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Das große Rechnen um frühe Pensionen der Beamten

22.07.2012 | 18:19 |   (Die Presse)

Die Stadt Wien führt das um 3,5 Jahre niedrigere durchschnittliche Pensionsantrittsalter im Vergleich zum Bund auf viele Bedienstete außerhalb der Verwaltung zurück.

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Es gibt nur wenige sozialpolitische Themen, die für ähnlich viel Diskussionsstoff sorgen wie die Pensionsregelungen. Nachdem „Die Presse“ in der Vorwoche berichtet hat, dass Wiener Gemeindebeamte im Durchschnitt im Jahr 2011 mit 57,1 Jahren in den Ruhestand traten und damit rund 3,5 Jahre früher als Bundesbeamte (diese gingen 2010 im Schnitt mit 60,6 Jahren), hat dies die Debatte zusätzlich angeheizt. Prompt wurde gerechnet und geprüft: Die Stadt Wien argumentiert, ein Grund für das deutlich niedrigere Pensionsantrittsalter sei die höhere Zahl an Bediensteten etwa im besonders anstrengenden Krankenwesen und der im Vergleich zum Bund geringere Anteil an Verwaltungsbeamten.

Wie schauen die tatsächlichen Zahlen aus? Die für das Personal zuständige Wiener Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) ließ der „Presse“ folgende Daten über die Aufteilung zukommen: Im Vorjahr waren unter Einbeziehung der Stadtwerke insgesamt rund 73.000 Mitarbeiter beschäftigt. Davon war nach dieser Aufstellung rund ein Viertel, nämlich 18.000 Personen, als Verwaltungsbeamte tätig.

Der gesamte Bundesdienst umfasst knapp 133.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Personaljahrbuch des Bundes listet die Verteilung nach Berufsgruppen auf. Demnach waren 2010 im Verwaltungsdienst (aktuellere Daten liegen noch nicht vor) rund 47.300 Beschäftigte im Einsatz. Deren Anteil ist mit 35,6 Prozent also höher.

Allerdings macht im Bundesdienst die Exekutive mit knapp 30.000 Beamte mit rund 22 Prozent aller Bediensteten einen wesentlichen Teil des Personals aus. Bei der Exekutive gibt es Tausende Polizisten, die im Schichtdienst auch in der Nacht im Dienst und im Einsatz sind. Die Nachtdienste sind einer der Gründe, warum viele Polizisten – teils auch krankheitsbedingt - vorzeitig in den Ruhestand gehen (müssen).

Die Stadt Wien hingegen führt ins Treffen, der größte Teil ihrer Bediensteten, nämlich rund 31.000 von 73.000, sei in den Bereichen Soziales, Bildung und Pflege beschäftigt. Darunter mache die Krankenpflege sowie die Rettung wiederum den größten Teil aus. Personal in den Krankenhäusern ist tatsächlich aus dem Bundesdienst in den Landesbereich ausgelagert worden. Die Statistik weist daher für den Bund nur mehr 217 Bedienstete (das sind 0,2 Prozent) im Krankenpflegedienst aus.

 

38.000 Lehrer beim Bund

Der zweitgrößte Bereich bei der Stadt Wien umfasst die gemeindeeigenen Betriebe, die Wiener Stadtwerke sowie die Feuerwehr. Zu diesem Sektor gehören nach den Angaben des Büros der Personalstadträtin rund 24.000 Bedienstete.

Auf Bundesebene bilden die Lehrer in den Bundesschulen (darunter an den Allgemeinbildenden Höheren Schulen) zusammengerechnet mit rund 38.000 Personen die zweitgrößte Gruppe nach dem Verwaltungsdienst. Es folgt die Exekutive, dann der militärische Dienst mit knapp 15.000 Beschäftigten als viertstärkste Formation im Bundesdienst.

