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Historischer Händedruck: Queen besucht Exterroristen

27.06.2012 | 18:27 |  Von unserer Korrespondentin JULIA KASTEIN (Die Presse)

Königin Elizabeth II. traf anlässlich der Feier ihres 60. Thronjubiläums Martin McGuinness, den Vizeregierungschef der Problemprovinz. Das Treffen gilt als wichtiger Schritt im Friedensprozess.

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London. Der erste historische Händedruck fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt: In einem Nebenzimmer des Lyric-Theaters in Belfast schüttelten Königin Elizabeth II. und ihr Mann Philipp gestern dem ehemaligen IRA-Anführer und Sinn-Fein-Politiker Martin McGuinness die Hand. Auf Wunsch beider Seiten wurden die Kameras verbannt, als sich die Monarchin und der Exterrorist, der inzwischen stellvertretender Chef der nordirischen Regionalregierung ist, zum ersten Mal begegneten.

Nach einem Rundgang durch eine Ausstellung mit irischer Kunst wurde die Übung dann noch einmal für die Kameras wiederholt: Die Queen im grünen Kostüm lächelte freundlich, als McGuinness (mit grüner Krawatte) ihr laut Ohrenzeugen (Mikrofone waren nicht erlaubt) breit grinsend und auf Irisch „Auf Wiedersehen und Gottes Segen“ wünschte. Danach verschwand Elizabeth wortlos im Rolls-Royce – und McGuinness erklärte nur kurz, es sei „very nice“ gewesen, die Queen zu treffen – und fügte spöttisch hinzu: „Ich bin aber immer noch Republikaner.“

Der politische Höhepunkt des zweitägigen Besuchs der Queen zur Feier des 60. Thronjubiläums in ihrer Problemprovinz hat für die Briten große Symbolkraft: „Selbst die größten Visionäre unter uns hätten es wohl nie für möglich gehalten, dass sich Ihre Majestät und McGuinness je so begegnen würden“, so Peter Sheridan, Chef von „Co-Operation Ireland“, einer gemeinnützigen Organisation, die durch gemeinsame Kulturprojekte Versöhnung zwischen Republikanern und Unionisten stiften will, und den Empfang im Lyric Theatre organisiert hatte. „Allein der Umstand, dass es stattfindet, sagt nicht nur viel über Heilen und Versöhnung, sondern auch über die Annäherung beider Seiten.“

 

Straßenschlachten vor Besuch

So sehr gestern Versöhnung beschworen wurde: Auch 14 Jahre nach dem Karfreitagsabkommen und dem offiziellen Ende der „Troubles“, wie die Briten den jahrzehntelangen Nordirland-Konflikt fast verniedlichend nennen, sind die Wunden zwischen beiden Seiten längst nicht verheilt. In der Nacht auf Mittwoch ist es in Belfast nach einer Demonstration von katholischen Republikanern gegen den Besuch wieder zu blutigen Straßenschlachten mit protestantischen Unionisten gekommen. Aus Angst vor Anschlägen hat die Polizei eine Bannmeile rund um das Lyric Theatre geschaffen, und alles hermetisch abgeriegelt.

Doch anders als bei ihrem Besuch zum silbernen Dienstjubiläum 1977, als die Queen aus Sicherheitsgründen nicht einmal auf nordirischem Boden übernachten konnte, schien sich die Mehrheit der Nordiren diesmal zu freuen: Tausende Menschen hatten ihr am Dienstag begeistert zugejubelt, als die Queen in der anglikanischen Kathedrale von Enniskillen, im äußersten Südwesten der Provinz, einen Gottesdienst zu Ehren der elf Opfer besuchte, die dort 1987 bei einem IRA-Bombenanschlag gestorben waren.

Als Zeichen der Versöhnung war die Monarchin anschließend in eine nahegelegene katholische Kirche gegangen – auch das eine historische Premiere.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.06.2012)

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5 Kommentare
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Freiheit für Nordirland und Schottland

Die Grossbritannier glauben immer noch an das große Empire das sie mal waren. Sie halten an den Kolonialzeiten fest. Nordirland und Schottland wollen schon immer frei sein. Doch die Engländer haben ihr Land mit dem Namen "Vereinigtes" KR getarnt. Das ist falsch. Sie sind nicht vereint sondern einfach eingegliedert.... FREIHEIT FÜR JEDE ETHNIE!!!!!

Gast: Monarchiebeobachter
28.06.2012 08:34
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Ein katholischer Fuerst in Irland

Haette niemals die protestantische Infiltration und folgende Abtrennung des Nordens erlaubt. Genausowenig, wie ein Serbischer Fuerst den Kosovo verloren haette.

Gast: Mr. Brown
27.06.2012 20:03
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Lang lebe die Queen!

Sie ist eine Friedensstifterin.

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Re: Lang lebe die Queen!

Die Queen ist wie alle britischen Monarchen davor: Sie will Britannien als grosses Empire sehen.

Re: Lang lebe die Queen!

Ja ? Was hat sie den für den Frieden gemacht ?