12.02.2012 02:53 | Meine Presse Merkliste0

Budget: Fischer pocht auf die Verfassung

15.07.2010 | 22:40 |   (DiePresse.com)

Unerwartet deutlich stellt der Bundespräsident klar, dass die Regierung das Budget 2011 pünktlich zum 22. Oktober vorzulegen hat. Zuvor waren die Klubobleute zu Gesprächen in der Hofburg.

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Bundespräsident Heinz Fischer hat die Regierung am Donnerstagabend unerwartet deutlich aufgefordert, das Budget 2011 pünktlich bis zum 22. Oktober vorzulegen. Nach Gesprächen mit den Klubobleuten von SPÖ, ÖVP, FPÖ und Grünen verwies das Staatsoberhaupt via Aussendung auf die Verfassungsbestimmung, wonach der Haushaltsentwurf "spätestens 10 Wochen vor Ablauf des Finanzjahres" vorzuliegen hat.

"Bei dieser Bestimmung handelt es sich um keine Ermessensbestimmung", sagte der Bundespräsident, "sondern um eine Ordnungsbestimmung, die auch dadurch nicht aus der Welt geschaffen wird, dass die Verfassung Vorkehrungen für den Fall trifft, dass der Budgetentwurf nicht fristgerecht vorliegt."

"Die Bundesregierung ist daher weiterhin verpflichtet, sich um eine rechtzeitige Vorlage des Bundesfinanzgesetzes für das Jahr 2011 zu bemühen", heißt es in der Aussendung weiter. Freilich sei nicht zu bestreiten, dass die von der Verfassung vorgegebene Frist auch bei den Bundesfinanzgesetzen für die Jahre 2009 und 2007 - wenn auch aus anderen Gründen - nicht eingehalten worden sei. Hintergrund: Die Budgetentwürfe für diese Jahre waren deshalb nicht rechtzeitig eingebracht worden, weil im Herbst 2008 und im Herbst 2006 Nationalratswahlen stattfanden.

Die Klubobleute von SPÖ, ÖVP. FPÖ und Grünen waren am Donnerstag zu Gesprächen in der Hofburg eingeladen. BZÖ-Klubobmann Josef Bucher hat seinen Termin erst am 23. Juli. Er habe erst vor wenigen Tagen um einen Gesprächstermin angesucht, heißt es dazu in der Aussendung der Präsidentschaftskanzlei. Außerdem wird seitens der Hofburg betont, dass es Gespräche des Bundespräsidenten mit den Fraktionsobleuten im Nationalrat am Beginn der Amtsperiode auch vor sechs Jahren gegeben habe.

Regierung unbeeindruckt

Die Regierung zeigt sich von der Forderung des Bundespräsidenten unbeeindruckt. Sowohl Kanzleramt als auch Finanzministerium betonen, dass man am aktuellen Terminplan festhalten will, der die Verschiebung der Budgetrede vom 20. Oktober auf den 1. Dezember vorsieht. Die Verfassung sehe einen Mechanismus für die Behandlung eines verspätet eingebrachten Budgets vor. "Das ist auch in der Vergangenheit passiert und diesmal wird es auch nicht mutwillig verschoben", sagte ein Sprecher von Kanzler Werner Faymann.

Im Büro von Finanzminister Josef Pröll wurde ebenfalls auf den ins Parlament übermittelten neuen Fahrplan mit der Budgetrede am 1. Dezember verwiesen. Damit werde eine umfassende Beratung der Haushaltspläne im Nationalrat ermöglicht. Ziel sei, das Budget mit 1. Jänner 2011 in Kraft treten zu lassen. "Seitens der Regierung bemüht man sich, angesichts der schwierigen Voraussetzungen der Wirtschaftskrise und der Konsolidierung frühestmöglich ins Parlament zu gehen. Den aus unserer Sicht möglichen Tag haben Bundeskanzler und Finanzminister gemeinsam kommuniziert", so ein Sprecher Prölls.

