22.05.2013 20:39 Merkliste 0

Seniorenbund fordert Einführung von "Alterswohlfahrt"

16.07.2012 | 13:08 |   (DiePresse.com)

Der ÖVP-Seniorenbund wünscht sich mehr Mitsprache-Recht für besachwaltete Personen. Es bestehe "dringender Handlungsbedarf". Aktuell würden die Beschwerden stetig zunehmen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Eine rasche Neugestaltung des Sachwalterschaftsrechts forderte am Montag der ÖVP-Seniorenbund. Kritik übte Bundesobmann-Stellvertreterin Gertrude Aubauer an den bestehenden Regelungen, die laut Volksanwältin Getrude Brinek (ÖVP) zu einer stetig wachsenden Beschwerdezahl führe. Als Alternative präsentierte Aubauer eine sogenannte Alterswohlfahrt, die vor allem dem Besachwalteten und dessen Angehörigen mehr Mitspracherecht einräumen würde.

"Es besteht dringender Handlungsbedarf, das Problem brennt unter den Nägeln. Viele Menschen wollen gar keinen Sachwalter mehr, sondern nur noch eine Überprüfung alle fünf Jahre. So kann es nicht weitergehen", so Aubauer im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien. Hauptgründe für Beschwerden: Entweder erfolge die Entscheidung zur Sachwalterschaft zu früh, oder es werde die falsche Person betraut.

"Massiver Eingriff in Selbstständigkeit"

"Besachwaltung bedeutet grundsätzlich einen massiven Eingriff in die Selbstständigkeit, plötzlich hat man keine Möglichkeit zur finanziellen Disposition mehr. Und es kommt immer wieder vor, dass Menschen derart wenig 'Taschengeld' zugewiesen bekommen, dass sie es sich nicht mehr leisten können Freunde zu besuchen oder einem Hobby nachzugehen", ergänzte Brinek. Angehörige dürften lediglich Anregungen liefern, hätten aber kein Anhörungsrecht, auch die Form der Abrechnung, die dem Besachwalteten nicht offengelegt werden müsse, sei "nicht nachvollziehbar".

Der Seniorenbund tritt neben der Neugestaltung der bestehenden Regelungen sowie der Schaffung eines Gesetzes zur "unterstützenden Entscheidungsfindung" auch für die Schaffung einer strukturellen Maßnahme ein: die "Alterswohlfahrt". Ziel sei die Einrichtung von wohnortnahen Büros, an die sich Menschen und deren Angehörige in allen Angelegenheiten, die eine Einschränkung der selbstständigen Lebensführung oder Entscheidungsfähigkeit bedeuten, wenden können. Wichtig sei auch die Verknüpfung der Bereiche Gesundheit, Pflege und Sachwalterschaft sowie der Berufssparten Rechtsanwälte, Seniorentrainer, Erwachsenenbildner und Psychologen.

"Nur die erfolgreiche Vernetzung bestehender Strukturen wird eine bürgernahe, moderne und nachhaltig finanzierbare Lösung für die aktuellen Herausforderungen darstellen können", appellierte Aubauer. Die im Herbst beginnenden Verhandlungen zur Pflegestrukturreform seien eine "Jahrhundertchance, die wir uns nicht entgehen lassen dürfen".

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

1 Kommentare
Gast: Gastrit
16.07.2012 14:02
0 0

Jahrhundertchance, endlich die aufgelegten Schwindel

mit den Zurechtschrumpfen der Mündigkeit zu ENTTARNEN !
Seit 1916 darf das Alter von Erwachsenen je nach Schnurzigkeit des Willkürenden zurechtgeLOGEN werden....

Amtshilfe