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Syrien-Konferenz: Einigung auf politischen Übergang

30.06.2012 | 20:44 |   (DiePresse.com)

Bei einem Treffen der fünf UN-Vetomächte einigte man sich darauf, das Mitglieder der aktuellen Führung auch an einer neuen Regierung beteiligt sein werden.

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Die in Genf tagende Syrien-Aktionsgruppe hat sich auf Grundzüge eines politischen Übergangs in Syrien verständigt. Wie der internationale Sondergesandte Kofi Annan am Samstag mitteilte, einigten sich die Außenminister der fünf UN-Vetomächte und Vertreter arabischer Staaten unter anderem darauf, dass neben Oppositionsvertretern und Vertretern anderer Gruppen auch Mitglieder der aktuellen syrischen Führung an einer Übergangsregierung beteiligt sein könnten. Die Regierung müsse "im gegenseitigen Einvernehmen gebildet werden", hieß es in der von Annan verlesenen Abschlusserklärung. Auf Verlangen Russlands soll jedoch der syrische Machthaber Bashar al-Assad nicht davon ausgeschlossen werden. Damit konnte der Westen das aus seiner Sicht wichtigste Element des neuen Friedensplans Annans nicht durchsetzen.

In stundenlangen Verhandlungen hatte Russland, der engste Verbündete Assads, darauf gedrungen, dass nur das syrische Volk selbst über die Zusammensetzung einer Übergangsregierung entscheiden dürfe. Auf die Frage, ob es richtig sei, "Personen mit Blut an den Händen" wie Assad an der geplanten Übergangsregierung zu beteiligen, sagte Annan vor der Presse in Genf: "Ich hoffe, Leute mit Blut an den Händen, sind nicht die einzigen Leute in Syrien." Er bezweifle, dass die Syrer solche Personen mit beteiligen möchten.

Hoffnung auf "echte Ergebnisse"

Annan drückte die Hoffnung aus, "echte Ergebnisse" in Syrien binnen eines Jahres zu sehen. Die Parteien in Syrien müssten in den politischen Übergang einbezogen werden, forderte er. Der Treffpunkt für ein mögliches nächstes Treffen sei noch offen. Die Aktionsgruppe für Syrien werde in Kontakt bleiben und abhängig von den weiteren Entwicklungen zusammenkommen. "Die Aufgabe ist nicht einfach, aber sie ist möglich. Es ist nicht das erste Mal, dass Menschen sich bekämpfen und sich dann in einer Regierung zusammenschließen", sagte Annan.

US-Außenministerin Hillary Clinton verteidigte Zugeständnisse des Westens an Russland und China bei der Syrien-Konferenz in Genf. In der Abschlusserklärung des Treffens werde der syrische Machthaber Bashar al-Assad zwar nicht ausdrücklich von einer Übergangsregierung ausgeschlossen, es sei aber völlig klar, dass er "trotzdem verschwinden muss", sagte Clinton am Samstagabend nach Abschluss der Genfer Syrien-Konferenz. "Die internationale Gemeinschaft hat mit einer Stimme gesprochen, Russland und China eingeschlossen", so Clinton. Bashar al-Assad müsse klar verstehen, dass seine Tage gezählt seien.

"Durchsetzung kann erzwungen werden"

Der Annan-Friedensplan sei in wichtigen Punkten von allen Teilnehmern der Konferenz akzeptiert worden. Bedeutend sei dabei die Aufforderung an Damaskus, die Bildung einer Übergangsregierung zuzulassen. Auf dieser Grundlage werde nun Kurs auf eine neue Syrien-Resolution des UN-Sicherheitsrates genommen. Sie solle auf Kapitel 7 der UN-Charta verweisen, wonach die Durchsetzung von Frieden erzwungen werden kann, falls das Assad-Regime nicht die Forderungen für einen politischen Übergangsprozess erfülle.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow widersprach Clinton unmittelbar danach. Die an der Genfer Konferenz beteiligten Staaten könnten dem Sicherheitsrat in New York keine Vorschriften machen. Dieser habe seine eigenen Regeln, sagte Lawrow. Moskau hat bisher im Sicherheitsrat alle Zwangsmaßnahmen gegen Syrien mit seinem Veto verhindert.

"Keinerlei aufgezwungene Lösung"

Hinter verschlossenen Türen hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow nach Angaben von Diplomaten erklärt, Moskau werde keinerlei von außen aufgezwungene Lösung zulassen. Insbesondere habe Lawrow jene Formulierungen verhindert, die darauf hinausgelaufen wären, Assad von dem angestrebten Übergangsprozess auszuschließen.

In einer erste Reaktion zeigte sich Lawrow erfreut über das Resultat der Konferenz. Er wolle die Konferenz auf alle Staaten ausdehnen, die Einfluss auf Syrien hätten. Die nach Syrien gelieferten Waffen könnten nicht gegen die Opposition eingesetzt werden. Diese provoziere permanent die syrische Regierung, so Lawrow.

