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Syrischer Oppositioneller: "Annan-Plan ist Lizenz zum Töten"

04.06.2012 | 18:08 |  von WIELAND SCHNEIDER (Die Presse)

Der syrische Oppositionelle und Arzt Kamal al-Labwani fordert im Interview mit der "Presse" eine UN-Friedenstruppe für Syrien und die Bewaffnung der Rebellen. Nur so seien Racheakte zu verhindern.

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Die Presse: Der Friedensplan von Kofi Annan funktioniert offenbar nicht. Was wäre eine Alternative?

Kamal al-Labwani: Der Annan-Plan basiert auf der Zustimmung des Regimes und ist deshalb sinnlos. Wenn das Regime heute seine Versprechen bricht, wird es nur mit neuen Friedensinitiativen „bestraft“. Die derzeitige Initiative ist für das Regime eine Lizenz zum Töten und kein Instrument, um den Konflikt zu lösen. Wir brauchen mehr Druck von außen.

Wie soll der aussehen?

Wir brauchen eine UN-Resolution, die klarstellt, dass in Syrien Kapitel VII wirksam wird. Die Beobachtermission muss auf 2000 Beobachter vergrößert werden und eine UN-Friedenstruppe muss eingreifen. Wir brauchen jemanden, der die Gewalt stoppt und die Minderheiten schützen kann.

Aber dagegen wird Russland ein Veto einlegen. Warum steht Moskau noch immer auf der Seite von Machthaber Bashar al-Assad?

Russland will den Einfluss des Westens im Nahen Osten zurückdrängen. Das ist eine Art Kalter Krieg. Wir haben den Russen versprochen, dass ihre Interessen in Syrien gewahrt bleiben. Aber bisher fruchtet das wenig. Auch die internationale Gemeinschaft muss auf Moskau einwirken. Es muss schnell gehen. Die Zeit vergeht und Zeit ist Blut in Syrien.

 

Syriens Opposition ist zersplittert. Es gibt den Syrischen Nationalrat, der im Ausland stark ist. Es gibt Komitees in Syrien selbst und die „Freie Syrische Armee“, die relativ unabhängig agiert. Wie wollen Sie da innerhalb Syriens etwas weiterbringen?

Die wirkliche Opposition ist das syrische Volk. Der Syrische Nationalrat hat als Führungsgremium versagt. Es gibt im Nationalrat keine Wahlen und keine Transparenz. Er ist ein Gremium von außen, in dem andere Staaten Einfluss zu nehmen versuchen, wie etwa Katar und die Türkei. Diese Staaten unterstützen vor allem die Muslimbrüder im Nationalrat. Wir brauchen ein neues Führungsgremium, das sich innerhalb Syriens bilden muss.

Es gibt Berichte, dass Extremisten die syrische Revolution an sich reißen. Sie sehen im Aufstand auch einen Krieg „rechtgläubiger“ sunnitischer Muslime gegen ein „ungläubiges“ Regime, in dem viele der Minderheit der Alawiten angehören.

Die Rebellen sind Zivilisten, die versuchen, sich und ihre Familien zu beschützen. Dafür benötigen sie Waffen. Es gibt in Syrien nur eine kriminelle Bande und zwar die Shabiha-Milizen des Regimes. Unter den Rebellen gibt es keine Banden, keine Fanatiker, keine al-Qaida. Vielleicht agieren einige kleine derartige Gruppen im Verborgenen. Aber die können nichts unternehmen, denn die Bevölkerung verhindert das. Wenn die Bevölkerung Waffen hätte, könnte sie diese Umtriebe verhindern. Wenn die internationale Gemeinschaft der syrischen Bevölkerung aber nicht hilft, dann finden al-Qaida und die Salafisten eine Chance, aktiv zu werden. Dann könnten sie versuchen, die Syrer auf ihre Seite zu ziehen.

Die USA zögern aber auch deshalb, die Rebellen zu bewaffnen, weil sie fürchten, dass diese von al-Qaida unterwandert werden.

Al-Qaida ist aus dem Irak nach Syrien gekommen – aus dem bis vor Kurzem von den Amerikanern besetzten Irak. Die Probleme kommen von außen. Das syrische Volk ist nicht das Problem: Es will frei sein und es will einen zivilen, demokratischen und liberalen Staat.

