Der Geldbote des "Grafen"

20.12.2012 | 18:13 |   (Die Presse)

Kuverts mit insgesamt vier Millionen Euro brachte Alexander F. von der Bank zu Alfons Mensdorff-Pouilly.

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Wien/Apa. Im Geldwäscheprozess gegen Alfons Mensdorff-Pouilly und den mitangeklagten Kurt D. wurde am Donnerstag im Straflandesgericht der erste Zeuge vernommen. Der 71-jährige Alexander F., ein mittlerweile pensionierter Vermögensverwalter mit venezolanischen Wurzeln, der auch für die Familie Flick als Finanzberater tätig war, hatte für die beiden Angeklagten „Botengänge und Quittierungsdienste“ geleistet. In Kuverts trug er insgesamt an die vier Millionen Euro zum „Grafen“.

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27 Mal hatte der Mann auf Ersuchen von Kurt D. die zehn Minuten lange Strecke von einem Wiener Bankhaus zum Büro Mensdorff-Pouillys zurückgelegt, wo er die Geldkuverts auf einem Schreibtisch ablegte. Die Millionen soll D. auf Betreiben von Mensdorff-Pouilly von den Konten einer karibischen Briefkastenfirma nach Wien geschleust haben, damit dieser – so der zentrale Vorwurf der Anklage – als Berater des Rüstungskonzerns BAE Systems diese als Bestechungsgelder einsetzen konnte, um Beschaffungsvorgänge in Ost- und Mitteleuropa zugunsten der Briten zu beeinflussen.

Von der Vielzahl der Botengänge gab sich Alexander F. vor Gericht überrascht: „Mehr als ich gedacht hätte.“ Im Schnitt habe er jeweils 100.000 Euro transportiert. In der Bank sei alles bestens vorbereitet worden, er habe mit seinem Wagen stets im Parkverbot vor der Bank gehalten. Mensdorff sei „ein alter Freund der Familie“: „Er hat schon mit meinem Vater gejagt.“ Besonders vertraut sei ihm Mensdorff – im Gegensatz zu Kurt D. – zwar nicht gewesen, aber er habe nie gefragt, wofür das Geld bestimmt sei. Er habe „aus Freundschaft“ gehandelt und „sich nichts dabei gedacht“.

Warum Mensdorff nicht selbst zur Bank ging, beantwortete dieser bereits im Ermittlungsverfahren: Er sei damals schon bekannt gewesen; „ich habe mit meiner Fresse“ nicht regelmäßig in der Bank in Erscheinung treten wollen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.12.2012)

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5 Kommentare

Alles legal!

Der eine schleust mit einem Koffer,mit Hilfe eines Diplomatenpasses, das Geld über die Grenze.
Der andere lasst sich von der Bank, dürfte ganz normal sein, zig tausende von Euros vorbeibringen und keinen interessiert das!
Also weitermachen, Euer Schutzengel wacht über Euch, naämlich die Regierung!

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wo bleibt die Ehrenerklärung von Schüssel ?


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Zum Speiben der Typ

Jede andere geht bei sowas nicht jeden Tag heim, sondern sitzt in U Haft.

Dubios - sehr dubios sogar!

Im Geldsackerl lässt er sich das Geld bringen, von seiner eigenen Bank, die nur 10 Minuten entfernt liegt....

...von seiner eigenen Firma auf den Bermudas, von der er nichts zu wissen vorgibt....

...und bestochen hat er auch niemanden, hat nur ein paar Millionen an politische Entscheidungstäger "ausgeteilt"....

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Re: Dubios - sehr dubios sogar!

Wieso dubios? Er hat einen Lakaien der Botendienste macht. Was ist daran dubios? Viele möchten das genau so machen. Leider haben sie weder Lakai, noch Geldkuverts von Banken zu holen.

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