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Ägypten: Islamist Mursi will engere Beziehungen zu Iran

25.06.2012 | 09:24 |   (DiePresse.com)

Unter dem Jubel seiner Anhänger wurde der Muslimbruder zum Wahlsieger gekürt. Nun will der neue ägyptische Präsident ein "strategisches Gleichgewicht mit dem Iran" schaffen. EU und USA sprechen von einem "Meilenstein".

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Der neu gewählte ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat in einer ersten Ansprache versöhnliche Töne angeschlagen. Mehrfach kündigte er unter dem Jubel seiner Anhänger an, der "Präsident aller Ägypter" sein zu wollen. Sonntagabend versprach Mursi die Einhaltung aller internationaler Verträge und würdigte die Revolution des vergangenen Jahres, die den Sturz von Ex-Machthaber Husni Mubarak bewirkt hatte. "Die Freiheit hatte eine hohen Preis", sagte er. "Ich verspreche, dass ich alles tun werde, dass das Blut der Märtyrer nicht vergeblich vergossen wurde."

Völlig neue Töne schlug er dagegen in einem am Montag veröffentlichten Interview der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars an. Demnach betonte er, die Beziehungen zum Iran ausweiten zu wollen, um ein strategisches Gleichgewicht in der Region zu schaffen. "Dies ist Teil meines Programmes", zitierte Fars den Politiker. Nach Angaben der Agentur fand das Interview am Sonntag wenige Stunden vor Bekanntgabe des Ergebnisses der Präsidentenwahl statt.

"Meilenstein" für Ägypten

Als einer der ersten gratulierte US-Präsident Barack Obama Mursi telefonisch zur Wahl. Das ägyptische Volk beglückwünschte er zu "diesem Meilenstein auf dem Weg zum demokratischen Übergang". Obama freue sich auf die Zusammenarbeit mit Mursi und der künftigen Regierung "auf der Basis gegenseitigen Respekts, um die vielen gemeinsamen Interessen Ägyptens und der USA zu fördern", hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses.

Von einem "Meilenstein" sprach auch die Europäische Union in ihrer Gratulation an Mursi. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton begrüße den friedlichen Verlauf der Präsidentenwahl, sagte ihre Sprecherin am Sonntagabend. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vertraut laut einer in New York verbreiteten Erklärung darauf, dass Mursi "keine Mühen scheut, um sicherzustellen, dass das Volk Ägyptens die Hoffnungen auf mehr Demokratie, die Achtung der Menschenrechte und auf ein stabiles Land für alle Bürger umsetzt".

Israel hofft laut Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Ägypten und den weiteren Bestand des Friedensvertrags zwischen beiden Ländern. Auch der Oberste Militärrat, der seit Mubaraks Sturz in Ägypten herrscht, gratulierte dem islamistischen Wahlsieger.

VIDEO: Mursi neuer Präsident Ägyptens

Bild: rca

Nach dem Sieg von Mohammed Mursi bei der Präsidentenwahl in Ägypten feiern seine Muslimbrüder. Um aber tatsächlich etwas bewegen zu können brauchen die Muslimbrüder die Unterstützung der säkularen Kräfte.

Jubel am Tahrir-Platz

Mursi setzte sich bei der Stichwahl mit knappem Vorsprung gegen den früheren Luftwaffenchef Ahmed Shafik durch. Damit behaupteten die religiös konservativen Muslimbrüder ihre führende Position auch in der Präsidentenwahl. Nach Angaben der staatlichen Wahlkommission vom Sonntag vereinigte der Kritiker des früheren Mubarak-Systems rund 52 Prozent der Stimmen auf sich. Shafik erhielt 48,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 51 Prozent.

Es war die erste Präsidentenwahl in Ägypten seit dem Sturz von Mubarak im Februar 2011. Auf dem Tahrir-Platz im Zentrum Kairos hatten sich seit dem Vormittag Tausende Anhänger Mursis versammelt. Als das Ergebnis verkündet wurde, brach Jubel aus. Die Muslimbrüder hatten sich seit Tagen immer wieder versammelt, um ihren Kandidaten zu unterstützen und gegen den Militärrat zu protestieren. Dieser hatte sich nach der Auflösung des von muslimischen Abgeordneten dominierten Parlaments weitreichende Befugnisse von der Volksvertretung übernommen.