Es gibt die Sorge, dass der Krieg in Syrien zu einem Bürgerkrieg entlang konfessioneller Fronten führen könnte. Und dass es zu Rachemassaker an den Alawiten kommt.

Wenn die „Freie Syrische Armee“ stark ist und eine UN-Truppe in Syrien nach dem Rechten sieht, können wir das verhindern. Andernfalls sind Racheakte zu befürchten. Denn die Alawiten distanzieren sich nicht vom Regime. Sie dienen in den Milizen. Denken Sie an das Massaker in Houla. Wenn es keine Gerechtigkeit gibt, wird es Rache geben.

Wie können Sie die Alawiten auf Ihre Seite ziehen? Sie halten auch deshalb weiter zum Regime, weil sie schon jetzt Angst haben.

Sie müssen das Gefühl bekommen, dass die Lage für sie hoffnungslos wird. Bis jetzt haben sie Verbündete im Ausland, die ihnen einreden, dass es möglich ist, an der Macht zu bleiben. Die internationale Gemeinschaft muss geschlossen agieren. Dann werden sich auch viele Alawiten auf die Seite der Revolution stellen.

Zur Person

Der Arzt Kamal al-Labwani begann seine Oppositionstätigkeit 1975. Als nach dem Tod von Präsident Hafez al-Assad dessen Sohn Bashar die Macht übernahm, startete die Opposition 2001 den „Damaszener Frühling“. Das Regime schaute zunächst zu, griff dann aber durch. Al-Labwami war insgesamt neun Jahre in Haft und lebt nun in Schweden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.06.2012)

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61 Kommentare
 
12
Gast: Geld istweg!
05.06.2012 11:09
3 0

Bewaffnung der Rebellen. Nur so seien Racheakte zu verhindern.

Selten so eine verlogene Demagogie gehört.

Es sind doch gerade die fundamelistischen sunnitischen Rebellen, welche hauptsächlich Gewalt verbreiten. Dass der alewitische Präsident Assad brutal zurückschlägt ist zwar eine Tatsache, aber eine Bewaffnung der Rebellen, oder gar ein Sieg dieser, hieße ein Dahinmetzeln und Morden Millionen von Alewiten und auch Christen, welche wie die Geschichte zeigte immer weit toleranter als die Sunniten und Wahabiten sind und z. B. Jahrhunderte lang in der Türkei grausamst verfolgt wurden.

Aber das wird alles von unseren Medien verschwiegen. Warum? Weil dummerweise die Syrer Feinde der wahabitschen Saudis und der sunnitische Türkei sind. Und außerdem Syrien ein Verbünderter des schiitischen Iran und daher ein Feind Israels. Und da Israel, Saudiarabien und die Türkei Verbündete der USA sind, schreiben die israelfreundlichen USA- Medien einseitig gefärbte Artikel, welche von den mehrheitlich israelfreundlichen europäischen Medien ungeprüft übernommen werden.

Eine tatsächliche Aufarbeitung der wahren Hintergründe durch Nahostexperten habe ich bis jetzt nur selten gehört. Aber immerhin in deutschen unabhängigen Qualitätsmedien, darf hin und wieder auch die Wahrheit zu Wort kommen.

Re: Bewaffnung der Rebellen. Nur so seien Racheakte zu verhindern.

Wie simpel dieser Artikel die Gedanken des Lesers lenken soll - "Lizenz zum Töten" also ... aha ... aber was genau ist eigentlich der Plan? Ich hab jetzt schon ne viertel Stunde rumgeklickt - nur Kriegshetze zu finden!

Man könnte ja mal zur Abwechslung ein Interview mit syrischen Christen und Juden führen, die bisher friedlich in Damaskus leben konnten. Die müssen nämlich nach dem Krieg um ihr Leben rennen, wenn der Islamistenpöbel die Macht übernimmt.
Aber das sind ja nur die Kollateralschäden für die westliche Kontrolle der Ressourcen Syriens.

Armes Syrien ... die Leute werden bald um Brot betteln und sich ihr eigenes Öl nicht mehr leisten können, so wie die Menschen in der Elfenbeinküste. Denn das ist der odnungsgemäße Zustand einer westlichen Kolonie.

Gast: Petrodollar
05.06.2012 09:45
1 0

Einfach mal googeln

Petrodollar, Petroeuro, Iranische Ölbörse!