Der frühere UN-Generalsekretär Annan sprach von einem "produktiven" Treffen. Er habe jetzt mehr Hoffnung, dass eine politische Lösung für Syrien möglich werden könnte. Wichtig sei, dass sich die Weltmächte weiter einander annäherten und nach einer gemeinsamen Linie zur Lösung des Syrien-Konfliktes suchen. Dafür sei auf der Konferenz in Genf eine Grundlage geschaffen worden.

Den Ministern der USA, Russlands, Chinas, Frankreichs und Großbritanniens sowie der Türkei und mehrerer Staaten der Arabischen Liga hatte ein von Annan erarbeiteter neuer Friedensplan vorgelegen. Kernpunkt war der Vorschlag, in Damaskus eine Übergangsregierung der nationalen Einheit zu bilden.

Für Opposition "nicht hinnehmbar"

Vertreter der syrischen Opposition hatten bereits vor der Konferenz erklärt, es sei für sie nicht hinnehmbar, dass die Verantwortlichen für Verbrechen gegen die Menschlichkeit - darunter Massaker selbst an Frauen und Kindern - straffrei bleiben. Eine Beteiligung an einer Übergangsregierung mit "dem Schlächter" Assad komme nicht in Frage, sagte Naji Tajjra von der Oppositions-Dachorganisation Syrischer Nationalrat (SNC).

Der Iran, der engste Verbündete des Assad-Regimes wurde auf Druck Washingtons nicht zum Genfer Treffen eingeladen. In einem Telefongespräch mit Annan würdigte Außenminister Ali-Akbar Salehi dessen Friedensbemühungen und wünschte ihm Erfolg für die Konferenz. Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens sagte Salehi, dass die Krise in Syrien nur über einen internen Dialog zu lösen sei und dass "vom Westen aufgedrängte Pläne jenseits jeglicher Logik" seien.

 

(APA/AFP)

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24 Kommentare

der nette Herr Annan

ist nichts weiter als ein Handlanger der USA!

Kofi Annan, UN-General-Sekretär:

"Eine Weltregierung kann in die internen Angelegenheiten einer jeden Nation militärisch intervenieren, wenn sie deren Aktivitäten missbilligt."

übrigens ist die Webseite von Herrn Dr. Webster Tarpley der zum Thema Libyen und Syrien beste Analysen lieferte seit heute nicht mehr zugänglich. Anscheinend fängt die Zensur jetzt richtig an!

Gast: Wiener 123
01.07.2012 15:38
0 2

Die Rechnung ohne den Wirt gemacht

Assad denkt überhaupt nicht daran, sein Terrorregime zu beenden, obwohl dies der Schritt sein würde, den Krieg zu beenden.
Dann schon lieber das Land niederbrennen und die Nicht-Alawiten ermorden.

Der Volksaufstand widerum weiß, das er für den ganz überwiegenden Teil des syrischen Volkes spricht und wird selbstverständlich einen Machtbehalt der verbrecherischen Assad-Clique nicht dulden.

Gast: Horst 3.14
01.07.2012 14:03
3 0

Wie USrael weiter zündelt

Können wir die paar Kriegstreiber nicht auf einen anderen Planeten schießen?

http://www.theintelligence.de/index.php/politik/naher-osten-nahost/4615-nahost-vor-dem-grossen-krieg.html

Gast: Zitronistenfalter mit Dünnpfi.f
01.07.2012 13:56
2 0

Zitronenpresse: Saft- und Kraftlos

Brot und schlechte Medien für das Volk, denn für Spiele ist keine Zeit mehr.

http://kritische-massen.over-blog.de/article-medien-direkte-lugen-107622217.html

Gast: walter g
01.07.2012 13:51
2 0

Schon penlich " Schweizer Handgranaten in den Händen syrischer Rebellen.

Waffenlieferungen von Israel für die syrischen Rebellen.15ooo Rebellen werden vom Ausland finanziert !!!

Was die für Ausdrücke benützen! ...

... "Assad muss verschwinden." Ganz "vergessen"
wurde die Rolle der USA, Natostaaten und deren Handlanger aus Libyen, Türkei und Saudi Arabien. Heutzutage werden Terroristen vorübergehend als "Rebellen" bezeichnet, mit Waffen versorgt und im Vorfeld mittels bezahlter Mörder Anschläge verübt, und dann den jeweiligen Regierungen in die Schuhe geschoben. Und seit wann bestimmt die UNO, wer wo regieren soll? Sind wir schon so weit auf dem Weg zur Weltdiktatur?

Gast: UFTS
01.07.2012 09:31
3 0

Die von den USA unterstützten Mörderbanden

haben überhaupt keine Legitimation an einer Regierungsbeteiligung!

http://einarschlereth.blogspot.co.at/2012/06/us-morderbanden-massaker-in-syriens.html

Grundzüge eines politischen Übergangs in Syrien verständigt.

Entschuldigung, würde ich meinen Sportverein so führen, wie es sich in letzter Zeit in der Weltpolitik "so abführt", die Mitglieder würden mich "wie die Sau durch das Dorf treiben"!

5 2

Möglicherweise ist Balotelli der uneheliche Sohn von Kofi Annan. Wie gesagt, möglicherweise, denn man soll ja mit Unterstellungen sehr vorsichtig sein.


