19.05.2013 22:31 Merkliste 0

Iran-Konflikt: USA rüsten im Persischen Golf auf

03.07.2012 | 15:51 |   (DiePresse.com)

Die USA haben die Zahl ihrer Minenräumboote entlang der Straße von Hormuz verdoppelt. Auch Kampfflugzeuge wurden verlegt, die Atomanlagen angreifen könnten. Der Iran testete indes eine Mittelstreckenrakete.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die USA haben in den vergangenen Monaten ihre Militärpräsenz im Persischen Golf deutlich verstärkt. Ziel sei es, den Iran davon abzuhalten, die Straße von Hormuz für Öltanker zu sperren, berichtet die "New York Times" am Dienstag. Demnach sollen inzwischen acht Minenräumboote in der Region liegen - doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Ebenfalls rund um die Meerenge verlegt wurden Kampfflugzeuge vom Typ F-22 "Raptor" und F-15C, mit denen die iranische Raketenstellungen oder Atomanlagen angegriffen werden könnten.

Die Meerenge von Hormuz ist an der schmalsten Stelle nur 50 Kilometer breit. Durch das Nadelöhr befördern Tanker bis zu 40 Prozent des weltweit auf Schiffen transportierten Öls. Die Spannungen waren zuletzt durch Drohungen des Iran gestiegen, den Golf von Hormuz zu blockieren, sollte die Staatengemeinschaft im Streit um sein Atomprogramm die Ölexporte des Landes durch Sanktionen sabotieren.

Iran testet Mittelstreckenrakete

Der Iran übte sich am Dienstag ebenfalls im Säbelrasseln. Bei einem Militärmanöver in der Wüste hat die Islamische Republik eine Mittelstreckenrakete getestet, die bis nach Israel reichen könnte.

Die Revolutionsgarden, die zweite Säule der Streitkräfte neben der regulären Armee, feuerten am zweiten Tag einer Übung in der Kawir-Wüste eine Shahab-3-Rakete ab. Sie hat eine Reichweite von bis zu 2000 Kilometern. Zum Vergleich: Israel liegt etwa 1000 Kilometer vom Iran entfernt. Die Tests seien eine Antwort auf die Drohungen Israels, die Islamische Republik im Atomstreit anzugreifen, hieß es im staatlichen iranische Fernsehsender Press TV. Der Fernsehsender zitierte den Vize-Kommandanten der Revolutionsgarden, Hossein Salami. Er hatte erklärt, dass der Abschuss eine "Vergeltungsmaßnahme für die Feinde des Irans" sei.

"Dutzende" Raketentests nach US-Vorbild

Laut der Nachrichtenagentur Fars soll es sich bei dem Raketentest um keinen Einzelfall gehandelt haben. Im Gegenteil: Die Islamische Republik soll vielmehr "Dutzende" Raketen mehrerer Reichweiten erprobt haben, darunter die Kurzstreckenraketen Shahab-1 und Shahab-2 mit Reichweiten zwischen 300 und 500 Kilometern. Als Ziel diente demnach die Nachbildung einer Armeebasis, die den US-Stützpunkten in der Region ähnlich sah.

Machtdemonstration am Himmel: Raketen im Testflug

Alle 14 Bilder der Galerie »

Die Agentur Irna meldete, bei der Übung hätten zudem sieben "Angriffsdrohnen" Ziele zerstört, die "feindliche Kräfte von außerhalb der Region" darstellten. Bis zum Abschluss des Manövers am Mittwoch sollen laut Irna auch zwei Typen von Kurzstreckenraketen auf Ziele vor der Südküste des Iran getestet werden. Das Manöver "Großer Prophet 7" soll am morgigen Mittwoch enden.

Sperre für Öltransporte in EU?

Erst am Montag hatte der iranische Parlamentarier Ebrahim Agha Mohammadi für eine Gesetzesinitiative geworben, die die Schließung der Straße von Hormuz für Öllieferungen in die Europäische Union vorsieht - eine Reaktion auf das am Sonntag in Kraft getretene  EU-Ölembargo. Der iranische Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast spielte die Idee als "nur ein Plan" herunter, dementierte aber nichts.

