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Türkische Rechtsextremisten wollten Pamuk ermorden

04.07.2012 | 11:01 |   (DiePresse.com)

Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk stand offenbar auch auf der Todesliste der Dink-Mörder. 2007 wurde der armenischstämmige Journalist getötet.

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2007 wurde der armenischstämmige Journalist Hrant Dink von türkischen Rechtsextremisten getötet. Vor kurzem verriet ein wegen des Mordes inhaftierter Rechtsradikaler, Yasin Hayal, in einem Interview mit der türkischen Zeitung "Taraf", dass auch Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk auf der Todesliste stand. Der Plan sei aber wegen der internationalen Welle der Empörung nach dem Anschlag auf Hrant Dink aufgegeben worden. Hayal beschuldigte einen ehemaligen Polizeispitzel, die Ermordung des Schriftstellers vorbereitet zu haben.

Hayal war im Jänner wegen seiner Verwicklung in den Dink-Mord zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dink war im Jänner 2007 von dem damals minderjährigen Rechtsradikalen Ogün Samast erschossen wurden. Samast wurde zu 22 Jahren Haft verurteilt, Hayal und der ehemalige Polizei-V-Mann Erhan Tuncel kamen als mutmaßliche Anstifter ebenfalls vor Gericht. Während Hayal zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, erhielt Tuncel eine zehnjährige Haftstrafe und kam frei, weil das Gericht seine Strafe wegen der langen Untersuchungshaft als abgegolten ansah.

In dem Interview mit "Taraf" sagte Hayal nun, Ex-Spitzel Tuncel habe ihm gegenüber Dink und Pamuk als "gefährlich für die türkische Nation" bezeichnet. Nach Dink habe auch Pamuk ermordet werden sollen. Dink und Pamuk waren bei türkischen Rechtsextremisten wegen ihrer Forderung nach einer Aufarbeitung der türkischen Massaker an den Armeniern im Ersten Weltkrieg verhasst. Armenien fordert, die damaligen Ereignisse als Völkermord anzuerkennen.

Bei einem Gerichtstermin kurz nach dem Dink-Mord hatte Hayal öffentlich eine Drohung gegen Pamuk ausgesprochen. Dazu sagte er in dem Interview, er bereue dies. Nach seiner Entlassung aus der Haft wolle er Pamuk besuchen und sich bei ihm entschuldigen.

(APA)

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2 Kommentare

Komisch

In der Kommentarsektion des Verfassungsschutzbericht-Artikels wurde doch gerade erst erklärt, dass nur Linksextreme zur Gewalt neigen würden.

Gast: advo
04.07.2012 16:13
2 1

"Heisses Eisen"

Für die Türkei ist der Völkermord an den Armeniern im osmanischen Reich nicht nur ein Dauerbrenner, sondern ein "heisses Eisen". Eine Äußerung in dieser Richtung führt nicht nur zu einer strafrechtlichen Verfolgung, sondern auch zu Mordanschlägen.
Aus dem Urteil des Strassburger Gerichtes wird ersichtlich, dass die türkische Polizei diese Gefahr im Falle Hrant Dink bekannt war und nichts dagegen unternommen hat!
Deshalb erfolgte eine Verurteilung der Türkei!!

Im Fadenkreuz der Terroristen