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Überstundenabbau bei der Polizei: Ringen um Ersatzlösung

23.09.2012 | 18:12 |   (Die Presse)

Auszeit und frühere Pension statt Gehalt: Plan der Innenministerin reicht der Gewerkschaft nicht. Grundsätzlich ist die Polizeigewerkschaft an einer bundesweit einheitlichen Lösung interessiert.

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Wien. Bei den immerhin rund 30.000 Exekutivbediensteten sollen bis 2016 in Summe rund 160 Millionen Euro eingespart werden. Das sieht zumindest das heuer im Februar von der Bundesregierung vereinbarte Sparpaket vor. Bei der Polizei sollen deswegen vor allem teure Überstunden deutlich abgebaut werden. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat dafür ein sogenanntes Zeitwertkonto vorgeschlagen, bei dem die Vergütungen für die Mehrdienstleistungen nicht ausbezahlt werden, sondern die Überstunden „angespart“ werden. Mit diesem Zeitguthaben könnten Polizisten dann früher in Pension gehen. Im Innenministerium will man diese „Auszeit“ vom Dienst nicht als Frühpension sehen, weil davor ohnehin vermehrt in Form von Überstunden gearbeitet wurde.

Erste Gespräche über ein derartiges Modell hat es zwar im Frühjahr gegeben. Die Polizeigewerkschaft mit Hermann Greylinger an der Spitze ist allerdings mit den Plänen der Innenministerin längst nicht einverstanden und hat ihrerseits einen Forderungskatalog erstellt. Demnach soll ein Rechtsanspruch auf ein Zeitwertkonto sichergestellt werden. Zugleich sollen Exekutivbeamte dieses nur freiwillig nützen können und nicht dazu verpflichtet werden. „Da brauchen wir nicht weiterdiskutieren“, betont Greylinger dies im Gespräch mit der „Presse“.

Grundsätzlich ist die Polizeigewerkschaft an einer bundesweit einheitlichen Lösung interessiert. Sonst wird befürchtet, dass einzelne Bundesländer im Alleingang die Überstundenkontingente bei der Exekutive kürzen.

 

Ministerium hofft auf Einigung 2012

Im Innenministerium wird bezüglich der Umsetzung des Vorhabens beruhigt. Es werde zwischen der Generaldirektion und der Personalvertretung weitere Gespräche geben. „Wir hoffen auf eine Einigung im heurigen Jahr“, wurde der „Presse“ im Büro von Ministerin Mikl-Leitner erklärt.

Die Frage der Überstunden beziehungsweise deren geplanter Abbau sorgt gerade in der Exekutive für einige Brisanz. Denn viele der tausenden Polizeibeamten fetten ihr Monatsgehalt dadurch auf und rechnen praktisch fix mit einem bestimmten Anteil an bezahlten Überstunden als Draufgabe.

Innenministerin Mikl-Leitner argumentiert, dass nur ein Teil der Kosten durch das von ihr angestrebte Zeitwertkonto eingespart werden soll. Ein weiterer Teil müsse durch ein besseres Dienstzeitenmanagement und durch Änderungen in der Verwaltung hereinkommen.

„So sicher nicht“, stellt Polizeigewerkschafter Greylinger hinsichtlich der bisherigen Pläne des Ministeriums für ein Zeitwertkonto fest. Der von den Gewerkschaftern erarbeitete Forderungskatalog für die weiteren Verhandlungen sieht vor allem vor, dass noch eine Reihe von Präzisierungen und Klarstellungen erfolgen müsste. Ein Kernpunkt des Forderungskatalogs zielt dabei auf die Besetzung von frei werdenden Planstellen ab.

 

„Planstellen sofort nachbesetzen“

Es müsste demnach gewährleistet werden, das Planstellen nachbesetzt werden und Neuaufnahmen erfolgen, wenn ältere Exekutivbeamte von der Möglichkeit des Zeitwertkontos Gebrauch machen und in den Ruhestand treten. Diese Posten müssten, so verlangt es die Gewerkschaft, sofort nachbesetzt werden. Es fehle aber auch noch eine Präzisierung, ob es sich um einen Vorruhestand, eine Pension oder eine besondere Form der Freizeit handle.

