Auch Beamte im Ruhestand stürzen über "Fiskalklippe"

13.01.2013 | 18:43 |   (Die Presse)

Trotz der Erhöhung der Pensionen ab Jänner dieses Jahres gibt es für einen Teil der Senioren unterm Strich sogar weniger Geld als im vergangenen Jahr.

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Wien. In den USA wurde sie zum Jahreswechsel gerade noch abgewendet, in Österreich stürzt ein Teil der Pensionisten hingegen über eine „Fiskalklippe“ der besonderen Art – allerdings sind deren Dimensionen viel, viel kleiner. Für den Einzelnen ist es dennoch unsanft. Die Leidtragenden sind in diesem Fall alleinverdienende Pensionisten mit einer monatlichen Bruttopension von zumindest rund 1750 Euro. Diese stürzen trotz der mit 1. Jänner 2013 in Kraft getretenen Pensionserhöhung um 1,8 Prozent finanziell etwas ab. Denn sie erhalten netto weniger Pension als im vergangenen Jahr. Zum Handkuss kommen dabei nicht zuletzt auch Beamte im Ruhestand. Es dürften insgesamt einige tausend Pensionsbezieher betroffen sein.

Der Grund, warum unterm Strich weniger Pension auf den Konten einiger tausend Pensionisten als Eingang verbucht wird, ist die seit Längerem umstrittene Streichung des früheren sogenannten Alleinverdienerabsetzbetrags, der inzwischen als „besonderer Pensionistenabsetzbetrag“ ausgewiesen wird. Bei den Senioren gilt seit dem im Herbst 2010 geschnürten Sparpaket ab einer Pension von 1068 Euro brutto im Monat eine Einschleifregelung. Nach dieser läuft der steuerliche Absetzbetrag bei Pensionen, die über diesem Grenzbetrag liegen, sukzessive aus.

 

Klippe liegt bei 1750 Euro brutto

Die Folge dieser Regelung: Ein Bezieher einer Bruttopension von 1750 Euro brutto kam beispielsweise 2012 laut Sozialministerium auf eine Nettopension von 1455 Euro. Seit Jahresbeginn 2013 kommt zwar die Erhöhung dazu, die Bruttopension steigt auf 1781,50 Euro im Monat. Die Nettopension ist heuer mit 1429,85 Euro dennoch niedriger als im Vorjahr, weil der besondere Pensionistenabsetzbetrag nicht mehr genutzt werden kann. Pro Monat macht in diesem Beispiel der Nettoverlust rund 25 Euro aus. Sowohl vom SPÖ-Pensionistenverband als auch vom ÖVP-Seniorenbund gibt es seit Langem Widerstand gegen diese Verschärfung, zuletzt kam die Regelung Anfang Dezember beim Treffen mit der Regierungsspitze wegen der Pensionserhöhung zur Sprache.

 

Ruf nach Übergangsregelung

ÖVP-Seniorenbundchef Andreas Khol unternimmt jetzt einen neuen Vorstoß, damit zumindest in einer Übergangsphase keine zusätzlichen Einbußen gemessen an der Teuerung entstehen. Der Großteil der Pensionisten mit Ausnahme der Bezieher von Ausgleichszulagen hat mit der Erhöhung um 1,8 Prozent ohnehin im neuen Jahr keine volle Abgeltung der Teuerung erhalten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.01.2013)

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12 Kommentare

25 Euro im Monat weniger?

also nach Fr. Silvia Fuhrmann 7.5 weniger Wurstsemmeln essen!

Du meine Güte!

Voll das arge!
Alleinverdienerabsetzbetrag so ca 360 Euro im Jahr.
heißt bei Beamtenpensi 50 % steuerpflichtig.
Also in Wirklichkeit 180 Euro netto.
hat er 5.000 Euro Pensi, dann bekommt er heuer 1.260 Euro mehr Pensi.
Wo bitte ist da der Einschnitt???ß
rechnets mal mit der Hälfte an Pensi; die bekommen immer noch mehr als eine Monatspensi ASVG im jahr dazu!

Die ASVG-Durchschnittspension ist unter 1000 Euro !!


Somit trifft diese Grausamkeit eher den öff. Dienst, der schon immer mit Ruhegenüssen/Pensionen OHNE Leistungsnachweis Steuerzahler & Kinder, sozialpartnerschaftlich abgesegnet, AUSPLÜNDERN darf.

Volkswirtschaftlich macht es KEINEN Sinn IRGENDEINE Gruppe im Staat mit Sonderrechten zu versehen.