 

Pensionsmodelle unterschiedlich

Unbestritten bleibt jedenfalls, dass im Bundesdienst seit 2005 schrittweise die Angleichung an ein einheitliches Pensionssystem für alle erfolgt. Damit werden die Beamtenpensionen bis zum Jahr 2028 zum Auslaufmodell. Die Stadt Wien musste sich nicht zuletzt Kritik vom Rechnungshof gefallen lassen, weil sie das Bundesmodell nicht übernommen hat. In Wien wird die Umstellung der Pensionsbestimmungen in einer längeren Übergangsphase bis 2042 vorgenommen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.07.2012)

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76 Kommentare
 
12 3
Gast: willi1
23.07.2012 18:06
2 1

die Sauerei des Jahrhunderts

wie kommt der 64 jaehrige Arbeiter dazu, dasz ihm der Staat einen groszen Teil seines Arbeitslohnes in Form von Steuern und Sozialabgaben wegnimmt, um damit seine 57 jaehrigen Pensionisten zu bezahlen? Das stinkt zum Himmel

Gast: Hemingway
23.07.2012 16:51
2 1

'Gute Nacht, Österreich' - Wir haben dumme, kriminelle u korrupte Politiker und nun werden die Menschen auch noch gegeneinander ausgespielt und aufgehetzt.....Bravo. Bin nur neugierig, wenn sich die ersten die Schädel einschlagen !


Gast: Zyni
23.07.2012 16:02
1 2

Reichensteuer JETZT!

aber unter Einbeziehung der RENTENBARWERTE!

Gast: pensionär
23.07.2012 14:24
2 0

Wenn man

später in Pension geht, wird man dann bedankt?

Re: Wenn man

Bin schon 5 Jahre hinüber, wird nächstes Jahr in der Pension gezwungen, obwohl ich nicht will. Sicherlich nicht bedankt.

Gast: Test AGAIN
23.07.2012 13:15
8 1

WIEN IST ANDERS...

hmmmm - was soll die Überraschung - SPOE Mehrheit will bezahlt werden!

Gast: Der grosse Bluffnix
23.07.2012 12:33
2 0

Das grosse Rechnen

fängt immer dann an, wenn man der Öffentlichkeit glaubhaft vorrechen will das 10 Stk. ein Dutzend ist. Intern ist ohnedies alles bekannt und alles ins kleinste Detail ausgerechnet.

18 000 Verwaltungsbeamte auf 1,8 Mio Einwohner

Eine Gemeinde mit 1800 Einwohner müsste demnach 18 Verwaltungsbeamte haben.

So eine Gemeinde kommt jedoch mit drei bis fünf aus.

Wien braucht pro Einwohner ein vielfaches!

2 1

Re: 18 000 Verwaltungsbeamte auf 1,8 Mio Einwohner

Eine solche Aussage setzt einen linearen Zusammenhang voraus, was wegen wachsender Komplexität nicht sehr plausibel ist.
Wien ist auch Bundesland.

Antworten Gast: Mai
23.07.2012 12:56
2 1

Re: 18 000 Verwaltungsbeamte auf 1,8 Mio Einwohner

3 - 5 Verwaltungsbeamte für eine Pimperlgemeinde mit 1.800 Einwohnern ?
Was machen die den ganzen Tag ?

Übrigens:
Wien hat mit Stand 2012-01-01
1.730.278 Einwohner

Aber:
Wien ist eben anders

Re: Re: 18 000 Verwaltungsbeamte auf 1,8 Mio Einwohner

was machen die in wien den ganzen Tag? auf Grund der technischen ressourcen könnte einer zehn mal soviel Bürger betreuen, als in einer pimpelgemeinde.

2 0

Re: 18 000 Verwaltungsbeamte auf 1,8 Mio Einwohner

Wien ist anders

9 1

Re: 18 000 Verwaltungsbeamte auf 1,8 Mio Einwohner

Aber bitte: eine 1800-Einwohner-Gemeinde hat keinen Hundstrümmerl-Beauftragten, keinen Schulschwänzer-Beauftragten, finanziert keinen Life-Ball mit 800.000 Euro und sponsert auch keinen Sado-Maso-Klub wie die Stadt Wien. Etwas mehr Respekt bitte für die Brot-und-Spiele-Politik des Wiener Rathauses.

Antworten Antworten Gast: Rathaus Rasthaus Gasthaus Hospiz-damit ist wohl alles erklärt
23.07.2012 21:18
0 0

Re: Re: 18 000 Verwaltungsbeamte auf 1,8 Mio Einwohner


2 0

Re:Etwas mehr Respekt bitte für die Brot-und-Spiele-Politik des Wiener Rathauses.

eher wohl KEINERLEI Respekt für dieses Rast- und Ruhehaus !!!