Das neue Staatsoberhaupt soll am Sonntag sein Amt in dem bevölkerungsreichsten arabischen Land antreten.

(Ag./Red.)

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189 Kommentare
 
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Gast: Gast Omar
26.06.2012 10:53
1 2

Schweigen...

Durch massiven Wahlbetrug wurde der Kandidat einer Terror-Organisation ägyptischer Präsident. Europa schweigt dazu.

Gast: Imperialist
26.06.2012 08:55
2 0

europäisch-amerikanische Begeisterungstürme

"Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton erklärte: "Dies ist eine wichtige Etappe im demokratischen Übergang Ägyptens und ein historischer Augenblick für das Land und die Region." Sie vertraue Mursi, dass er die "Diversität" Ägyptens vertrete.", fügte Ashton hinzu. Die USA gratulierten Mursi ebenfalls. Die Wahl sei ein "Meilenstein" auf dem Weg Ägyptens zur Demokratie."

EU-Fräulein hätte 1933 dasselbe erklärt. Spätensens nach der Einführung der Meilensteinigung ist der Oberbruder reif für den Friedensnobelpreis.

Gast: alex111
25.06.2012 22:52
0 1

Wann wird dem Muslimbruder der rote Teppich ausgerollt?

In Österreich hat er eine große Anhängerschaft,die ihn schon sehnsüchtig erwartet.

Re: Wann wird dem Muslimbruder der rote Teppich ausgerollt?

Polemik

Gast: hirntot
25.06.2012 22:38
2 1

Überall, wo ein gewisser Geheimdienst seine Finger mit im Spiel hat, geht etwas schief!

Erinnert sei an die hiesigen Moslembrüder, die Häupl und Kurz eifrig mit Steuergeld fördern ... der paneuropäische Gottesstaat als ihr Ziel rückt näher. Auch Spindelegger förderte das EU-Kalifat mit einem Palais. Bald europäischer Frühling?

Re: Überall, wo ein gewisser Geheimdienst seine Finger mit im Spiel hat, geht etwas schief!

Nomen est Omen

Gast: pizzamann
25.06.2012 22:13
1 0

is eh gscheit

wenn da mal ein bisserl "balance" reinkommt... wer glaubt denn wirklich das die iraner mit a-bomben schmeissen wenn sie niemand provoziert... die wissen ziemlich gut das sie sicher nur einmal schmeissen... es is eine ziemlich komische welt, wenn man zu wissen glaubt, dass darauf nur noch mehr kracher fliegen... alles trottln

Gast: Es sei klar gestellt
25.06.2012 22:01
4 3

Der Iran bedroht nicht Europa, sehr wohl aber die Türkei und Saudiarabien

Durch Missionierung, durch Unterwanderung unserer Institutionen und Parteien etc.
Man hört nie davon, dass Schiiten bei uns Probleme machen oder jemandem bekehren wollen oder irgendetwas von uns erpressen wollen, sehr wohl aber machen das täglich die Sunniten im allgemeinen und deren Sekten etwa die Salafisten.

Antworten Gast: schnucki100
25.06.2012 22:24
3 0

Re: Der Iran bedroht nicht Europa, sehr wohl aber die Türkei und Saudiarabien

Pssst! Nicht zuviel verraten dass ist nicht erwünscht.

3 2

Wo ist das Problem? Auch Österreich hat eine Botschaft im Iran. Stehen wir deshalb auch unter einer derartigen "Beobachtung"?

Wieso sollte es ungewöhnlich sein,
wenn Ägypten versucht seine Beziehungen
zu einem Staat der Region zu verbessern?

Des Weiteren hat eine jede verantwortungsvolle Regierung zudem die Pflicht
alle Verträge zu überprüfen
die unter einer offensichtlich korrupten Vorregierung
geschlossen wurden.

Deshalb ist auch das nicht verwunderlich.

Gast: ZARA
25.06.2012 20:17
4 16

Da können wir uns ausmalen was passiert, wenn der HC an die Macht kommt

(Speib!)

