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Frühpensionen: ÖBB-intern Jobs für 2000 Bedienstete

29.07.2012 | 18:34 |   (Die Presse)

Verkehrsministerin Bures zieht eine erste Bilanz: Der Stopp von betriebsbedingten Ruheständen wird eingehalten. Noch im vergangenen Jahr waren auf diese Weise rund 600 Eisenbahner vorzeitig verabschiedet worden.

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Wien. Seit Beginn des heurigen Jahres darf es für Eisenbahner bei den ÖBB aus betrieblichen Gründen keine Frühpensionierungen mehr geben. Das hat Verkehrs- und Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) im Dezember des vergangenen Jahres für 2012 mittels Eigentümervorgabe verfügt. Diese Maßnahme war ein Teil des später von der rot-schwarzen Bundesregierung beschlossenen Konsolidierungspakets zur generellen Eindämmung der vorzeitigen Ruhestände. Nach einer ersten Bilanz beteuert die Verkehrsministerin im Gespräch mit der „Presse“, es habe bisher „keine einzige organisationsbedingte Frühpensionierung gegeben“.

Für gleich wichtig hält die Ressortchefin, dass ÖBB-Mitarbeiter seither vermehrt intern einen anderen Arbeitsplatz und eine neue Verwendung erhalten. Allein im letzten Jahr hätten dadurch „rund 2000 Menschen eine neue sinnvolle Beschäftigung erhalten“, bilanziert Bures. „Der Druck auf das Unternehmen ist größer geworden.“

Für potenzielle Betroffene sei das „positiv“, weil damit Menschen, die noch leistungsfähig sind, eine neue Chance auf dem Arbeitsmarkt erhielten. Bures räumt ein, dass das für die Unternehmen selbst zusätzliche Anstrengungen erfordere. Das reiche etwa hin bis zur verbesserten betrieblichen Gesundheitsförderung. Insgesamt handle es sich um ein ganzes Bündel an Änderungen für einen späteren Pensionsantritt der Eisenbahner. Bures: „Die Maßnahmen zeigen bisher Wirkung.“

 

35 Millionen Einsparung pro Jahr

Von den insgesamt rund 40.000 ÖBB-Bediensteten (ohne Lehrlinge) sind laut Verkehrsressort seit der Einführung des ASVG-Systems bei den ÖBB im Jahr 1994 mehr als rund 17.000 neue Mitarbeiter mittlerweile im neuen Pensionssystem. In der Zeit der schwarz-blauen Bundesregierung waren noch Frühpensionierungen aus betrieblichen Gründen zum Personalabbau eingesetzt und vorangetrieben worden.

Im Schnitt waren davon rund tausend Eisenbahner pro Jahr betroffen. Im Vorjahr erfolgten dann nach den Angaben des Verkehrsministeriums noch etwas mehr als 600 vorzeitige Ruhestände aus betrieblichen Gründen. Dem wurde seit Jahresbeginn durch die Vorgabe des Infrastrukturressorts ein Riegel vorgeschoben.

Bures macht geltend, dass dies bereits im heurigen Jahr – und in der Folge jährlich – 35 Millionen Euro an Einsparungen bringt. Kumuliert seien das bis 2017 in Summe 525 Millionen weniger an Pensionskosten. Damit solle insgesamt die „Schieflage“ bei den Pensionsaufwendungen beseitigt werden. Dazu kommen, wie mehrfach berichtet, weitere Einsparungen für das Sparpaket des Bundes durch Abstriche und zeitliche Verschiebungen bei Infrastruktur- und Bauprojekten der Bahn.

Gleichzeitig wurden Vorkehrungen getroffen, dass Eisenbahner seit Jahresbeginn nicht verstärkt krankheitsbedingt in Frühpension geschickt werden. Diese „Gefahr“ habe auch sie gesehen, erläutert Bures. Deswegen gab es gleichzeitig die Vorgabe, dass die Zahl der Frühpensionierungen von Eisenbahnern wegen Krankheit nicht über das bisherige Niveau ansteigen dürften. Auch das sei nach ihren Informationen eingehalten worden, erklärt die Verkehrsministerin. Das bedeutet im Klartext: Krankheitsbedingte vorzeitige Ruhestände sind weiter möglich. Deren Zahl sei in den vergangenen Jahren im Schnitt bei 400 Personen gelegen.