In der Schweiz ist das Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes (darum ABGESCHAFFT) u. in Schweden BETRUG, werte unSozialpartner !!!!!!!!!!!


Den Beamenhassern ins Stammbuch

Allen Beamtenhassern sei gesagt: Keine einzige Gruppe (auch unter Pensionisten) büßte in den letzten Jahren mehr ein als Beamte und deren Pensionisten: Für Aktive gab (und gibt) es mehrere Nulllohnrunden bzw. nicht staffelwirksame Einmalzahlungen, bei Pensionisten infolge Neueinführung der Durchrechnung weit überdurchschnittliche Verluste, da sich diese infolge veralteten Senioritätsprinzips besonders negativ auswirkt. Dazu kam die beamtenspezifische Einführung des (Pensionssicherungs-)"Beitrages": Beamte müssen auch im Ruhestand bis zum Lebensende Pensionsbeitrag einzahlen (wer noch?) Regelpensionsalter ist - auch für Beamtinnen – 65 (bei wem noch?), alles "Frühere" bedingt Abschläge! Selbst Ruhestands-Beamte bleiben dem Diszipliarrecht unterworfen: Sie zahlen Selbstbehalte bei allen ärztlichen Leistungen, bekommen keine Abfertigung, das Jubiläumsgeld wurde für alle vor 65 in Pension über Nacht ersatzlos gestrichen. Der Pensionsbeitrag ist überdurchschnittlich, Höchstbeitragsgrundlage gibt es keine! Die anerkanntermaßen deutlich unterdurchschnittlichen Anfangsbezüge sollten durch höhere Ruhestandsbezüge ausgeglichen werden – leere Versprechungen!. Zur angeblichen "Arbeitsplatzsicherheit": Beamtendienstrecht sieht besonders harte Sanktionen vor; Entlassung führt zum Verlust aller Rechte. Die großzügige ASVG-Altersteilzeitpension sowie die bezahlte Bildungskarenz gibt es bei Beamten nicht -. doch weiterhin Neid einer desinformierten Öffentlichkeit.

Re: Den Beamenhassern ins Stammbuch

Ihre Aussage ist einfach falsch!
http://wirtschaftsblatt.at/home/life/karriere/1325714/Arbeiter-verdienen-weniger

Beamte sind die einzigen die zugelegt haben. Sogar um mehr als 20%!

Warum? Weil sie Privilegien haben die ohne Verhandlungen einfach wirken.

Wenn sie auf die Altersteilzeit schimpfen, dann kann ich nur dazu sagen:
Beamte gehen nicht in Altersteilzeit, weil sie zu dem Zeitpunkt schon 5 Jahre im Ruhestand sind.

Re: Den Beamenhassern ins Stammbuch


Wer braucht Beamte ??? Fragen sie einen Schweizer !! Wer hat sie gehindert in der Wertschöpfungskette der Priv.wirtschaft im Sinne ALLER erfolgreich zu sein ??

Wir ALLE brauchen öff. Dienstleistung, NIEMAND braucht Beamte.

Verletzt den Gleichheitsgrundsatz (darum in der Schweiz ABGESCHAFFT) u. ist eine VERHÖHNUNG aller Wertschöpfenden.

Weitere Daten von AUSTROSTAT jederzeit lieferbar.

Ich weiss nicht wen

Blecha und Kohl vertreten, mich sicher nicht.

Nulllohnrunde für Bundesbeamte

Da haben es deren Ruheständler immer noch besser - sind ja sooo hilfsbedürftig.

Du meine Güte!

Und die ASVGler, die ml mehr als die 1750 bekommen, also zirka eine Handvoll Leute, die werden nicht bemitleidet!
Aber der Beamte, der ja ausschließlich mit mehr als 1750 im Monat daheim weiterdöst, der wird beweint.

Wo bitte sind jetzt die Gutmenschen und gehen auf die Straße demonstrieren?

"Auch Beamte im Ruhestand stürzen über "Fiskalklippe"

Im Gegensatz zu ASVG-Opfern fallen sie wenigstens weich:

Jeder Beitragseuro bringt für sie weiterhin rund doppelt soviel wie für uns.

also,dass das auch Beamte trifft, geht auf keinen

Fall, da muss sofort Khol an die Front, nicht die Beamten.

wenn man bedenkt

das es unter achttausend euro netto p.m.
keine nennenswerten österreichischen lebensformen gibt ............

.-)

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