In Istanbul waren am Dienstag unterdessen Atomgespräche auf technischer Ebene zwischen dem Westen und dem Iran angesetzt. Dabei sollte sondiert werden, ob sich die beiden Chefverhandler, Saeed Jalili für den Iran und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton für den Westen, noch einmal treffen werden. Der iranische Außenminister Ali-Akbar Salehi warnte den Westen zuvor vor einer ernsthaften Konfrontation. Der Westen verdächtigt Teheran seit Jahren unter dem Deckmantel eines friedlichen Atomprogramms, an Atomwaffen zu arbeiten. Die Regierung des Iran bestreitet dies heftig.

Chronologie: Der Streit um das iranische Atomprogramm

Alle 35 Bilder der Galerie »

(Red./APA/dpa/AFP/Reuters)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr zum Thema:

Mehr aus dem Web

8 Kommentare
Gast: Nochmals
27.07.2012 14:50
0 0

möchte ich anführen, was Jimmy Carter zum Besatz israelischer A-Waffen zu sagen hat:

http://www.stern.de/politik/ausland/jimmy-carter-israel-hat-150-atomwaffen-621564.html

Gast: Talbot
04.07.2012 10:22
0 0

Missinformation

Zitat: "Ebenfalls rund um die Meerenge verlegt wurden Kampfflugzeuge vom Typ F-22 "Raptor" und F-15C, mit denen die iranische Raketenstellungen oder Atomanlagen angegriffen werden könnten."

Bei beiden Typen handelt es sich um Luftüberlegenheitsjäger. Die F-15 wurde unter dem Motto "Not a pound for air-to-ground" entwickelt. Die F-22 kann zwar zwei 1000 Pfund schwere JDAM-Bomben mitführen. Das Upgrade für die kleineren GBU-39 Small Diameter Bomb ist erst im Gange.

Gast: Talbot
04.07.2012 08:27
0 0

Bildunterschrift

Die Bildunterschrift "Iran testet Mittelstreckenrakete / Bild: (c) EPA (EBRAHIM NOROOZI)" gehört geändert.

Das Schiff auf dem Bild ist die P228 Gorz ein Raketenschnellboot der Kana-Klasse, oder international eher bekannt unter La Combattante IIa Klasse. Bei der Rakete handelt es sich um eine SM-1, bzw. einen iranischen Nachbau. Zwischen 1974 und 1978 bekam der Iran 144 solcher Raketen von den USA.

Antworten Gast: Sooso
01.08.2012 03:16
0 0

Re: Bildunterschrift

Die russische Marine testet im Kaspischen Meer Raketen.
google

Gast: EFF EFF
03.07.2012 16:16
8 2

Handelsblockaden gegen Atommächte!

Der Iran hat keine Atombombe.
Die USA sind führend in der Entwicklung kleiner Atombomben als Bunkerbuster und im Feldeinsatz. Die USA hatten die iranischen Demokratiebestrebungen zerstört und das Schah-Regime im Iran installiert. Weder die Isrealis noch Iraner noch irgend sonstwer in der Region wollen Krieg. Nur die sogenannten Eliten, die ein ums andere Mal versagen, mutieren in ihrer Not als Kriegshetzer. Nieder mit dem zionistischen US-Imperialismus. Mut hat, wer sich dem "Kriegsdienst" verweigert. Mut hat, wer desertiert!

Antworten Gast: alatheus
03.07.2012 20:07
0 0

Re: Handelsblockaden gegen Atommächte!

Soviel ich weiß ist die Entwicklung des "Reliable Replacement Warhead" (initiiert unter dem damaligen Präsidenten Bush) vom DoE 2009 eingestellt worden.

http://www.time.com/time/nation/article/0,8599,1873887,00.html

Die Entwicklung von "Mini Nukes" startete unter der Regierung Clinton etwa 1993. Und wurde am 26. Oktober 2005 - unter George W. Bush - abgebrochen.

http://news.bbc.co.uk/2/hi/4377446.stm

Re: Handelsblockaden gegen Atommächte!

Vollkommen richtig!

Gast: Hamdudeldei
03.07.2012 16:04
4 3

Iran provoziert weiter

Immer naeher verlegen sie ihre Kueste an die Kampfflieger der USA.