Re: Da können wir uns ausmalen was passiert, wenn der HC an die Macht kommt

Stellen sie mal eine logische Verbindung zwischen ihrem Posting und dem Text darüber her, bin gespannt!

:)

Antworten Gast: xxxx
25.06.2012 21:29
1 0

Re: Da können wir uns ausmalen was passiert, wenn der HC an die Macht kommt

DAs finde ich nicht weiter schlimm.
Die Wirtshäuser, Bierzelte und Branntweiner werden ihren Umsatz verzigfachen.
Gut für die Wirtschaft.

14 0

Die westlichen Deppen applaudieren.


Antworten Gast: awdawdawdawdawdawdawdada
25.06.2012 21:29
0 0

Re: Die westlichen Deppen applaudieren.

Natürlich tun sie das, Ägypten kontrolliert den Suez-Kanal. Da stecken rein wirtschaftliche Überlegungen dahinter (Hoffe ich jedenfalls)

Antworten Gast: nina blum
25.06.2012 20:11
1 6

Re: Die westlichen Deppen applaudieren.

Um Gottes Willen!
Passens doch auf, dass Sie keinen Krampf beim Klatschen bekommen!

Gast: H3lls-Angler
25.06.2012 17:22
8 15

Der Arabische Raum muss sich vereinen

und die US-Ratten loswerden.

Sie sollen nach ihren Vorstellungen leben dürfen, egal ob es mittelalterliche Ideologien sind.

Der Reichtum an Ressourcen wird ihnen ein gutes Auskommen sichern und sie werden sich mit der Zeit auch westlichen Maßstäben annähern.

Sie sind auch intelligent genug keinen atomaren Krieg zu entfachen, was schon im kalten Krieg der Fall war.

Die US-Geopolitik muss und wird scheitern!

Re: Der Arabische Raum muss sich vereinen

Nun ja Ägypten verfügt über besonders reiche Resourcen, insbesondere Humankapital.

Antworten Gast: rabe123
25.06.2012 19:00
10 6

Re: Der Arabische Raum muss sich vereinen

Sie haben ja nicht alle Tassen im Schrank. Wenn "der arabische Raum" schön vereint in einem islamischen Gottesstaat ist, dann ist das zuallererst für Europa die Hölle. Die Millionen der muslimischen 3ten Kolonne leben nämlich nicht in den USA sondern in London, Paris, Berlin und Wien.

10 4

Re: Der Arabische Raum muss sich vereinen

Also von Geschichte im und/oder Politikwissenschaft haben Sie sicherlich keinen blassen Dunst. Leider haben Sie auch von Wirtschaftspolitik keine Ahnung. Da Sie von "US-Ratten" sprechen muß ich auch annehmen, daß Sie irgendwo im 68er Generationsdenken stecken geblieben sind - traurig!

Re: Re: Der Arabische Raum muss sich vereinen

werfen sie nur mal einen blick auf die vereinigten arabischen emirate

dann wissen sie das auch arabische länder das zeug zu wirtschaftlicher stärke haben!

Re: Re: Re: Der Arabische Raum muss sich vereinen

Aber hauptsächlich dan, wenn sie auf Ölseen leben.

Re: Re: Der Arabische Raum muss sich vereinen

wenn man über US-Ratten spricht dann bitte nicht über die grosse Masse der US Amerikaner sondern über die kleine Clique die sich anmaßt Herr über die Welt zu sein und zu befinden welches Land was tun darf und was nicht und was es haben darf und was nicht - capito

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Re: Re: Re: Der Arabische Raum muss sich vereinen

So schlau bin ich auch - und das "capito" können Sie sich bitte in Zukunft sparen!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Konservativer
25.06.2012 22:58
0 2

Re: Re: Re: Re: Der Arabische Raum muss sich vereinen

Hören Sie gefälligst mit Ihrer Wehleidigkeit auf. Ist ja ekelhaft, sowas.

Re: Re: Re: Re: Der Arabische Raum muss sich vereinen

Ihre Wehleidigkeit können Sie sich in Zukunft auch sparen

teilen Sie aus und stecken Sie ein aber hören Sie auf sich über den Ton zu beschweren

ist ja erbärmlich

 
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