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Steyr-Waffen im Irak: USA bleiben Beweis schuldig

13.02.2007 | 19:46 |  Von Thomas Seifert und Gerhard Hofer (Die Presse)

Österreichische Scharfschützen-Gewehre sollen bei irakischen Terroristen gefunden worden sein.

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Wien. Die Headline im gestrigen "Daily Telegraph" sorgte in Österreich für Unruhe: "Irakische Aufständische verwenden österreichische Waffen aus dem Iran". Mehr als 100 der Steyr Mannlicher Scharfschützen-Gewehre mit dem Kaliber 12,7 Millimeter sollen im Irak gefunden worden sein. Die meisten Gewehre seien in den vergangenen zwei Tagen bei einer Razzia in Bagdad gefunden worden; die ersten Funde liegen bis zu sechs Monate zurück, berichtet die Zeitung unter Berufung auf anonyme US-Quellen.
"Wir können die Berichte vorerst nicht bestätigen", erklärte Dienstagnachmittag ein Sprecher der US-Botschaft in Wien. Auch im Innenministerium wartete man vorerst vergeblich auf klare Stellungnahmen. Rudolf Gollia, Sprecher im Innenministerium: "Wir haben bis dato keine Information erhalten, dass dort Waffen sicher gestellt wurden."

Dementsprechend verärgert reagierte auch Franz Holzschuh, Geschäftsführer von Steyr Mannlicher im Gespräch mit der "Presse": "Wir sind ein politischer Spielball." Jede Waffe habe eine Seriennummer. So könne einwandfrei festgestellt werden, woher sie kommt und von wem sie weitergegeben wurde, erklärte Holzschuh. Doch vorerst habe es keine Anfragen bezüglich der kolportierten Waffenfunde gegeben. Holzschuh gab zu bedenken, dass die Präzisionsgewehre mittlerweile auch nachgebaut werden. "In Kanada können Privatpersonen diese Waffe relativ leicht erwerben."

Seit Jahren sorgen die Steyr 50-HS für diplomatische Verstimmung zwischen Österreich und den USA. Ende 2004 genehmigten Innen-, Außen- und Verteidigungsministerium die Ausfuhr von 800 Gewehren in den Iran. Offiziell waren die Waffen für die iranische Grenzpolizei im Drogenkampf bestimmt.
Dass eine Waffe, die auf 1000 Meter eine daumendicke Stahlplatte durchbohrt, gegen Drogenschmuggler eingesetzt werden soll, wurde schon damals von Experten und Oppositionspolitikern bezweifelt. "Im Kampf gegen den Drogenhandel unbrauchbar, als Terroristenwaffe Goldes wert", argwöhnte der Grüne Peter Pilz. Im Dezember 2005 belegte die USA Steyr Mannlicher sogar mit einem Embargo. Das Unternehmen, das bei Steyr 120 Mitarbeiter beschäftigt, durfte keine Waffen mehr in die USA liefern. "Mittlerweile sind die Sanktionen beendet", sagt Holzschuh. Man liefere vor allem Jagdwaffen in die USA.

Trotz der vagen Angaben über die Waffenfunde erneuerten US-Botschaft und britisches Außenministerium am Dienstag die Kritik an Österreich. "Obwohl wir damals unsere Bedenken gegenüber der österreichischen Bundesregierung deutlich gemacht haben, ging der Waffendeal über die Bühne", sagte UK-Außenamtssprecher Neill Canahan zur "Presse".

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7 Kommentare
wüterich
14.02.2007 08:00
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siebengescheiter Pilz!

Warum soll denn ein Scharfschützengewehr gegen Drogenhändler wertlos sein ? Keine Polizei der Welt verzichtet im Kampf gegen Verbrechen auf Scharfschützengewehre!

Gast: 5678
13.02.2007 23:12
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US-SOLDATEN MIT ÖSTERREICHISCHEN WAFFEN IM IRAK ERSCHOSSEN

wieviele ? 10? 20 ? Die Aufregung ist groß. Politiker verkünden Meinungen dazu, fordern Untersuchungen. Jedoch mindestens 1.500.000 Völkermord-Dahingemordete Nicht-US-Amis in Dafur (Sudan) - warum interessiert das nicht ebenso ? 1 Zeitungsartikel für 10 Tote GIs machte dann logischerweise 150.000 Zeitungsartikel für die Dahingemordeten im Sudan. Seltsam dass das nie so läuft - warum nicht ?

wüterich
14.02.2007 19:54
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was macht da den Unterschied aus?

Es ist zunächst die Frage, ob es sich wirklich um österreichische Waffen gehandelt hat! Und selbst wenn ? Auch andere Länder produzieren hervorragende Präzisioswaffen, die auf dem freien Markt gegen gute Dollars jederzeit erhältlich sind! Und dem betreffenden Amerikaner, der da zum Opfer wird, sollte es wohl gleichgültig sein, ob er von einem russischen, chinesischen, indischen oder südafrikanischen Projektil getötet wird. Je früher sie abziehen, umso weniger tote Amerikaner wird es geben!

Gast: Quasi
13.02.2007 20:05
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"USA bleiben Beweise schuldig"

Wie üblich...

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Wenn¿s alle machen...

Waffenlieferungen sind an sich IMMER ein äußerst problematisches Geschäft: Früher oder später werden damit Menschen erschossen! Aber gerade die USA, der mit Abstand größte Waffenlieferant der Welt, sollen sich nicht so aufpudeln, daß ihre GIs im Irak durch österreichische Gewehre ums Leben kommen. Kriegsgerät wandert vom Käufer, der verkauft es weiter, usw., usw. Niemand kann sagen, wo es letztlich landet, wann und wo es eingesetzt wird. Zur Erinnerung: Noch WÄHREND des 2. Weltkrieges haben US-Firmen in mannigfaltiger Weise mit Hitler-Deutschland erstklassige Geschäfte abgewickelt und vor US-Gerichten alle Hebel in Bewegung gesetzt, daß das Weiße Haus ihre Wirtschaftskontkate zum NS-Regime nicht behindert; "Geschäftsstörung" sei dessen politischer Wille, wurde seitens der Anwlälte moniert. Hätte Bush nicht, basierend auf völlig falschen Voraussetzungen, den Einmarsch im Irak befohlen, wäre kein einziger US-Soldat ums Leben gekommen. Auch das gilt es zu bedenken!

mari2222
14.02.2007 12:44
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Wenn's alle machen...

... dennoch ist es zumindest bedenklich, wenn ein neutrales Land wie Ö High-Tech-Präzisionsgewehre in den Mittleren Osten schickt (nicht, dass wir da nicht eine Tradition hätten, aber...). Und wieso will man gegen Drogenschmuggler Waffen einsetzen, die gepanzerte Fahrzeuge auf Kilometerdistanz durchschlagen können?
Es geht doch hier überhaupt nicht darum, ob die Amis den Konflikt im Irak angezettelt haben, sondern um die Verantwortlichkeit Österreichs in diesem Deal. Wo heutzutage jeder (offenbar außer den ö Ministerialbeamten) weiß, dass sognenannte "light weapons" in den meisten irregulären Konflikten dieser Welt zum Einsatz kommen, Hunderttausende Menschenleben fordern und einer der Gründe sind, warum diese Konflikte so schwer unter Kontrolle zu bringen sind (s. Irak...).

Antworten Antworten Antworten Gast: ssid
14.02.2007 20:16
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oh mari

wahrschein so eine grüne tante, doe keine ahnung vom geldverdienen hat!