Wie man die Menschheit trotzdem ernähren kann

24.08.2011 | 18:20 |   (Die Presse)

Ausreichende und gesunde Nahrung auch für neun Milliarden Menschen. Heute können die 7,1 Milliarden Erdenbewohner mehr recht als schlecht mit Lebensmitteln versorgt werden.

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Alpbach/Ku. „Die Flächenlimitierung wird zunehmend zu einem Problem“, sagte Qendrim Zebeli, Professor an der Vet-Med-Uni Wien beim heurigen Universitätenforum in Alpbach, das dem Thema Lebensmittel gewidmet war. Heute können die 7,1 Milliarden Erdenbewohner mehr recht als schlecht mit Lebensmitteln versorgt werden, die UNO erwartet eine weitere Steigerung auf neun Milliarden Menschen. Die Flächen, auf denen Nahrung produziert werden kann, nehmen aber nicht zu. Im Gegenteil: Riesige Landstriche, vor allem in Afrika, werden von Erosion und Bodenverschlechterung heimgesucht.

Michael Hauser (Boku Wien) brachte als Beispiel aktuelle Fotos aus Äthiopien, wo 25 Prozent aller Flächen stark erodiert seien. Unmittelbar nebenan herrscht derzeit am Horn von Afrika eine der größten Hungersnöte der Menschheitsgeschichte. Einfache Abhilfe gebe es nicht. Denn der Zustand der Böden hänge von sehr vielen Faktoren ab, die in ihrer Gesamtheit bisher nicht berücksichtigt wurden. „Man darf nicht nur auf den Boden schauen, wenn man den Boden verbessern will.“ Eine der Folgen: Nach der Beendigung eines Bodenschutzprojekts würden sich alle Verbesserungen innerhalb weniger Jahre wieder verflüchtigen.

Afrika ist auch aus einem anderen Blickwinkel heraus bei der Ernährung das „Hauptproblemkind“, wie es der Innsbrucker Ökologe Michael Traugott formulierte: Nur ein Bruchteil der möglichen Erträge (typischerweise 20Prozent) könnte auch wirklich geerntet werden – unter anderem deshalb, weil Pflanzenschädlinge große Schäden anrichten. Zur Verkleinerung dieser „Ertragslücke“ sucht er sogenannte „Trap Crops“ (Fang- oder Ablenkpflanzen): Diese Pflanzen werden gemeinsam etwa mit Mais angebaut und ziehen die Schädlinge an (weil sie ihnen besser schmecken). In Feldversuchen war eine Verdopplung der Erträge möglich. Ganz ohne Chemie.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.08.2011)

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