen gilt natürlich die Unschulddsvermutung) die Untersuchungen leiten oder selbst durchführen. Das ist ja in Wirklichkeit der nächste Skandal.

Antworten fireone
18.12.2012 06:51
0

Re: Was soll denn da herauskommen

Was dabei herauskommen wird? Die Kleinen hängt man, die Großen läßt man laufen, bzw., treten zurück. Das wars dann schon.

Antworten vsmeister
17.12.2012 18:22
1

Re: nur zufolge ihrer mangelnden Fachkenntnisse:

Zumindest in diesem Punkt verweigere ich die Unschuldsvermutung!

brittabritta
17.12.2012 16:15
8

in Häfn mit de Gfrasta!

De kean in Häfn, de Gfarsta! Burgstaller, Brenner,
Paulus und natürlich Faymann, -ins Häfn mit Euch!

Kassieren, aber null Verantwortung-so ist die Politik in Österreich! Jeder Dieb wird eingesperrt, dieses Gesindel läuft frei herum!

manitu
17.12.2012 16:11
7

und..

den jucks eh nicht, solang er nicht privat haftet..

theophrastus
17.12.2012 16:04
6

Das gleiche wird auch der Bundesregierung in Zukunft blühen......

......denn die Loyalität der jeweiligen Beamtenschaft ist begrenzt- insbesondere bei zwei Nulllohnrunden 2013 und 2014- da ist es dann den öffentlich Bediensteten vollkommen wurscht, wer was unter den Teppich kehren möchte- ALLES wird aufgedeckt werden-und viele Politiker samt protegierten Günstlingen werden während der kommenden zwei Jahre zittern- wer 8 Prozent Reallohnverlust im Vergleich zu allen anderen Berufsgruppen hinnehmen muss, rächt sich............

kuku48
17.12.2012 15:40
7

Von BH-Offizieren erwartet man sich doch:

Aufrichtigkeit, Anständigkeit, Offiziersehre, Durchsetzungsvermögen, strategisches Denken und Handeln, zu seinen Fehlern zu stehen bis zum ..., etc.
Bezeichnend für ihn, dass Paulus dies alles nicht erfüllt.
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