Kommentar: Ein Fehler ist genug

20.02.2012 | 10:17 |  Michael Fleischhacker (Die Presse)

Angela Merkel hat erkannt, dass man nicht verbergen kann, was jeder weiß.

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Angela Merkel hat sich spät, aber doch entschieden, ihren in erster Linie von parteitaktischen Überlegungen getragenen Widerstand gegen die Nominierung von Joachim Gauck zum Allparteien-Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten aufzugeben. Diese Überlegung lautete: Würde man Gauck, der seinerzeit dem nun zurückgetretenen Christian Wulff knapp unterlegen war, auf den Schild heben, käme das dem Eingeständnis gleich, dass es seinerzeit ein Fehler war, Wulff aus Parteiräson gegen Gauck, den „Kandidaten der Herzen" durchzudrücken.

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Besser lässt sich kaum zeigen, dass der Begriff „parteitaktische Überlegung" einen Widerspruch in sich darstellt. Als ob sich nicht schon vor Wochen, und seither so gut wie jeden Tag gezeigt hätte, dass die Wahl Wulffs ein Fehler gewesen ist.

Nein, das Risiko, dass durch Joachim Gaucks Wahl Angela Merkels bisher unter Verschluss gehaltener Fehler hätte offensichtlich werden können, hat nie bestanden. Das Risiko bestand ausschließlich darin, dass Frau Merkel durch die abermalige Ablehnung Gaucks die Bereitschaft dokumentiert hätte, einen Fehler zwei Mal zu machen.
Das hat sie nicht getan. Viel mehr sollte man gegenwärtig von Politikern auch nicht erwarten.


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5 Kommentare

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Der eine will Journalist werden, wird dann jedoch Pastor und schließlich sogar Präsident.

Der andere studiert Theologie, wird dann jedoch Journalist und schließlich sogar....?

Schaun ma mal.

Gauck muss man mögen!

Er halte die Antikapitalismusdebatte für „unsäglich albern“, sagte Gauck

Gauck äußerte sich auch zu Thilo Sarrazin,Ihm attestierte Gauck, „Mut bewiesen“ zu haben. „Er hat über ein Problem, das in der Gesellschaft besteht, offener gesprochen als die Politik.“

Gast: Blankenstein Husar
20.02.2012 16:25
1

Na, schau mer mal, ob Gauck schön brav alle Dokumente unterschreibt,

die sie ihm unter die Nase halten.

Wenn nicht, ist er leichter abzuschiessen als Wulff.

Dann braucht die Vasallen-Presse nämlich nicht lange nach irgendwelchen Bobby-Car-Geschichteln oder Hotelaufenthalten suchen,

schliesslich waren Gaucks Eltern beide bei der NSDAP.....

Gast: luzifer
20.02.2012 14:00
1

Gauk hat sich unbestreitbar um die Demokratie in Deutschland

verdient gemacht. Es ist ihm daher Respekt zu zollen. Man hört aber immer wieder Stimmen, daß Gauk "unberechenbar" sei. Darauf dürfte auch die "Begeisterung" der Opposition für Gauk beruhen, dh. daß er immer wieder die Regierung in Schwierigkeiten bringen wird.

Und ein Zweites: Deutschland hat (wenn man von den Muslimen absieht) 2 große Glaubensgruppen: Katholiken und Protestanten. Es wäre daher überlegenswert gewesen, der protestantischen Regierungschefin einen katholischen Bundespräsidenten gegenüber zu stellen (Wulff war Katholiik!!).

Ich nehme an, daß die überaus kluge deutsche Bundeskanzlerin auch solche Überlegungen angestellt hat und nicht aus "Bestemm" Bedenken gegen die Person Gaucks hatte!

Antworten Gast: Martin L.
20.02.2012 16:48
0

Re: Gauk hat sich unbestreitbar um die Demokratie in Deutschland

Ist Luzifer ein Katholik ?????????

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