 

Pension im Schnitt ab 54,5 Jahren

Bereits 2009 hat die Verkehrsministerin eine Anhebung des durchschnittlichen Pensionsantrittsalters bei den ÖBB um ein Jahr pro Jahr als Vorgabe ausgegeben. Nach ihren Angaben wurde dieses Ziel eingehalten. 2009 sei der Durchschnitt bei 52,3 Jahren gelegen. Im Jahr darauf waren es 53,5 Jahre. Im Vorjahr habe der Durchschnitt dann 54,5 Jahre betragen. Im Vergleich beispielsweise zum ASVG, in das nunmehr bereits fast die Hälfte der neuen ÖBB-Mitarbeiter fällt, hinken die Eisenbahner allerdings noch immer nach. Denn im ASVG-System liegt das durchschnittliche Pensionsantrittsalter bei knapp über 58 Jahren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.07.2012)

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25 Kommentare
 
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Welche Beschäftigungstherapien auf Staatskosten ...

... da wieder erfunden wurden?

Schwarze Löcher, rote Zahlen

Neben den Pensionslasten vermehren die ÖBB beständig ihre Schulden durch die vielen Bauten, speziell Tunnels. Der Staat (= wir alle) haften auch für diese Beträge. Ausführliches Material hat H.Godeysen in seinem neuesten Buch gesammelt. Wenn diese Gelder fällig werden hilft auch das Frühpensionierungsverbot nichts mehr. Leider lernt man halt in der Zahntechnikerschule nicht viel über Wirtschaft.

Gast: Anne
30.07.2012 18:12
0 0

Die Angleichung der Bedingungen an ASVG

Wir könnten uns die Debatte um die frühen Pensionierungen längst ersparen, würden wir sofort alles auf ASVG-Niveau nivellieren.
Das würde so viel Geld ersparen, dass keine großen Einschnitte ein paar Jahre lang erfolgen müssten.
Wieso gibt es noch immer diese Unterschiede ?
Im öffentlichen Dienst verdient man längst gleich viel oder mehr als in der Privatwirtschaft (einige Supermanager - ausgenommen - aber das sind ein paar Tausend).
Die dumme Ausrede von wegen Abfertigung zählt schon lange nicht mehr - die wenigsten bekommen die heute mehr - bzw. auch Beamte bekommen Geld - nennt sich bloß anders.
Auch weg mit den Politikerpensionen. Wer so viel verdient, wird wohl privat vorsorgen können. Auch weg mit der Witwenpension, soferne die Frau/der Mann eine eigene Pension hat, oder eben Pension teilen, wenn ein Partner nur zu Hause war.
Wir hätten genug Sparmöglichkeiten.

4 0

Na, ist das nicht ein Fortschritt?

Die Bundesbahner gehen mit 54,5 Jahre (2011) in Pension, während die ASVG-ler mit 58 Jahren in Pension gehen. Da gehört schon viel Zahnarzthelferin-Wissen dazu, so etwas als Erfolg zu verkaufen.

(Diese) ÖBB könnte man nüchtern betrachtet ohne nennenswerte Folgen zusperren

Ausser den zu vielen "Bediensteten" würde das kaum einer merken.

Antworten Gast: Johann S
30.07.2012 13:17
1 2

Re: (Diese) ÖBB könnte man nüchtern betrachtet ohne nennenswerte Folgen zusperren

und die vielen Pendler und Reisenden.

Reine Polemik, werter Altbürgermeister.

6 0

weiss jemand noch wie viele MILLIARDEN die ÖBB vom naiven Steuerzahler jährlich zugeschoben bekommt? einfach so ohne wenn und aber...


Re: weiss jemand noch wie viele MILLIARDEN die ÖBB vom naiven Steuerzahler jährlich zugeschoben bekommt? einfach so ohne wenn und aber...

über alles gerechnet(also inkl. Pensionszuschüsse) so gegen 7 Milliarden

Gast: wien 10
30.07.2012 10:07
1 0

Pensionen bei den Verkehrmittel !

Die Frage stellt sich wieso wird das ARBEITRECHT nicht geändert , dass menschen mit + 50 in diesen Berufen keine SCHICHTDIENST mehr leisten müßen ? Warum führt man kein Malus ein für Betriebe welche + 50 Mitarbeiter kündigen ?
Wieso schweigt die SPÖ und die Gewerkschaft dazu ? Wo bleibt der Sozialminister ??

Antworten Gast: Johann S
30.07.2012 13:33
1 0

Re: Pensionen bei den Verkehrmittel !

Mit dem Nachtdienst+50,dieses stimmt doch überhaupt nicht.
Alle Verkehrsbediensteten leiten ungeachtet ihres Alters,Nachtdienst und Schichtdienst.

Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube


Wie bei so vielem in Österreich

wurde bei den ÖBB um mindestens 30 Jahre zu spät reagiert.

