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Steiermark: SPÖ und ÖVP beschwören Neustart

04.10.2010 | 18:26 |  Von Klaus Höfler (Die Presse)

Eine Woche nach der Landtagswahl einigen sich SPÖ und ÖVP, Verhandlungen über ein Arbeitsübereinkommen aufzunehmen. Verkündet wurde die Absichtserklärung in staatsmännischer Inszenierung.

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Graz. Wie sich die Worte gleichen: Als künftiger Landeshauptmann wolle er einen „Schlussstrich“ unter das Vergangene ziehen und ein „offenes und ehrliches Miteinander“ leben, versprach der steirische Landeshauptmann, Franz Voves (SPÖ). Es gehe nicht nur um eine „klimatische Aussöhnung“, sondern um „substanzielle Gespräche über Zielsetzungen“, assistierte ÖVP-Vizelandeshauptmann Hermann Schützenhöfer, und versprach, „konstruktiv an der Gestaltung des Landes teilnehmen zu wollen“.

Das war am 4.Oktober 2005.

Auf den Tag fünf Jahre später spricht Voves erneut von „der Notwendigkeit, einen großen, vor allem emotionalen Schlussstrich unter die letzten Jahre zu ziehen“ und die Zusammenarbeit „auf neue Beine stellen zu wollen“. Und Schützenhöfer appelliert: „Der Streit muss ein Ende haben“, um die Basis zu legen „für eine gute, solide Zusammenarbeit“. Beschwörender Nachsatz: „Der absolute Wille der ÖVP ist da.“

Eine Woche nach der Landtagswahl, die für beide bisherigen Regierungsparteien mit Verlusten geendet hat – SPÖ minus 3,3, ÖVP minus 1,5 Prozent – , verständigten sich Voves und Schützenhöfer darauf, wieder Verhandlungen für ein gemeinsames Arbeitsübereinkommen aufzunehmen. Verkündet wurde die Absichtserklärung in staatsmännischer Inszenierung. Schulter an Schulter, links und rechts flankiert mit den zu Statisten geschrumpften Landesregierungsmitgliedern, verkündeten die beiden Parteichefs die präsumtive Verlängerung ihrer Ehe. Begeisterung war trotz der feierlichen Räumlichkeiten im Festsaal der Grazer Burg keine spürbar. Selbstsicherheit auch nicht, Journalistenfragen wurden erst gar keine zugelassen. Wortkarg verwies man lediglich auf die heute, Dienstag, um 14 Uhr startenden Verhandlungen.

Der SPÖ-Wahlslogan „Gut so, weiter so!“ kann so als gefährliche Drohung verstanden werden. Denn trotz aller Beschwörungsrhetorik verebbte die Anpack-Euphorie auch vor fünf Jahren sehr schnell. Endgültiger Knackpunkt war schließlich das Landesbudget. Nachdem die SPÖ einen mit der ÖVP nicht akkordierten Haushaltsvoranschlag beschloss, kündigte die ÖVP das gemeinsame Arbeitsübereinkommen auch schon wieder. Nach nur sechs Monaten. Eine von Streit und Blockade gekennzeichnete Regierungsperiode begann. Jetzt soll alles besser werden.

In der Neuauflage ihres Arbeitsvertrags könnten die beiden Parteien ebenfalls auf Aufwärmkost zurückgreifen. In den 23 Punkten von 2005 findet sich unter anderem eine „sinnvolle Neugliederung“ des Spitalswesens, verbunden mit dem Versprechen, kein Spital zu schließen. Passiert ist in diesem Bereich nichts, versprochen haben es aber beide Parteien im letzten Wahlkampf erneut. Auch ressortmäßig sind keine wesentlichen Neuerungen zu erwarten. Beide Parteien werden Randbereiche aus Stammressorts an die FPÖ abtreten (müssen). Personell machen in Zeiten der Reanimation aber in beiden Parteien Rochade-Gerüchte die Runde. Fix ist aber weiterhin nichts.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.10.2010)

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23 Kommentare
Gast: Lukas
05.10.2010 23:37
0 0

SPÖVP for ever

hat irgend jemand etwas anders erwartet???

cerberus
05.10.2010 09:57
0 0

Koalition der Verlierer

das Aufatmen von Häupl und Faymann hört man in ganz Wien. Genau das hat man in Wien bereits jetzt hinter verschlossenen Türen - unter aktiver Vermittlung von Konrad - paktiert. Rot und Schwarz werden hier zwar mehr verlieren, als in der Steiermark.
Aber zur Mehrheitsbeschaffung für die SPÖ und
ein Vizebürgermeistersposterl wird es sich schon noch ausgehen. Solang das funktioniert, ist der Wählerwille zwar de jure gewährleistet, de facto geht es aber nur um Machterhalt - und alles andere ist Makulatur.

Gast: gast
05.10.2010 08:17
1 1

Weichei

Da ist jede abgegeben Stimme der SPÖ und ÖVP wertlos. Wenn eh immer die zwei zampackeln.


Beschwerden

über die (erwartete) Neuauflage sind an die Wähler vor allem der Roten zu richten.
Sind ja offensichtlich mit denen zufrieden, sonst hätten nicht so viele diese beiden Altparteien gewählt.