(APA)

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33 Kommentare
 
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Gast: ökono-mist
17.07.2010 01:29
0 0

"Jö, schau: Die Mirjam kimmt!" "Mirjam! Endlich!" "Franzl?!"


Art und Ausmaß eines Verfassungsbruchs sind nicht verhandelbar!

Die anzukündigende verfassungsrechtliche Konsequenz kann daher nur lauten:

Liegt der Budgetentwurf nicht spätestens am 22. 10. vor, ist diese Regierung am 23. 10. Geschichte!

Dann wäre es schnell vorbei mit dem rotzfrechen Unbeeindrucktsein - und mit Velinen & Videocracy als Demokratieersatz ebenfalls!

Luzius
16.07.2010 15:33
0 0

Die Regierung zeigt sich von der Forderung des Bundespräsidenten unbeeindruckt


Gast: Kibietz
16.07.2010 14:27
0 0

Mehr als drohen kann er auch nicht

Denn alle Konsequenzen die er treffen könnte würden zu einer weiteren Verzögerung im Budgetfahrplan führen.

Das die Regierung am derzeitigen Fahrplan festhält ist ein skandal. Die Verfassung auf die sie geschworen haben einfach so, aus wahltaktischen Gründen, ausser acht zu lassen.

Normalerweise gehören die Leute schon aus Prinzip rausgeworfen. Ich hoffe aber trotzdem auf eine Vorlage am 22.10.

Ich hoffe der Wähler erteilt Ihnen bei der nächsten Wahl eine Lektion, nur leider hat der Wähler ein kurzes Gedächdnis.

Gast: ecco
16.07.2010 14:19
0 0

wenn herr fischer ....

die verfassung so ernst nimmt, warum kritisiert er dann den spruch des verwaltungsgerichtshofs im fall a.
eigentlich dachte ich, er hat einen eid auf die verfassung abgelegt....

Gast: Gast
16.07.2010 14:16
1 0

SPÖVP pfeifen auf die Verfassung

Politiker brauchen keine Gesetze einhalten, dies muß nur der Bürger. Politiker in Österreich haben schließlich Narrenfreiheit!

1 0

wenn nix passiert is auch net so schlimm

grundsätzlich hat der herr ja auch keine legitimation nach einer wahl mit:
(Von 6.355.568 Wahlberechtigten gaben 3.404.646 ihre Stimme ab, das ergibt eine Wahlbeteiligung von 53,6 %.
Als ungültig gewertet wurden 242.682 Stimmen, das entspricht 7,13% der abgegebenen Stimmen)

46.47% gültiger Stimmen. Wovon fischer 79,33% erreichte.
das sind grad mal 37,7% der wählerstimmen.

aber was sag ich da. im vergleich zu den wiener rothausgenossen ist das ja "überwältigend"
in wien residieren die genossen mit absoluter macht bei einem stimmanteil von grad mal 29% der wählerstimmen.

Antworten Ophicus
16.07.2010 13:04
1 0

Re: wenn nix passiert is auch net so schlimm

Mehrheit ist Mehrheit.
Wenn es 46,4% der Wahlberechtigten egal ist wer Bundespräsident wird, dann ist das nicht Fischers Problem.

Antworten Antworten coldcase
16.07.2010 13:36
0 0

Re: Re: wenn nix passiert is auch net so schlimm

Ganz richtig! Es hätten ja alle hingehen können!

LUPO
16.07.2010 10:18
0 0

Warum

Warum so spät?
Wer braucht mehr Zeit?
Was ist der wirkliche Grund?
Wer trägt danach die Verantwortung?
...

Gast: smilefile
16.07.2010 09:26
1 0

Wahlkampftöne,...



...aus der "Hof"burg, da wird sich das Wiener Häupterl aber freuen....

Sonnenburg
16.07.2010 09:20
2 0

Kein Budget sondern Raub- und Plündermonster der SPÖVP wird kommen!

