Die USA haben in den vergangenen Monaten ihre Militärpräsenz im Persischen Golf deutlich verstärkt. Ziel sei es, den Iran davon abzuhalten, die Straße von Hormuz für Öltanker zu sperren, berichtet die "New York Times" am Dienstag. Demnach sollen inzwischen acht Minenräumboote in der Region liegen - doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Ebenfalls rund um die Meerenge verlegt wurden Kampfflugzeuge vom Typ F-22 "Raptor" und F-15C, mit denen die iranische Raketenstellungen oder Atomanlagen angegriffen werden könnten.
Die Meerenge von Hormuz ist an der schmalsten Stelle nur 50 Kilometer breit. Durch das Nadelöhr befördern Tanker bis zu 40 Prozent des weltweit auf Schiffen transportierten Öls. Die Spannungen waren zuletzt durch Drohungen des Iran gestiegen, den Golf von Hormuz zu blockieren, sollte die Staatengemeinschaft im Streit um sein Atomprogramm die Ölexporte des Landes durch Sanktionen sabotieren.
Iran testet Mittelstreckenrakete
Der Iran übte sich am Dienstag ebenfalls im Säbelrasseln. Bei einem Militärmanöver in der Wüste hat die Islamische Republik eine Mittelstreckenrakete getestet, die bis nach Israel reichen könnte.
Die Revolutionsgarden, die zweite Säule der Streitkräfte neben der regulären Armee, feuerten am zweiten Tag einer Übung in der Kawir-Wüste eine Shahab-3-Rakete ab. Sie hat eine Reichweite von bis zu 2000 Kilometern. Zum Vergleich: Israel liegt etwa 1000 Kilometer vom Iran entfernt. Die Tests seien eine Antwort auf die Drohungen Israels, die Islamische Republik im Atomstreit anzugreifen, hieß es im staatlichen iranische Fernsehsender Press TV. Der Fernsehsender zitierte den Vize-Kommandanten der Revolutionsgarden, Hossein Salami. Er hatte erklärt, dass der Abschuss eine "Vergeltungsmaßnahme für die Feinde des Irans" sei.
"Dutzende" Raketentests nach US-Vorbild
Laut der Nachrichtenagentur Fars soll es sich bei dem Raketentest um keinen Einzelfall gehandelt haben. Im Gegenteil: Die Islamische Republik soll vielmehr "Dutzende" Raketen mehrerer Reichweiten erprobt haben, darunter die Kurzstreckenraketen Shahab-1 und Shahab-2 mit Reichweiten zwischen 300 und 500 Kilometern. Als Ziel diente demnach die Nachbildung einer Armeebasis, die den US-Stützpunkten in der Region ähnlich sah.
Die Agentur Irna meldete, bei der Übung hätten zudem sieben "Angriffsdrohnen" Ziele zerstört, die "feindliche Kräfte von außerhalb der Region" darstellten. Bis zum Abschluss des Manövers am Mittwoch sollen laut Irna auch zwei Typen von Kurzstreckenraketen auf Ziele vor der Südküste des Iran getestet werden. Das Manöver "Großer Prophet 7" soll am morgigen Mittwoch enden.
Sperre für Öltransporte in EU?
Erst am Montag hatte der iranische Parlamentarier Ebrahim Agha Mohammadi für eine Gesetzesinitiative geworben, die die Schließung der Straße von Hormuz für Öllieferungen in die Europäische Union vorsieht - eine Reaktion auf das am Sonntag in Kraft getretene EU-Ölembargo. Der iranische Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast spielte die Idee als "nur ein Plan" herunter, dementierte aber nichts.
In Istanbul waren am Dienstag unterdessen Atomgespräche auf technischer Ebene zwischen dem Westen und dem Iran angesetzt. Dabei sollte sondiert werden, ob sich die beiden Chefverhandler, Saeed Jalili für den Iran und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton für den Westen, noch einmal treffen werden. Der iranische Außenminister Ali-Akbar Salehi warnte den Westen zuvor vor einer ernsthaften Konfrontation. Der Westen verdächtigt Teheran seit Jahren unter dem Deckmantel eines friedlichen Atomprogramms, an Atomwaffen zu arbeiten. Die Regierung des Iran bestreitet dies heftig.
(Red./APA/dpa/AFP/Reuters)
Chronologie: Der Streit um das iranische Atomprogramm
''Was haben wir getan?'': Die Geschichte der Atombombe






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