Ungeklärt sei weiters die Frage, was passiert, wenn jemand Überstunden „angespart“ habe, dann aber früher als geplant krankheitsbedingt den Dienst nicht mehr ausüben könne. In solchen Fällen müsste die bis dahin gesammelte Überstundenzeit ausbezahlt werden können.

Ähnliches wünscht sich die Polizeigewerkschaft außerdem bei der Regelung für die Hinterbliebenen von Exekutivbeamten: Für die Witwe eines Polizisten müsse es die Möglichkeit geben, dass die „angesparte“ Überstundenzeit nicht mit dem Tod des Beamten verfällt, sondern ausbezahlt wird.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.09.2012)

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21 Kommentare
Gast: 133
24.09.2012 20:09
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Gott sei Dank

habe ich mich rechtzeitig in die Pension retten können, leid tun mir nur die Aussendienstler.

Die Sesselkleber und Mehr-Sternderl-Träger sollten halt auch mehr Aussendienste machen, PERSONAL IST GENUG DA, wird nur leider FALSCH EINGESETZT.

Gast: Ständig Zwangskommandierter
24.09.2012 12:18
2 0

Wo gibt es solche Arbeitsbedingungen noch?

Zwischen 24-er Blöcken 12 Stunden Pause, nach dem Nachtdienst regelmäßig weiterhackeln. Was sagen eigentlich die Chefärzte dazu?

1 0

sollen bis 2016 in Summe rund 160 Millionen Euro eingespart werden

Na bravo. Auf der einen Seite spart man bei der Polizei. Auf der anderen Seite wird der Anstieg der Kriminalität geschürt. Durch die Aufnahme fragwürdiger Elemente aus dem Ausland, Grenzöffnungen und nicht zuletzt steigende Armut.

Wir steuern quasi auf Zustände wie in Südafrika hin. Wo die reichen Leute in privat beschützten Vierteln wohnen und die anderen können sich mit dem kriminellen Mob herumschlagen!

Der Schärdinger

Viel zielführiger wäre eine Verkleinerung der Lübenbarone im Nationalrat,
der Bundesrat ist für die.... eh schon wissen!!!
9 Bundesländer, warum?
Kammern, Sozialversicherungen wie Sand am Meer........
Ein Misthaufen und schon ist eine Gemeinde rundherum.............
Brüssel nicht zuvergessen,
Zuerst die Tore weit aufmachen, dann noch bei der Polizei einsparen, ob das der richtige Weg ist müssen die Wähler entscheiden.
Jeder bekommt nach der Wahl den Politiker den er gewählt hat.
Wenn ihr diese fähigen Politiker der ÖVP wieder wählt dann jammert nicht, oder macht das Kreuzerl woanders!!!!!!!

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Viel sinnvoller wäre ein "Zuschläge-Abbau" da dort verdienen sie am meisten!


Re: Viel sinnvoller wäre ein "Zuschläge-Abbau" da dort verdienen sie am meisten!

Bitte nicht alle in einen Topf werfen und Äpfel mit Birnen vergleichen. Bundesbeamte haben im Gegenteil zu Landes- und Gemeindebeamten relativ wenig Zulagensätze. Die Zulagen resultieren aus der Tatsache, daß das Gehaltsschema für alle Beamte gilt und erst durch diese berufsspezifische Tätigkeiten entlohnt werden. Am Beispiel eines Exekutivbeamten gibt es eine pauschalierte Wachdienstzulage sowie eine gestaffelte Gefahrenzulage und Vergütungen für Dienste an Sonn- und Feiertagen und den Nachtdiensten, um den unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen gerecht zu werden. Die Höhe der Zulage für Sonn- und Feiertage beträgt aktuell EUR 3,513 und jene für Nachtdienste (22.00-06.00) EUR 2,40 pro Stunde brutto. Zieht man davon den durchschnittlichen Steuersatz von 43% ab, sind also die Zulagen nicht ganz so fett, wie dargestellt. Die Gehaltsschemata sind übrigens öffentlich abrufbar und daher transparent.

Antworten Antworten Gast: phj
24.09.2012 13:56
0 0

Re: Re: Viel sinnvoller wäre ein "Zuschläge-Abbau" da dort verdienen sie am meisten!

Diese Zuschläge müßten aber bei Inanspruchnahme des Zeitwertkontos zurück bezahlt werden.