Hätten die Politiker den Mut gehabt, mit langen Übergangsfristen die krassesten Schieflagen wie ÖBB Pensionsalter, Beamtenpensionen usw. rechtzeitig anzugehen, die Betroffenen hätten sich darauf einstellen können und wir hätten uns Milliarden erspart.

Die Finanzlandesrätin Vollath in der Steiermark, die jetzt wegen der notwendigen Einsparungen mit dem Rücken zur Wand steht, hat es gerade gesagt: 25 Jahre lang haben wir fröhlich immer mehr Schulden gemacht, das müssen wir jetzt ausbaden und beenden. Und: Es müsste ein Wunder geschehen, sollen die Budgetzahlen 2013 und 2014 halten.

Mehr oder weniger so ähnlich war es in allen Bundesländern, aber jetzt muss die Notbremse gezogen werden und diese Bremsung wird Verletzungen hervorrufen. Kostproben haben die Behindertenverbände schon geliefert.

Es steht sehr zu befürchten, dass mit diesem Wunder nicht zu rechnen sein wird und dann wird es wieder ein großes Geschrei bei allen von Einsparungen Betroffenen geben.


Gast: Martin_S
29.07.2012 20:24
9 4

! man beachte !

„rund 2000 Menschen eine neue sinnvolle Beschäftigung erhalten“ D.h. die alte Beschäftigung war sinnlos???

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Re: ! man beachte !

Nein. Die alte Beschäftigung WURDE sinnlos. Weil bestimmte Berufsgruppen technikbedingt weniger benötigt werden oder überhaupt aussterben. Schranken- oder Blockwärter, um nur ein Beispiel zu nennen, sind wegen fortschreitender Automatisierung fast nirgends mehr anzutreffen.

Antworten Antworten Gast: Herzkasperl
30.07.2012 01:21
2 2

Re: Re: ! man beachte !

Ja, dann müssen diese in Pension gehen!

Dies wäre ja ein Skandal, wenn einer, den sie aus der Hauptschule rausgeworfen haben, der davor 20 Jahre lang ein Sicherheitssignal manuell mehr oder weniger bedient hat, dann ein solches automatisch zB per Knopfdruck während dem Kronesportteil lesen bedienen müsste.

Dies wäre ein Skandal!

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Re: ! man beachte !

Deutsch ist wohl nicht Ihre Muttersprache.

Gast: autofahrer 78674
29.07.2012 20:09
5 1

Wurde auch schon Zeit, diese Bereicherung auf Kosten der Steuerzahler etwas einzudämmen!


Tolle Leistung Fr. Bures....


....das durchscnittliche Pensionsalter der ÖBB auf
54,5 Jahre anzuheben.

In der Privatwirtschaft würde man sie dafür mit einem nassen Fetzen davonjagen, darum sind sie wohl in die Politik geschleimt.

Da kann man auch mit Mittelmaß und intelligenzbefreitem Wesen es zum Minister schaffen.

Antworten Gast: gast10
30.07.2012 15:24
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Re: Tolle Leistung Fr. Bures....

Nun ein bischen Wahrheit

ÖBB-Bedienstete zahlen Monat für Monat 5% mehr Pensionsbeitrag als ASVG.

Re: Re: Tolle Leistung Fr. Bures....

und gehen mit 50 in Pension? mit LETZTbezug als ausgangsbasis?

SPÖ-wahlvieh!

Antworten Gast: guest121
30.07.2012 06:40
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Re: Tolle Leistung Fr. Bures....

ie ach so tolle Privatwirtschaft ist jene, die Leute mit 50 kündigt weil sie
'zu teuer', 'nicht mehr lesitungsfähig genug' u.ä. sind.
Das sind die, die für Arbeitslose sorgen, Arbeitslose die nicht mehr vermittelbar sind.

Re: Re: Tolle Leistung Fr. Bures....

Arbeit soll gefördert werden, und nicht die Durchschnorrer!!! Wird diese Gruppe zu groß, kommen die Geber auch in Schieflage. Dann lebt man auf Pump. Und dieses System kollabiert in Zeitlupe ...

Re: Tolle Leistung Fr. Bures....

Oh nein, wenn sie die Leute in der Privatwirtschaft mit ca. 55 Jahren in Pension schickte, würde man sie lieben.

Antworten Antworten Gast: Nepomuk
30.07.2012 11:29
0 0

Ginge es nach dem Jugendwahn der Privatwirtschaft, müßte man alle ab 45 in Pension schicken!


Re: Ginge es nach dem Jugendwahn der Privatwirtschaft, müßte man alle ab 45 in Pension schicken!

in meinem unternehmen werden Pensionisten wieder zurückgeholt...

man darf halt nicht 40jahre Kassierer sein

 
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