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Libyen: Störaktionen begleiten Parlamentswahl

07.07.2012 | 12:58 |   (DiePresse.com)

Ein Jahr nach dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi hat in Libyen die erste freie Wahl seit mehr als einem halben Jahrhundert begonnen. Störaktionen wurden in Brega, Ajdabiya und Benghazi registriert.

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In Libyen haben am Samstag die ersten Parlamentswahlen seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi nicht ganz reibungslos begonnen. Im Osten von Libyen sind nach Angriffen von Gegnern der ersten demokratischen Parlamentswahl mehrere Wahllokale geschlossen worden. Das bestätigte der Vorsitzende der Wahlkommission, Nuri al-Abbar, am Samstag vor der Presse in Tripolis. Störaktionen wurden in Brega, Ajdabiya und einigen Vierteln der Großstadt Benghazi registriert.

Al-Abbar betonte jedoch, in 94 Prozent der Bezirke sei die Wahl normal abgelaufen. Einige der Wahllokale seien wegen logistischer Probleme geschlossen geblieben, hieß es. Noch in der Nacht seien frisch gedruckte Stimmzettel nach Libyen geflogen worden, hieß es am internationalen Flughafen von Kairo, wo eine libysche Maschine Zwischenstation machte.

Bereits vor Beginn des Urnengangs kam es am Sonntag rund um die östliche Metropole Benghazi zu einzelnen Protestaktionen und Angriffen von Föderalisten und Anhängern des alten Regimes von Muammar al-Gaddafi. Das Nachrichtenportal  "Qurayna" meldete, in Gaminis, 45 Kilometer westlich von Benghazi, seien drei Wahllokale verwüstet worden. Am Freitag hatten Gegner des Urnengangs einen Hubschrauber der Wahlkommission in Benghazi beschossen. Nach Angaben eines Regierungssprechers starb ein Mitarbeiter der Kommission.

"Erhebe deinen Finger"

Der Großteil der Libyer scheint die Wahl mit Begeisterung aufzunehmen. Rund 2,7 Millionen Wahlberechtigte hatten sich auf die Liste für die Wahl zur Nationalversammlung setzen lassen. Vor Wahllokalen in der Hauptstadt Tripolis bildeten sich bereits am frühen Sonntagmorgen Warteschlangen. Analog zum Ruf der libyschen Revolutionäre "Erhebe dein Haupt, du bist ein freier Libyer!", fotografierten einige Wähler nach der Stimmabgabe ihre mit Tinte aus dem Wahllokal gefärbten Finger, und jubelten: "Erhebe deinen Finger, du bist ein freier Libyer!".

Ergebnisse nicht vor Montag

Die Libyer wählen einen Allgemeinen Nationalkongress mit 200 Abgeordneten. 120 Mandate werden an Direktkandidaten vergeben, 80 Sitze gehen an die Kandidaten politischer Bündnisse. Der Allgemeine Nationalkongress löst den Übergangsrat ab, der sich während der Revolution im vergangenen Jahr gebildet hatte. Die Abgeordneten sollen eine Übergangsregierung ernennen und die Wahl einer verfassunggebenden Versammlung vorbereiten. Mit den ersten Ergebnissen aus einzelnen Städten wird frühestens am Sonntag gerechnet. Das Endergebnis wird nicht vor Montag oder Dienstag vorliegen.

Jahrestag der Revolution: Libyens Kampf um die Zukunft

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Das nordafrikanische Land war mehr als vier Jahrzehnte lang autoritär von Gaddafi regiert worden, der nach einem Aufstand im vergangenen Jahr auf der Flucht getötet wurde. Ähnlich wie in Tunesien und Ägypten könnten Experten zufolge auch in Libyen vor allem islamistische Parteien bei der Wahl zum Zug kommen.

 

 

(APA/AFP/Rueters)

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21 Kommentare
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Zu obigen Bild: Hoffentlich ist das nicht der Finger dem sie nach dem (...) benutzen!

Sonst haben sie nämlich alle ein blaues (...)!

Antworten Gast: ehschowurscht
07.07.2012 19:19
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Re: Zu obigen Bild: Hoffentlich ist das nicht der Finger dem sie nach dem (...) benutzen!