Gast: mir reichts
05.06.2012 08:43
4 0

xxx

"Es will frei sein und es will einen zivilen, demokratischen und liberalen Staat."

kommt mir sehr bekannt vor. wo habe ich das nur gehört, grübelgrübel.

ach ja.

aus tunesien
aus ägypten
aus libyen
aus marokko .........


Die Bewaffnung der Rebellen ist Lizenz zum Töten

das haben diese aus dem Ausland unterstützten Chaoten bereits hinlänglich bewiesen. Wer dahinter steht, ist wohl offensichtlich: jene, die den Angriffskrieg auf den Iran vorbereiten.

Antworten Gast: zerberusius
05.06.2012 09:56
1 2

Re: Die Bewaffnung der Rebellen ist Lizenz zum Töten

inwiefern ist das offensichtlich?

quellen, fakten, gerüchte?

http://apxwn.blogspot.de/2012/05/al-hula-eine-rekonstruktion.html

Jede Staatsführung, ob demokratisch gewählt oder nicht, hat die Pflicht, die Landes-Souveränität zu verteidigen. Wenn nun von der UN von Syrien gefordert wird, schwere Armeeeinheiten zurück zu ziehen, heißt dass in der Realität nur:
Wir wollen den eingeschlossenen "Aufständischen", das sind viele unterschiedliche Gruppierungen, Gelegenheit geben, sich zurück zu ziehen.

Keine Staatsmacht die sich als solche versteht, kann das zulassen.


Antworten Gast: dragatre
05.06.2012 19:11
0 4

Re: http://apxwn.blogspot.de/2012/05/al-hula-eine-rekonstruktion.html

Mandl,schon wieder dem Pfleger entwischt ?

Gast: Blankensteiner Husar
04.06.2012 23:09
5 0

"und die Bewaffnung der Rebellen. Nur so seien Racheakte zu verhindern"

Diese Logik imponiert mir!
Da hat man gleich ein ordentliches Gottvertrauen in die ersehnte Demokratie und Freiheit.
Aber stell' sich einer vor: die flüchten alle mal zu unserer Ute Bock.
Ich kauf mir schon mal eine Burka.

Antworten Gast: hussar
05.06.2012 10:01
0 1

Re: "und die Bewaffnung der Rebellen. Nur so seien Racheakte zu verhindern"

ihrem kommentar fehlt jegliche logik...

Gast: netter gast
04.06.2012 23:03
5 0

Angst ?

Haben die Terroristen jetzt Angst vor der Rechtsprechung ?

Die (westlichen)Geheimdienste haben ihre Handlanger noch immer wie heiße Kartoffeln fallen lassen ,wenns brenzlich wurde

Gast: Aufklärer IV
04.06.2012 22:47
1 10

Die Kämpfer des Volksaufstandes müssen bewaffnet werden

damit sie das syrische Terrorregime bezwingen können.
Noch besser: Arabische Staaten und NATO greifen militärisch ein.

Keinesfalls kann man Assads Todesschwadronen so weitermachen lassen.
Er vertritt höchstens 6% der syrischen Bevölkerung, nämlich seine Schiiten.

Antworten Gast: UNHQ
05.06.2012 09:29
2 0

Re: Die Kämpfer des Volksaufstandes müssen bewaffnet werden

Selten so einen Schwachsinn gelesen!!!

Antworten Gast: dragao
04.06.2012 23:40
4 0

Re: Die Kämpfer des Volksaufstandes müssen bewaffnet werden

so ein Blödsinn..!

Antworten Gast: netter gast
04.06.2012 23:05
2 0

Re: Die Kämpfer des Volksaufstandes müssen bewaffnet werden

Die politisch opportunen Glaskugeln
):" Er vertritt höchstens 6% der syrischen Bevölkerung, nämlich seine Schiiten."

Antworten Gast: recherchiertdochmal
04.06.2012 23:02
2 0

Re: Die Kämpfer des Volksaufstandes müssen bewaffnet werden

es gibt 2 möglichkeiten - entweder sind sie ein hasbara-troll oder haben wirklich nicht den leisesten funken einer ahnung ...

bei ersterem sollten sie in sich gehen und darüber nachdenken, was sie da tun ...

im zweiten fall sollten sie sich schlicht informieren, bevor sie uns wieder mit ihren auslassungen beglücken ...