In Österreich wird sich nie etwas ändern. Dazu gibt es zu viele Nachkommen der "Rot-bis-in-den-Tod-Sozis".

cwt123
04.10.2010 20:26
2 0

Wieder eine Wahlhilfe

.... denn was hat Rot/Schwarz schon zusammengebracht?

Budget?


Gast: Dänker
04.10.2010 20:13
0 7

Ubd wieder haben die blaubraunen F-ler NICHTS erreicht !


reine Stimmenverschwendung

Gast: gast
04.10.2010 20:07
2 0

grokonelle aufgewärmt



WIIIEESO wundert mich das NICHT?

Gast: daswars
04.10.2010 17:26
2 0

Entscheidungen

Wiedereinmal halten die Verlierer fest zusammen. Das ist ja auch das Gewinnbringendste fuer sie - wohl aber nicht fuer die Steiermark.
Haetten sie auch nur eine Mehrheit gehabt wenn alle Nichtwaehler von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haetten? Wohl eher nicht. Das demonstriert ganz augenscheinlich, welch grossen Schaden die Nichtwaehler der Demokratie zufuegen.

Auf diese Weise wird sich nie was zum Besseren wenden, eher zum Schlechteren.

Antworten Panda
05.10.2010 03:26
1 0

Re: Entscheidungen

die Verlierer haben miteinander mehr als 2/3 der Stimmen.
Beschwerden muessens an die Waehler adressieren

Gast: Gast
04.10.2010 16:40
2 0

Schrecken ohne Ende

Und wieder einmal geht die für Österreich fatale Geschichte unverändert weiter.

Wünsche den "Siegern" weiterhin fröhliches Ausbeuten des Landes, bis das System zusammenbricht.
Und handelt weiterhin gegen die Interessen der Bevölkerung die euch ohnehin schon lange nicht mehr vertraut.

Ihr seid schon lange nur noch zum Selbstzweck da,

Re: Schrecken ohne Ende

Gegen die Interessen der Bevölkerung? Offensichtlich sind aber noch immer zu viele Wähler (vor allem der Roten) nicht dieser Meinung :(
Deswegen sollte sich der Unmut eigentlich gegen diese richten und nicht gegen die beiden Parteien, die doch im Grunde genau das machen, was zu erwarten war.

lobo
04.10.2010 13:59
1 0

NICHTWÄHLER

Ich frage mich nur, wer den Schaden hat, die Politiker von SPÖ und ÖVP anscheinend nicht. Die geringe Wahlbeteiligung und dazu auch noch Verluste sagen, sie sollen weitermachen als bisher??? Der Wähler drückte sehr klar aus, dass er mit dieser Regierung nicht zufrieden ist, vor allem die grosse Zahl der Nichtwähler spricht Bände, aber nur für jeden Normaldenkenden, nicht für Politiker! Eine Zweidrittelmehrheit ist eine klare Zustimmung, sagen diese beiden Versager von SPÖ und ÖVP. Derzeit gibt es in diesen beiden Parteien wohl nur Politiker dieser Sorte. Und die ÖVP sieht schon gar nicht einen Grund, irgendetwas an der Führung zu ändern. Dieselben Umstände wie in der Bundesregierung. Aber ein Beispiel mehr, dass NICHTWÄHLEN NUR DEN GAUNERN HILFT!!!

Antworten Bombur
04.10.2010 22:50
0 0

Re: NICHTWÄHLER

Nicht-/ungültig Wählen ist kein Zeichen von Protest sondern ein Zeichen von Desinteresse und damit ists den Politikern egal. Wichtig ist was % bringt und sonst nichts.

Gast: Eleonora K.
04.10.2010 12:41
4 0

Neuauflage

Gut zu wissen, wird die Wien-Wähler sicher abschrecken.

Antworten Gast: Dänker
04.10.2010 20:15
0 1

RICHTIG ! Wer Strache wählt, wählt Marek


Ich wähle sicher nicht den HC, nur damit sich die Marek über Rot-Schwarz freut.

Dann lieber nur Rot.
Meine Stimme hat der Häupl.

Antworten Gast: gast
04.10.2010 12:58
0 7

Re: Neuauflage

alles, wo kein blau dabei ist , ist einmal als gut zu werten...naja..fast alles

Antworten Antworten baerald
04.10.2010 13:33
1 1

Re: Re: Neuauflage

*gähn*

Antworten Antworten Antworten galli leo
04.10.2010 13:45
0 2

Re: Re: Re: Neuauflage


hast gestern wieder bis in die morgenstunden gesoffen, sodass du mittags noch so müde bist?

Re: Re: Re: Re: Neuauflage

Darf das nur der Häupl?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten galli leo
05.10.2010 06:31
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Neuauflage


was? gähnen?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten baerald
05.10.2010 09:42
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Neuauflage

Stellen Sie sich doch nicht dümmer...

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Neuauflage

Stellen?

Antworten Antworten diogenes
04.10.2010 13:26
4 0

Re: Re: Neuauflage

Auf jeden Fall ist die FPÖ in der Landesregierung.

Was daher nicht durch die Grokonells vollinhaltlich ausgepackelt ist, wird die FPÖ entscheiden.

Kontroversielle Themen werden daher nicht auf der Agenda stehen.

Es bleibt also alles beim alten.
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