Ist leider falsch!
Sie nehmen die linke Hand dazu ;)

Antworten Antworten Gast: Aaron Fishhof
07.07.2012 19:40
0 1

Re: Re: Zu obigen Bild: Hoffentlich ist das nicht der Finger dem sie nach dem (...) benutzen!

Wären Sie so höflich und würden dem gemeinen Presse-Leser erklären wie Sie zu dieser Erkenntnis gelangen? Oder waren Sie schon mal dabei?

Störaktionen ...

..ja wer stört denn da die "demokratischen Wahlen" ... na die vielen Unterdrückten, die unter dem Oberst Gaddafi ein gutes uns sicheres Leben geführt haben und jetzt stören ... und nicht eigene Kandidaten aufstellen können .. die stören .. . klar Zensoristen-Zitronisten..??????

Gast: ein neuer gast
07.07.2012 18:13
3 0

muhahaa ...

"... in 94 Prozent der Bezirke sei die Wahl normal abgelaufen."

naja bis auf (aus meinem lieblingsblog):

"Man "vergisst" lediglich zu erwähnen, dass sich WEIT MEHR als die HÄLFTE der ECHTEN LIBYER gar nicht für diese D.....farce registrieren konnten/durften, weite Teile der Bevölkerung aufgrund von "Gaddafi-Verbindungen" gar nicht erst zugelassen sind und 120 der 200 künftigen Abgeordneten ohnehin vom Kollaborat..... direkt besetzt, nicht gewählt, sondern BESTIMMT werden, so wie ohnehin nur Leute zur Wahl stehen, die entweder der nordatlantischen .....organisation oder dem Extremisla........ seit der Besetzung Libyens den A.... ......."

die punktierung wurde von mir eingefügt, da die im blog verwendeten ausdrücke hier nicht die "communityrichtlinien" passieren dürften ...

Gast: Jetzt wissen wir endlich, warum es die Wüstenlila-Versicherung gibt und WO sie herkommt, na klar, aus der Wüste!
07.07.2012 16:52
0 0

Das Bild erinnert mich ein bisschen...

....an die ICH DU ER SIE ES-Versicherung, da sieht man wieder einmal wie schnell man zusammenwächst!
be.es: wenn man einmal Stundenlang, nur über die Wüste geflogen ist, dann denkt man eher an die Lebensversicherung und an Wasser!

3 0

Jetzt wird alles wieder gut.

Jetzt können endlich alle demokratisch den Islam wählen.

Jetzt können alle Flüchtlinge in dem islamistischen Schoß zurückkehren.

Die Kopftuchverkäufer leben auf, die Friseure (Rasierklingen werden nicht mehr gebraucht) sind die Verlierer.

Die vielen zivilen Opfer haben es wirklich gebracht.

Genial so eine Demokratie.

Gast: Johanna Letiner van Mikl
07.07.2012 16:28
2 0

Störaktionen begleiten Parlamentswahl?

Keine Sorge, das USAmerikanische Zähl-System gewährleistet den gewünschten Ausgang!

Durch den arabischen Frühling....


....hat der Islam eine große politische Macht bekommen.

Daß Minderheiten, insbes. Christen, um ihr Leben fürchten, wir ja nur am Rand erwähnt.

Und Europa? Mit dieser Migrationspolitik wird schon alles für den "Europäischen Frühling" vorbereitet, so z.B wird 2030 der Islam die führende Religion in Österreich sein.

Antworten Gast: Christoph S.
07.07.2012 16:31
1 0

Re: die führende Religion in Österreich sein.

Bis dorthin hat die Politik sterreich längst in Grund und Boden versenkt; Sodom und Gomorrha!

Re: Durch den arabischen Frühling....

Enrico II!

Du bist ein Glückpilz.

Meine Posting im selbem Sinne werden NIE Publiziert.


Tschuldigung fürs Klugsch*

...im selben Sinne
...in selbem Sinne

Es wird niemals zweimal m oder n geschrieben.

Re: Tschuldigung fürs Klugsch*

Danke für den Aufklärung.

Doch geht es in diesem Forum um deine Meinung, um deinen logischem Gedankengang.

Es ist natürlich besser wen die Rechtschreibung auch richtig ist.

Lebe einmal 47 Jahre in Brasilien, spreche und schreibe täglich nur in Portugiesisch, solltest Du dann keinen Rechtsschreibfehler haben so gratuliere ich Dir.

