In Tripolis und Benghazi sahen Beobachter bereits am Freitag Soldaten und Milizionäre vor den Wahllokalen. Damit sollten mögliche Angriffe von Gegner der demokratischen Wahlen verhindert werden. Besonders kritisch ist die Situation im Osten des Landes. Dort verlangen die Menschen mehr Macht und Autonomie für ihre Region. Einzelne Gruppierungen rufen dabei auch zum Wahlboykott auf.
Bei der Wahl werben rund 4000 Kandidaten um 200 Sitze. Die Programme der meisten Kandidaten stützten sich dabei auf drei Pfeiler: staatliche Dienstleistungen, Islam und Nationalismus. Besonders bekannt unter den Parteien sind die Partei für Gerechtigkeit und Aufbau, die von den Muslimbrüdern gegründet wurde, und die Vaterlandspartei. Letztere wurde von Mahmoud Jibril gegründet, der bereits Ministerpräsident einer Übergangsregierung war.
Der Nationale Übergangsrat hatte am Donnerstagabend erklärt, der Islam werde auch künftig "die wichtigste Quelle der Rechtsprechung" sein. Sehr umstritten ist diese Annahme in dem mehrheitlich islamisch-konservativen Land nicht. Nur einige radikale Islamisten wollen, dass der Islam die "einzige Quelle" der Rechtsprechung ist.
(APA/dpa)
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