Die SPÖVP hat auch nicht vor am 1. Dezember ein Budget - absichtlich verspätet, nach den Wiener Wahlen - vorzulegen, sondern baut längst an einem Raub- und Plündermonster!

Die SPÖVP will Gelder nicht effienter einsetzen, denn es sind ja die SPÖVP-Bonzen, die Ineffizienz in Österreich. Von Asylindustrie bis zur ebenfalls für uns Steuerzahler sehr teuren Bahn- und Bankensystem (beide zahlen in Wahrheit keine Steuern, sondern lassen sich von den Bürgern erhalten und erhalten ihrerseits viele untätige unnötige SPÖVP-Bonzen mit Millionengagen) ist alles vom Krebsgeschwür SPÖVP-Bonzentum befallen. Diesen Krebs will die SPÖVP nicht bekämpfen, sondern ihm zusätzliches Futter geben und weitere Steuerzahler befallen.

Die SPÖVP baut weiter an ihrem Raub- und Plündermonster, das drastische Steuererhöhungen und weitere Plünderungen von anständigen Steuerzahlen vorsieht.

Die SPÖVP-Bonzen haben aber auch ein leichtes Spiel, denn über Inserate (sowohl von SPÖVP-durchtränkten staatsnahen Firmen, als auch direkt) kaufen sie sich sämtliche Medien und diese Zeitschriften, Zeitungen, Radiostationen, TV-Sender u. s. w. jammern zwar in Zwischenwahlzeiten über Verschwendung von Steuergeldern u. s. w., aber pünktlich vor Wahlen schwenken diese immer wieder und empfehlen statt anständigen Parteien wie der FPÖ wieder ihrern oft durch Dreizeiler verdummten Lesern die SPÖ bzw. die ÖVP, die eigentlich eine Partei sind, die eben jetzt ein Raub- und Plündermonster baut, statt ein Budget vorzulegen.

2 1

mit erstaunen gelesen!

aber dann leider das:
"Die Bundesregierung ist daher weiterhin verpflichtet, sich um eine rechtzeitige Vorlage des Bundesfinanzgesetzes für das Jahr 2011 zu bemühen"

mit hauptaugenmerk auf "zu bemühen".
wie gehabt. fischer bleibt fischer...

Antworten mick232
16.07.2010 10:40
1 1

Re: mit erstaunen gelesen!

Sie würden es wahrscheinlich anders formulieren, das mag schon sein. Daß man auf Staatsebene aber nicht so formuliert wie Sie vielleicht am Stammtisch sollte Ihnen auch einleuchten. Es bedeutet aber genau das: der Zeitplan ist einzuhalten.

Antworten Antworten Luzius
16.07.2010 15:36
0 0

Re: Re: mit erstaunen gelesen!

"Die Regierung zeigt sich von der Forderung des Bundespräsidenten unbeeindruckt"

Somit zeigt sich, was der gute Hofnarr eigentlich zu sagen hat.

0 0

Re: Re: mit erstaunen gelesen!

schaun ma.
mach ma a wett?
ich steh für 09.12.2010

sie offensichtlich für 22.10.2010

wie gsagt.
schaun ma...

Antworten Antworten Antworten mick232
16.07.2010 22:40
0 0

Re: Re: Re: mit erstaunen gelesen!

Egal wie Fischer es formuliert, ob die Regierung sich daran hält ist eine andere Frage. Ich glaube auch nicht, daß der Termin verschoben wird.

Antworten coldcase
16.07.2010 10:03
0 0

Re: mit erstaunen gelesen!

Was soll denn das? Sie wissen genau, dass der BP keinerlei Möglichkeit einer realen Einflussnahme hat.

1 0

Re: Re: mit erstaunen gelesen!

und..
wie hat den der klestil auf haider reagiert?!

der fischer könnt wenn er wollt, aber der daraboscher ist ein ganz besonderer freund des fischer.
jaja.. der fischer hat schon eigenartige freund.
den udo, den kim, den blecha, den gratz..lauter "vornehme herrn".