Sie haben natürlich recht. Darum auch der meine Entschuldigung;)


Gast: schonwiedereingast (dauerzensuriert)
07.07.2012 13:31
9 0

Libyen früher und heute

unter Gaddafi:
- von einem der ärmsten Länder der Welt zum reichsten Afrikas
- Wohlstand für jeden, stabil und prosperierend, dessen gigantische Öleinkommen vor allem der Bevölkerung zu Gute kamen
- setzte sich für ein vom Westen unabhängiges Afrika ein

heute:
(die Infos sind spärlich, wohl weil viele unabh. Informanten früher oder später 'verschwanden')
- Machtvakuum an der Spitze, der NTC praktisch ohne Macht, stattdessen sich bekämpfende Milizen, Ordnung nur durch Waffengewalt
- AlQaeda allgegenwärtig, die schwarze Flagge auf dem Justizgebäude in Benghazi
- Folterzentren in Tripoli, ständige Berichte von Folter, Terror, Kämpfen, Toten, Tripoli nur mehr pro forma Hauptstadt, Misrata deklariert sich unabhängig, es hat die Hälfte aller Panzer
- Aufteilung Libyens wird gefördert (der ölfördernde Osten u. Westen)
- der enorme Reichtum und die Finanzen Libyens haben sich regelrecht 'verflüchtigt', niemand weiß wo das Geld ist, der Mann von der Straße bekommt sein Geld nicht mehr von der Bank
- von einem Wiederaufbau Libyens kann keine Rede sein
- das Einzige, das wieder funktioniert, ist der Ölexport


auch wenn es den Moskau-Fanboys nicht gefällt

Libyen wird mit dieser Wahl einen ersten Schritt in Richtung Demokratie gehen.
Dafür, dass Libyen eigentlich ein Kunststaat ist, jahrzehntelang von einem irren Diktator regiert wurde und somit keine demokratischen Traditionen hat, eigentlich trotz allemem eine beachtlich demokratische Wahl. Jedenfalls demokratischer als in Russland.

Zur Erinnerung: auch Europa hatte eine lange demokratische Reife gebraucht, vor einigen Jahrzehnten haben selbst in Ö noch Rote und Schwarze aufeinander geschossen.

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Re: auch wenn es den Moskau-Fanboys nicht gefällt

Plappern Sie das Wort "Demokratie" nur so dahin oder denken Sie sich auch was dabei? Wobei dürfen Sie in Österreich als Bürger mitbestimmen? Wenn eine Regierung macht was sie will - und es normal ist, dass die Voraussetzungen, die zu einem Zeitpukt einer Volksabstimmung oder Wahl nur unverbindliche Wahlkampfrhetorik sind - haben Sie genauosoviel Einfluss wie in einer Diktatur.

Dem einzelnen Bürger in Libyen ist es unter Ghaddafi prächtig gegangen. Heute ist das Land niedergebomt und die Bürger verarmen. Zur Wahl stehen sowieso nur Leute, die dem Westen willfährig sind. Egal, welche "Partei" die Leute wählen, es ist immer die selbe Partei, die den selben Herren dient. So wie bei uns.

Re: Re: auch wenn es den Moskau-Fanboys nicht gefällt

wem bitte ist es unter Gaddaffi prächtig gegangen? wohl doch in erster Linie ihm selbst.

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Re: Re: Re: auch wenn es den Moskau-Fanboys nicht gefällt

Allen. Erkundigen Sie sich einmal. Ghaddafi hatte nicht einmal einen Palast, was nicht so unüblich wäre.

Antworten Gast: noch einer
07.07.2012 13:45
5 1

Re: auch wenn es den Moskau-Fanboys nicht gefällt

Die übliche Unterstellungsrethorik ,
die den Krieg herbeiführen und rechtfertigen will .
Die analoge
Befreiungs- und VerteidigungsRethorik
hatten wir vor 70 Jahren

Gast: noch einer
07.07.2012 10:44
6 0

Geheuchelte Demokratie

Da wird ein Land mit Bomben platt gemacht ,
gesellschaftliche Strukturen zerstört ,
ein paar Handlanger ohne gesellschaftlichen Hintergrund installiert ,die dann unter dubiosen Umständen zur Wahl kommen .
"Demokratie" ist heute eine Bedrohung für freie Länder und ein Kolonialisierungsprojekt der NATO .