Gast: Gut informiert
04.06.2012 22:18
6 2

Mit dem Feuer spielen hat dem Westen nichts gebracht

das naechse Mal, besser nicht die Welt fuer dumm halten.

Angefangen hat der Westen, der der Oppostion obendrein Geld gegeben hat, damit sie Massaker anrichtet, um sie dann dem Regime anzulasten.

Auch wenn man kein Freund des Regimes ist, kann man das Vorgehen des Westens nicht tolerieren. Amis und Euroapeer sollen jetzt die Suppe bis zum Ende ausloeffeln

Gast: Andre3000
04.06.2012 22:15
5 1

Wer würde vom Krieg in Syrien profitieren?

Syrien ist in erster Linie ein verbündeter Irans und ein wichtiger Handelspartner Russlands. Würde sich die Lage in Syrien ähnlich entwickeln wie in Libyen oder in Ägypten (Krieg,Sturz des Machthabers,Islamisierung), würde es (so komisch es klingt) Israel in die Karten spielen! 1. Wäre Syrien, genauso wie Libyen und Ägypten millitärisch ausgeblutet. 2. Würde es lange dauern um alle politischen Läger zu einen und Ruhe einkehren zu lassen, Interventionen von Außen könnten die Unruhen immer wieder aufflammen lassen. 3. Im wahrscheinlichen Falle der Islamisierung, hätte Israel wieder einen Grund mehr sich "bedroht" zu fühlen und evtl. Präventivschläge auf diese "Bedrohung" folgen zu lassen - der alte Traum/Wunsch von Großisrael wäre somit in erreichbarer nähe! 4. Durch den Fall Syriens, wäre der Weg gen Iran offen und das die Israelis schon seit langer Zeit ein Auge auf den Iran geworfen haben, ist ja nunmehr kein Geheimnis.

Re: Wer würde vom Krieg in Syrien profitieren?

Prinzipiell gar nicht so blôd überlegt. Allerdings würde ein Präventivschlag Israels gegen Syrien unverweigerlich einen Angriff des Iran auf Israel auslôsen. Und ich glaube nicht dass Israel Bestrebungen hat, ein Land zu besetzen in dem mehrheitlich Muslime leben, wo die al-Quaida sofort den nächsten "Heiligen Krieg" ausrufen würde, was eine Terrorwelle gegen jüdische Einrichtungen und gegen die jûd. Bevölkerung in aller Welt zur Folge hätte.

Antworten Gast: noch einer
04.06.2012 23:06
2 0

Re: Wer würde vom Krieg in Syrien profitieren?

gut analysiert

Re: Re: Wer würde vom Krieg in Syrien profitieren?

Dem ist nichts hinzuzufügen. Leider werden diese Fakten den Menschen durch die gleichgeschalteten Medien vorenthalten, die nur einseitige Propaganda betreiben. Das sollte auch uns die Augen öffnen. Bürgerüberwachung wie in einem Polizeistaat und gleichgeschaltete, desinformierende Medien zeigen auf, daß wir uns de facto bereits in einer Dikatur befinden

Russland, China, der Westen und Syrien

Russland: Versucht mit Assad einen Verbündeten zu behalten - koste es was es wolle und macht sich dadurch vermutlich den Großteil der Bevölkerung zum Feind. Zudem macht sich Russland auch in der westlichen Bevölkerung unbeliebter. Sollte sich Assad dadurch halten, dann vielleicht nur ein Pyrrussieg?

China hat eine oft unterschätzte, grosse muslimische Minderheit in seiner Westprovinz Xinjiang, wo bei Duldung eines Gemetzels die Gefahr besteht, dass es in dieser Provinz zum Aufstand kommt.

Der Westen: Das Risiko, daß das Land nach einem Machtwechsel - wie nach der islamischen Revolution im Iran - islamische Fundamentalisten an die Macht kommen ist groß und keine wirklich verlockende Perspektive.
Daß unter diesem Eindruck Russland freie Hand gelassen wird, das Assad Regime zu unterstützen ist für den Westen und China politisch verständlich und es ist unter dem obigen Gesichtspunkten durchaus "angenehm" wenn Russland in diesem Fall die Schmutzarbeit übernimmt....