Antworten Antworten Antworten coldcase
16.07.2010 13:38
0 0

Re: Re: Re: mit erstaunen gelesen!

Und? 'Was konnt er machen?

2 0

Re: Re: mit erstaunen gelesen!

bitte??
herr fischer kann die regierung entlassen und neuwahlen veranlassen.
wofür hat österreich denn den sonst?

er ist der "wächter" der verfassung. und bei seiner angelobung hat er auch gsagt:
"ich werde die verfassung beobachten (was immer damit auch gmeint war?)"

das ist verfassungsbruch das pest&cholera da gerade aufführen!

Antworten Antworten Antworten coldcase
16.07.2010 13:40
0 1

Re: Re: Re: mit erstaunen gelesen!

Verstehen Sie auch alles, was Sie lesen? Das Beobachten der Verfassung bezieht sich auf sein eigenes verfassungkonformes Verhalten. Er ist offizieller Repräsentant der Republik, nicht ihr Bluthund.

Antworten Antworten Antworten Ophicus
16.07.2010 13:16
0 0

Re: Re: Re: mit erstaunen gelesen!

Der Bundespräsident kann nicht ganz normale Neuwahlen veranlassen, sondern muss vorher den Nationalrat auflösen. Die können also nicht bis zur Neuwahl weiterwurschteln, sondern das Parlament ist bis zur Neuwahl lahm gelegt. Das würde einen rechtzeitigen Budgetbeschluss nicht gerade wahrscheinlicher machen.

Wobei es auch keine Neuwahlen bräuchte. Das Problem ist derzeit ja nicht der Nationalrat, sondern die Regierung. Und die wird nicht gewählt.

Fischer könnte jederzeit die Regierung entlassen und eine neue ernennen. Aber eine Regierung aus dem Hut zu zaubern, die jetzt aus dem Stand bis Oktober ein sinnvolles Budget zusammenbringt und das dann auch noch durchs Parlament bringt - in dem ja die zuvor entlassenen Regierungsmitglieder in Personalunion mit den Parteivorständen den Ton angeben - wäre ein ziemliches Kunststück.

Antworten Gast: ???
16.07.2010 09:58
0 0

Auf den Punkt gebracht ...

... dem ist (leider) nichts hinzuzufügen.

jgpJim
16.07.2010 08:56
1 3

Wie sich die Zeiten ändern,

Bei seiner Unterzeichnung des umstrittenen Lissabonvertrages, die schon die braven Bürger längst vergessen haben, war für unseren Herrn BP die Verfassung kein Thema. Jetzt wird sie wieder von ihm aus der Mottenkiste hervorgeholt, zur Herzenssache gemacht, und bei jeder Gelegenheit zitiert. So geschehen anlässlich der Debatte über ein Berufsheer, seine Stellungnahme dazu: „geht nicht, wegen der Verfassung“, und nun beim verspäteten Termin für die Budgetvorlage der Regierung.

Ich frage mich, wer soll sich da noch auskennen?

Antworten iedo
16.07.2010 10:52
1 0

Re: Wie sich die Zeiten ändern,

Erklären Sie mir im Detail und in eigenen Worten, warum der Lissabonvertrag einen Verfassungsbruch darstellt, dann erzähle ich Ihnen wer sich da noch auskennen soll...

Antworten Antworten jgpJim
16.07.2010 23:48
0 0

Re: Re: Wie sich die Zeiten ändern,

S.g. iedo!
Ich habe nicht die Bezeichnung Verfassungsbruch gewählt, aber es steht außer Zweifel daß der Lissabonvertrag die Wirksamkeit und Regelungen der Verfassung einschränkt. Demnach hätte vor der Unterzeichnung, wie es die Verfassung festlegt, eine Volksbefragung gemacht werden müssen. Vor dem hat man sich, und auch unser Herr BP gescheut.

 
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