4Mrd angehäufte Schulden kommen ja auch nicht von allein daher oder ?

Gast: Blankensteiner Husar
23.07.2012 12:01
5 3

Es ist besser die Beamten gehen sofort in Pension als sie bleiben im Amt sitzen

denn dort schaden sie uns am meisten, weil sie absolut inkompetentsind und unser Geld verprassen.
Und in der Pension kosten sie uns um 20% weniger,was bei der Nullleistung, die sie ihr Lebtag bringen, einiges ausmachen!

Gast: wassolls
23.07.2012 11:23
4 1

so ist das nunmal in einer Beamtendikatur

dafür gehen die auch länger in die Schule und fangen nicht wie lehrlinge mit 15 Jahren an, man sollte zusätzlich die geamte Arbeitszeit zeigen........
der Lehrling der mit 15 angefangen hat der muss eh bis 67 arbeiten dafür bekommt er weniger Pension

Antworten Gast: Huggadda
23.07.2012 11:46
2 0

Letzteres ist ein Schmäh.

Wer mit 15 zu arbeiten beginnt, erhält im Verhältnis zu seinen Beträgen natürlich die höchste Pension. Wer sich besser ausbildet, schafft in der Regel die vom Pensionssystem vorgeschriebenen 38 Jahre nicht - und bekommt deutlich weniger als er aufgrund seiner Zahlungen bekommen sollte.

Re: Letzteres ist ein Schmäh.

Stimmt natürlich so absolut behauptet ganz und gar nicht.
Es gibt auf der einen Seite nicht nur Leute, die nach Mindeststudiendauer sofort eine Anstellung als Gehirnchirurg bekommen und auf der anderen Seite nicht nur welche, die mit 15 die Schule beenden und dann nie mehr über die 1000er-Netto-Schwelle kommen.

Gast: Heribert Stein
23.07.2012 11:05
12 4

Die Sozialisten

sind die wahren Sozialschmarotzer. Sie beuten vollkommen mitleids- und hemmungslos alle produktiv und unternehmerischen menschen aus um es sich selbst im faulbett gemütlich zu machen.

obendrein werden die ausgebeuteten noch als böse kapitalisten beschimpft. aber alle sozialistsichen systeme kollabieren irgendwann (wenn die melkkühe tot oder abgewandetr sind).
wien wird da keine ausnahme sein, aber bis dahin wird rot-grün noch alle register ziehen, um die leistungsträger auszubeuten.

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Re: Die Sozialisten

Prost an den "Stammtisch"!

Re: Die Sozialisten

lauter geschützte Werkstätten

Gast: Vogel Strauss
23.07.2012 11:03
2 1

Besonders anstrengendes Krankenwesen ...

Was ist das bitte für ein Wesen?? Auch der Rest des Beitrages ist ziemlich wirr ...

Jeder soll in Pension gehen wann er will!


Nur sollte ein Pensionskonto geführt und auf die Gewinnschwelle geachtet werden!

Was heißt, sobald ein Pensionist mehr bekommt als er eingezahlt hat, sollte ihm nur die Mindestpension ausbezahlt werden, denn alles andere ist Schröpfen der Jungen, die diese Pensionen niemals erhalten werden können!

Re: Jeder soll in Pension gehen wann er will!

Sobald es im System etwas wie eine bedingungslose Grundsicherung gibt, erübrigt sich jede weitere Diskussion. Im Prinzip wird ein afhanischer Asylant, der heute noch gar nicht geboren ist und in 20 Jahren nach Österreich kommen wird, die unwesentlich geringere Pension bekommen (heisst halt Grundsicherung), wie ein heute 50 jähriger, der noch 20 Jahre brav ins ASVG einzahlt.

Antworten Gast: glaubinet
23.07.2012 12:06
2 0

Re: Jeder soll in Pension gehen wann er will!

Warum sollte jemand der eine lebenslange Jobgarantie hat, mehr aus dem staatlichen System bekommen, als jemand der periodisch mit Firmenschließungen und Rezessionsaspekten konfrontiert ist? Soll er sich selbst etwas weglegen. Einheitspension (ASVG) für alle!

 
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