Nie haette ich gedacht, dass ich im russischen Aussenminister den Vertreter unserer Interessen sehen muss

Nur Lavrov wagte zu sagen, welche Demokratie denn erwartet werde? Was der Arabische Fruehling bringe sei Winter, Verfolgung der verschiedenen Kulturen u Religionen die den Islamisten nicht gefielen. Verfolgung u. Morden ohne Ende, wie taeglich im Irak, in Tunis, in Lybien, in Aegypten .. noch hat Syrien eine Regierung und Russland will an dieser neuralgischen Stelle kein Chaos. Wir sind Opfer eionseitier Bilder aus dem Fernsehen. Man moege andere Kirchen als die Muslembrueder befragen ....

Die Extremisten haben abgelehnt, schreitet Clinton jetzt persoenlich gegen sie ein?

Wer annimmt, dass diese Extremisten kein Blut an den Haenden haben, kann sie gerne nach Washington einladen!

Das ist doch ein weiteres Clinton-Affentheater!

Re: Clinton-Affentheater?

"Quoten-Weiber"!

Gast: Lektornix
30.06.2012 21:12
1 3

dass statt das

Offenbar die neuen Schlüsselkräfte aus Spanien unterwegs.

Antworten Gast: Abdullah
01.07.2012 07:55
0 0

Re: dass statt das

Bitte genau hinzeigen, wo ist Fehler in Headline, sonst nix ausbessern.

Gast: schonwiedereingast (dauerzensuriert)
30.06.2012 21:07
2 0

Russland und China

haben dem nur zugestimmt, weil sie natürlich wissen, dass die Syrer geschlossen hinter Assad stehen, und durch eine Übergangsregierung mit dem vernünftigen Teil der Opposition sich die vom Westen unterstützten Terroristen zurückziehen müßten.


Gast: Un-Beschraenkt
30.06.2012 21:06
5 2

180° an der Realität vorbei.

Ein Beschluss, der von oben diktiert ohne jeglichen Bezug zur Realität erscheint. Man fragt sich wahrlich ob die UNO/ Völkerbund in den letzten 100 Jahren irgendetwas dazugelernt hat.

Folgende Grunde machen diesen Beschluss zu einer Totgeburt:

1) Sowohl das Assad-Regime als auch die Rebellen lehnen den Beschluss entscheiden ab.

2) Der Iran, ein bedeutender Nachbar und Faktor, wurde nicht zur Mitwirkung eingeladen, weil die USA das nicht wollen. Für dieses Hillary ist der Abgang des Regimes 'klar'. Eine einseitige Farce sondergleichen.

3) Trotz der oben genannten Gründe wird der Beschluss als Rechtfertigung dienen um beinhart Interessen durchzusetzen.

Dieses UNO ist ein reines Ermächtigungsinstrument imperialistischer Gesinnung und hat jegliche Seriosität verspielt.

Sie können sagen was sie wollen....

Sie können sagen was sie wollen.... solange die direkt Beteiligten nicht zustimmen, sind das nichts als leere Worte!
LEIDER!

Der Annankoffer ist der beste Alkaida-Mann.


Syrien muss souverän bleiben!

Nur das syrische Volk ist legitimiert, den Präsidenten seines Landes zu wählen!

Dazu braucht es keine UNO, keine Armeen aus den USA, keiner NATO, keinem Wirken seitens: Israel, Jordanien, Saudi-Arabien, Katar, Türkei etc.
Keine gekauften und entsandten Söldner, keiner Koordinierung durch CIA und anderen Geheimdiensten.

Antworten Gast: Wiener 123
01.07.2012 15:44
0 2

Re: Syrien muss souverän WERDEN !

"Nur das syrische Volk ist legitimiert, den Präsidenten seines Landes zu wählen!"

Aber nicht im Staate Assads. Das war noch nie der Fall.

Darum kam es seit März vergangenen Jahre zu Massenprotesten von einer vorbildlichen Größe, Hartnäckigkeit und Dauer, wie es die Welt seit mindestens dreissig Jahren nicht gesehen hat.
Als immer mehr friedliche Demonstranten vom Regime ermordet wurden, mußte der Weg des bewaffneten Kampfes beschritten werden.

Aber die gesamte Entwicklung haben Leute, die sich von "Infokriegern" anlügen und verhetzen lassen, völlig versäumt.

Antworten Gast: Roger33
30.06.2012 21:18
2 1

Re: Syrien muss souverän bleiben!

Und wie sollen die Syrer das erreichen,wenn sich zwei Blöcke 50 zu 50 gegenüberstehen,und keiner bereit ist nur einen Millimeter nachzugeben.


Antworten Antworten Gast: Vietkong
01.07.2012 09:34
1 0

Re: Re: Syrien muss souverän bleiben!

Blick nach Westen, über den Atlantik.

Ein plutokratisches System, mit zwei "gekauften" Parteien.

Check ?....

Die werden scheitern !

Nicht weil ich Pessimist bin sondern,
ich kenne die Einstellung Assad's dazu.

Re: Die werden scheitern !

cafeplauscherl g'habt mit erm?

Im Fadenkreuz der Terroristen