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Rumänien: Parlament suspendiert Staatspräsidenten

06.07.2012 | 20:27 |   (DiePresse.com)

Ein Amtsenthebungsverfahren wurde gegen Amtsinhaber Traian Basescu beschlossen. Er soll die Verfassung verletzt haben.

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Das rumänische Parlament hat am Freitagabend die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen den bürgerlichen Staatspräsidenten Traian Basescu beschlossen. Spätestens in 30 Tagen muss eine Volksabstimmung angesetzt werden. 256 Parlamentarier stimmten für die Suspendierung des Präsidenten, 116 dagegen, zwei Stimmen waren ungültig. Für die Einleitung des Verfahrens waren mindestens 217 Stimmen nötig. Die regierenden Sozialisten (PSD) des Ministerpräsidenten Victor Ponta und Liberalen (PNL) werfen Basescu vor, die Verfassung durch Anmaßung von Regierungsbefugnissen und Beeinflussung der Justiz verletzt zu haben.

In der Debatte hatte Basescu den Antrag als "starke Erschütterung des demokratischen Systems" bezeichnet, die vor allem die Justiz bedrohe. "Die Justiz hat angefangen zu funktionieren, das erschreckt die Verbrecher, ob sie nun Politiker sind oder von außerhalb mit der Politik verbunden sind", sagte Basescu. In Bukarest begannen unmittelbar nach der Verkündung des Ergebnisses Freudendemonstrationen.

EU-Ratspräsident "sehr besorgt"

Das Votum erfolgte unter einem beträchtlichen Druck, den die Regierung in den letzten Tagen auf verschiedenste Institutionen ausgeübt hatte, und der EU-weit Zweifel an der Legalität der Maßnahmen und der Verstöße gegen demokratische Grundprinzipien aufkommen hat lassen. Zuletzt hatte der EU-Ratspräsident Herman van Rompuy sich über die Situation in Rumänien "sehr besorgt" gezeigt.

Binnen dreißig Tagen muss nun ein Referendum organisiert werden, bei dem die Bevölkerung über die Ab- oder Wiedereinsetzung Basescus entscheiden wird. Als Datum wurde der 29. Juli genannt. Aufgrund einer Abänderung des Referendumsgesetzes, die die Regierung erst am Donnerstag beschlossen hatte, ist zur Absetzung des Präsidenten nicht mehr die Mehrheit der Wahlberechtigten, sondern nur die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen notwendig.

(APA/dpa)

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10 Kommentare
Gast: Saubern
07.07.2012 14:13
0 0

Selektive Wahrnehmung in Österreich: Viktor oder Victor


Beim bürgerlichen Viktor Orban in Ungarn regt sich jeder über seine 2/3 Mehrheit und die daraus resultierende Machtfülle auf.

Die beispiellose Säuberungsaktion des linken Victor Ponta in Rumänien, die die EU schockiert und die durch Verfassungsbruch selbst vor dem Staatspräsidenten nicht Halt macht stört in unserem Land niemanden. Offensichtlich hat seine Weltanschauung viele Freunde in Österreichs Medien.

Gast: Kershengoltz
07.07.2012 14:05
1 0

Und jetzt bitte noch....

die Türkei, Serbien, Ukraine, Azerbeidjan und Georgien in die EUdSSR aufnehmen. Dann sind wir endlich komplett...
Danke an alle "weitsichtigen" europäischen Volks.verr.äterInnen und ihrerer unendlichen Weisheit. Bald ist es zu Ende.

Gast: A.C.L.
07.07.2012 12:43
1 0

Basescu der "Überkommunist"

Basescu verkörpert den Kommunismus schlechthin!! Was besseres als die Amtsenthebung, hätte nur durch seine Verhaftung gekrönt werden können..., ich weiß wovon ich spreche. Es gab und gibt "Freudendemonstrationen" nicht nur in Bukarest...

Gast: Bürger1
07.07.2012 11:43
2 1

Putsch

Das, was hier die Sozialisten - pardon, heute heisst das ja Sozial"demokraten" - in bester Tradition Ceausescus inszenieren ist ein glatter Staatsstreich: Eine Übergangsregierung ohne demokratische Legitimation eliminiert sämtliche demokratische Institutionen.

Und die EU? Ist halt ein wenig "besorgt".

Wenn so etwas jemand mit demokratischer Legitimation wie Viktor Orban gemacht hätte... wie laut hätten die europäischen Sozialisten um Sanktionen geschrieen?

Aber immerhin entlarvt dies die wahren Absichten der europäischen Sozialisten: Ab in die "Wohlfahrts"-Diktatur.

Europäer! Hört die Zeichen der Zeit!

Gast: Exped
07.07.2012 10:46
1 1

Freuden-Demos??

Dass in Bukarest auch tausende gegen die diktatorischen Maßnahmen der von Copy-Paste (Ponta) geführten USL auf die Strasse gehen wird nicht erwähnt...

3 0

das

haben wir davon das ganze pack in der eu haben wollen!!

Gast: recht und richten
07.07.2012 00:32
2 0

Er soll die Verfassung verletzt haben.

- Soll mit unseren Politikern auch passieren, wenn diese die Verfassung verletzen statt das vorher gut zu informierende Volk über Verfassungsänderungen abstimmen zu lassen.

Dies soll rückwirkend beschlossen werden auf die letzten zumindest 20 Jahre. Aber nicht nur eine Suspendierung muss folgen, sondern eine gerichtliche Anklage muss folgend sein.

Nicolae Ceaușescu

dürfte sein Urteil zu Recht empfangen haben.

Aber jetzt? Eine Rückkehr?

Gast: Cosy, I like my Häusl!
06.07.2012 21:39
3 1

Rumänien: Parlament suspendiert Staatspräsidenten........

......werfen Basescu vor, die Verfassung durch Anmaßung von Regierungsbefugnissen und Beeinflussung der Justiz......wenn das stimmt, was ist dann so sonderbar an der Absetzung, ASO, im Vergleich zu uns, weil das im "Westen" nicht möglich ist.....is schon klar!

Er heißt ...

Traian mit Vornamen, nicht Traia. Ich möchte Sie lediglich auf den Vertipper hinweisen.