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London: Berüchtigter ETA-Terrorist festgenommen

29.06.2012 | 11:32 |   (DiePresse.com)

Der 56-jährige Antonio Troitino war ursprünglich wegen 22-fachen Mordes zu rund 2500 Jahren Haft verurteilt worden. 2011 kam er irrtümlich frei. Nun konnte ihn die Polizei erneut festnehmen.

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In London sind am Freitag zwei Mitglieder der baskischen Terrorgruppe ETA festgenommen worden. Wie spanische Medien berichteten, ging der Polizei bei der Aktion in der Früh auch der berüchtigte ETA-Aktivist Antonio Troitino ins Netz. Der 56-Jährige hatte im April 2011 für Schlagzeilen gesorgt, weil er sechs Jahre vor seiner eigentlichen Entlassung freigekommen war.

Die irrtümliche Haftentlassung hatte in der spanischen Justiz für Wirbel gesorgt. Einem Gericht war bei der Berechnung der Haftzeit ein Fehler unterlaufen. Er wurde danach erneut per Haftbefehl gesucht.

2500 Jahre Haft

Troitino war ursprünglich wegen 22-fachen Mordes zu rund 2500 Jahren Haft verurteilt worden. Da das spanische Recht keine lebenslangen Haftstrafen kennt, muss er aber höchstens 30 Jahre absitzen. Diese Zeit hatten Richter fälschlicherweise wegen der Anrechnung der Untersuchungshaft auf 24 Jahre verkürzt.

Erst nach seiner Freilassung wurde eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs bekannt, wonach die Untersuchungshaft nicht auf die maximale sondern auf die gesamte Haftzeit laut Urteil angerechnet werden darf. Damit hätte er in jedem Fall 30 Jahre im Gefängnis bleiben müssen. Der ETA-Terrorist war in den 1980er Jahren an einer Serie von Anschlägen beteiligt gewesen. Dazu gehörte ein Bombenanschlag 1986 auf einen Polizei-Bus in Madrid, bei dem zwölf Beamte starben.

Britisch-spanische Gemeinschaftsaktion

Die beiden Mitglieder der baskischen Terror-Organisation wurden in einer Gemeinschaftsoperation der britischen und spanischen Sicherheitskräfte in einer Londoner Wohnung gefasst. Der zweite Festgenommene, Ignacio Lerin, soll nach Angaben des spanischen Innenministeriums in der ETA für den Transport sowie die Lagerung von Waffen und Sprengstoff zuständig gewesen sein.

Das Ministerium bezeichnete die Festnahmen als einen "schweren Schlag für die ETA". Die Organisation hatte im vorigen Jahr einen definitiven Gewaltverzicht erklärt, sich aber nicht aufgelöst und auch nicht die Waffen abgegeben.

ETA

Die ETA kämpfte seit 1968 gewaltsam für ein unabhängiges Baskenland in Nordspanien und im Südwesten Frankreichs. Mehr als 800 Menschen wurden seitdem getötet. Im Oktober 2011 hatte die ETA das Ende ihres bewaffneten Kampfs verkündet und im November die Bereitschaft zur Abgabe ihrer Waffen erklärt. Bisher unternahm sie aber keine konkreten Schritte zur Entwaffnung und erklärte auch nicht ihre Auflösung.

(APA)

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3 Kommentare

Das funktioniert offenbar so wie die Spanische Wirtschaft.

2.500 = 30.

und jetzt?

muss er wegen Ausbruch lânger sitzen, oder wie?

Gast: Blankensteiner Husar
29.06.2012 12:51
0 2

2500 Jahre für 22. Und in Norwegen gibts?

Ein echter EU-Diskonter, dieses Norwegen.

Im Fadenkreuz der Terroristen