4 2

Re: Russland, China, der Westen und Syrien

Was mir an deinem Beitrag auffällt, ist dass du ernsthaft glaubst, dass Russland und China zwar komplett egoistische wirtschaftl. Interessen haben, der Westen aber nur die "noble Absicht" hat, die Bevölkerung vor Extremisten zu schützen.

Hier gehts nicht um einen lächerlichen 3 Milliarden Deal von Russland. Ist dir jemals in den Sinn gekommen, dass jede vernünftige aussenstehende Nation die Souveränität von Syrien schützen würde, und damit Interventionen misbilligen würde.

Die Position von China und Russland ist die von fast allen Ländern der Welt. Schau mal in die Generalversammlung: Unter diesen (Großteils asiatisch und afrikanischen) Ländern, blitzt die USA mit Kriegsgelüsten ab. Das ist die Welt, das sind die 90%!!

Und diese Rebellionen sind, offensichtlicher könnte es nicht sein, so wie in Kosovo und Libyen von den USA verursacht. Free Army of Syria, Green Revolution, Orange Revolution..

Nochdazu tragen sie amerikanische Stiefel, machen alle ihr blödes "V Zeichen", einfach lächerlich. Alles vom selben Regisseur und billig produziert nochdazu: D

Re: Re: Russland, China, der Westen und Syrien

Noch eins: Wie kommen sie auf den 3 Mrd. deal- ich habe nichts dergleichen angesprochen und bitte schon bei den Tatsachen zu blieben.

Haben sie sich denn schon die Frage gestellt warum alle demokratisch geführten Länder so unzufrieden mit der jeztigen Situation des Nicht-Handelns sind, und alle diktatorisch geführten das Nicht-Handeln verteidigen? Wenn nicht empfehle ihnen ein paar Jahre in China zu verbringen - das würde ihre Euphorie für die Welt der sozialistischen und kommunistischen Regierungen und ihre anti-amerikanische Grundeinstellung wohl kippen. Keine Frage, vieles in Amerika ist verbesserungswürdig doch ich habe meine Jahre in diesem kommunistischen China schon hinter mir und ich möchte an dieser Stelle ihre unreflektierte, undifferenzierte, anti-amerikanische Haltung massiv zurückweisen.

Re: Re: Russland, China, der Westen und Syrien

Ich denke nicht, dass sie die Zusammenhänge richtig erfasst haben. Die westlichen Länder haben ein Problem - sie sind Demokratien und um in demokratischen Systemen erfolgreich zu sein, muss eine Regierung dem Willen der Bevölkerung folgen. Das hat alles andere als mit "nobler Absicht" zu tun, sondern allen voran mit politischem Kalkül. Soldaten die in Bodybags heimkehren werden da genauso wenig helfen, wie das Zusehen bei Massakern. Russland und China geht es vor allem um eines - keine Präzendenzfälle zu erlauben, wo westliche Länder in die Souveränität anderer Länder eingreifen. Ich stelle nicht in Zweifel, dass sich die Regierungen diktatorisch geführter Staaten (und das ist die große Mehrzahl in Afrika) sich aus Selbstschutz hinter diese Interpretation von China und Russland flüchten. Ich denke nicht, dass die Bevölkerung des Tschad (sofern sie informiert ist), damit glücklich ist, dass die ganze Welt derzeit beim syrischen Massaker zusieht und nichts tut. Ich denke aber, dass sie Regierung des Tschad dies mit wohlwollen sieht, da sie dadurch so schnell keine Gefahr von außen bei der Fortsetzung der eigenen Menschenrechtsverletzungen befürchten muss.
Daß alle Revolutionen von den USA angezettelt wurden ist falsch und uch möchte sie schon bitten darzulegen, warum sie die von mir zitierte iranische Revolution 1979 in ihrer Auflistung nicht angeführt haben.

Angemessene Bewaffnung

Ich finde ja in solchen Konflikten Flugverbot und eine angemessene Bewaffnung der Rebellen nicht übel. Dann kann man sehen, wie gross der Zuspruch zu einer Revolution wirklich ist.

Libyen wäre ja gut gelöst gewesen, hätte man auch wirklich nur eine Flugverbotszone geschaffen, und nicht den Krieg für die Rebellen zu führen.

 
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