Re: Re: Re: Viel sinnvoller wäre ein "Zuschläge-Abbau" da dort verdienen sie am meisten!

Eines würde mich darüber hinaus noch interessieren: Posten Sie die Beträge,

1.) die Ihrer Meinung nach ein Polizeibeamter verdient;
2.) die Sie als Zuständiger einem Polizeibeamten bezahlen würden;
3.) die Sie als Betriebsfremden bewegen würden, in den Polizeidienst einzutreten und den Sie als fair erachten würden.

Als Basis für diese Angaben wird ein einfacher Polizist mit 25 Dienstjahren angesehen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: phj
24.09.2012 20:57
0 0

Re: Re: Re: Re: Viel sinnvoller wäre ein "Zuschläge-Abbau" da dort verdienen sie am meisten!

ich habe keine Beträge gepostet

Re: Re: Re: Viel sinnvoller wäre ein "Zuschläge-Abbau" da dort verdienen sie am meisten!

Zum Glück gibt es nicht viele wie diesen Poster, die einem Beamten nicht einmal diese Zulagen vergönnt sind und permanente Wochenend- und Nachtdienste sowie die Einteilung von Überstundendiensten, die die Planung der Freizeit unmöglich machen, für ein Zuckerschlecken halten. Ich möchte Sie aber beruhigen, denn die Wochenend- und Feiertagszulage gibt es bei Überstunden ohnehin nicht. Und lediglich die Mehrarbeit soll nach den Plänen des Ministeriums in ein Zeitwertkonto einfließen.

Gast: ÖGB-Mitglied
23.09.2012 20:54
2 0

Der ÖAAB

müßte gegen einen derartigen Unsinn eigentlich Sturm laufen, nicht wahr?

Gast: bubsi
23.09.2012 20:45
2 0

estarai

Warum nur haben wir so dumme und schirche Politiker?

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schirche Politiker?

Na wenn schon, dann "schiache"!

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Re: estarai

wer sagt dass sie eine politikerin ist?
sie ist nur ein handlanger vom onkel sepperl!!!

Gast: Kann´s net glauben
23.09.2012 20:45
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man stelle sich das Undenkbare vor: Polizisten zahlen keine Steuern auf ihren Lohn!



und wehren sich gegen Reformen!

http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/726513/Polizisten-gegen-Beamtensteuer_Wir-zahlen-nicht?direct=726688&_vl_backlink=/home/index.do&selChannel=103


Re: man stelle sich das Undenkbare vor: Polizisten zahlen keine Steuern auf ihren Lohn!

Was faseln sie denn für einen Schwachsinn?
Weder wehren sich die Exekutivbeamten gegen Reformen (man beachte u.A. die unzähligen Geschäftsreformen), noch zahlen Polizisten keine Steuern.
Die Hälfte der ohnehin aufoktroierten Überstunden behält der Staat bereits als Steuern ein.

Antworten Gast: Staatssklave
23.09.2012 20:57
1 0

Re: man stelle sich das Undenkbare vor: Polizisten zahlen keine Steuern auf ihren Lohn!

Innensicht/Außensicht, nicht immer dasselbe, eine Frage der Perspektive.

Gast: Burn out
23.09.2012 20:42
3 0

Warum gibt es so viele Überstunden

wenn es eh genug Personal gibt?

ein Witz

entweder wird die Überstunde bezahlt oder der Dienstgeber soll dafür sorgen das keine Überstunde anfällt! aus basta

dieses Zeitwertkonto ist doch ein Betrug.
Wir wissen ja das das Pensionsalter sowieso raufgesetzt wird und dadurch das Guthaben obsolet wird

Alles für ESM, Bankenrettung und EU Diktatur

Gast: UKW
23.09.2012 20:16
0 4

Na bravo, mit 52 Jahren verabschieden sich die Beamten dann in die Pension

Während der Hundstorfer den ASVGlern die Früpensionsmöglichkeit komplett gestrichen hat.

Gast: Victor Adler
23.09.2012 20:12
6 0

Lange Dienste, kurze Regenerationszeiten,

durch das Zeitwertkonto dann auch kein Geld.
Wichtig wäre kürzere Dienste, längere Regenerationszeiten, höhere Qualität der Dienstleistung. Eingeweihte wundert leider gar nichts mehr.

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