Einen Tag nach Inkrafttreten des Ölembargos hat der Iran mit einem umfangreichen Manöver begonnen. Die Übung in der Wüste Dasht-e-Kawir simuliere den Angriff eines feindlichen Militärstützpunkts, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die iranischen Revolutionswächter.
Bei dem Test mit dem Namen "Großer Prophet-7" sollen demnach "Dutzende Raketen" unterschiedlicher Reichweite auf die "Nachbildung eines Luftwaffenstützpunkts" abgefeuert werden. Auch Schahab-3-Raketen sollen getestet werden, deren große Reichweite Israel und die US-Militärbasen in der Region bedroht.
Antwort auf "böswillige Politik"
Am Sonntag war das Ölembargo der EU gegen den Iran in Kraft getreten. Der Iran kündigte daraufhin die Militärübung an und übte sich in Drohgebärden. "Wir setzen unsere Pläne zur Abwehr der Sanktionen um und werden eine Antwort auf diese böswillige Politik geben", erklärte der iranische Zentralbank-Gouverneur Mahmoud Bahmani.
Die Folgen des Ölboykotts seien für den Iran zwar hart, doch habe das Land 150 Milliarden Dollar an ausländischen Devisenreserven aufgebaut. Der iranische Ölminister Rostam Kasemi kündigte ebenfalls Vergeltungsmaßnahmen an und erklärte, mit dem Embargo werde sich Europa letztendlich nur selbst benachteiligen, weil dadurch der Ölpreis steige.
Warnung an Israel
Zugleich warnte man Israel mit scharfen Worten davor, einen Angriff auf iranische Atomanlagen zu wagen. "Wenn sie irgendwelche Aktionen unternehmen, dann werden sie uns eine Rechtfertigung dafür liefern, sie vom Angesicht der Erde zu fegen", sagte General Amir Ali Haji Sade von den Revolutionsgarden der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.
Sie werfen der Islamischen Republik vor, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernkraft an Atomwaffen zu arbeiten. Der Iran bestreitet dies. Trotz des erhöhten Drucks haben aber auch die jüngsten Verhandlungen der fünf UN-Veto-Mächte und Deutschlands mit dem Iran keinen Durchbruch gebracht.
(APA/Reuters/dpa)
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