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Südsudan droht Staatskollaps

09.07.2012 | 11:47 |   (DiePresse.com)

Am Montag jährte sich die Unabhängigkeit des Südsudans. Der jüngste Staat der Welt hat aber aktuell nichts zu feiern. Die Einstellung der Erdölproduktion lässt den Staat in eine finanzielle Krise schlittern.

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Anlässlich des einjährigen Jubiläums der südsudanesischen Unabhängigkeit rufen Menschenrechtsaktivisten, Bürgerrechtsorganisationen und Religionsführer aus aller Welt zum Frieden in der Region auf. Die Kampagne "Wir wählen den Frieden" soll auf den Konflikt zwischen dem Südsudan und seinem nördlichen Nachbarn Sudan aufmerksam machen, der das Jubiläum überschattet.

Ausgangspunkt dieses Konflikts sind die hohen Gebühren, die der Sudan für sein Pipelinesystem vom Südsudan verlangt. Es kam bislang zu keiner Einigung, weshalb der Südsudan seine Produktion auf dem größten Erdölfeld "Unity" vor einem halben Jahr eingestellt hat.

Das Land lukriert 98 Prozent seines Haushaltes aus der Erdölindustrie und ist damit sehr stark von diesem Sektor abhängig. Laut Frankfurter Rundschau schätzen Experten, dass die Reserven des Landes noch für zwei Monate reichen werden. Dann wird der Staat seine Beamten und Soldaten vermutlich nicht mehr bezahlen können.

Politische Einigung mit Sudan

Im Friedensvertrag von 2005 blieben wesentliche Punkte offen: Es wurde sowohl auf eine exakte Grenzziehung, als auch auf eine konkrete Regelung bezüglich der Gebühren für die sudanesischen Pipelines verzichtet.

Eine politische Einigung der beiden Länder sehen die Experten allerdings als einzige Möglichkeit den Südsudan aus seiner prekären Situation zu retten. Die aktuellen Rahmenbedingungen für die Verhandlungen gestalten sich aber als besonders schwierig - und zwar nicht nur aufgrund des Misstrauens der beiden Akteure zueinander. Vor drei Monaten besetzten südsudanesische SPLA-Truppen ein sudanesisches Ölfeld. Auf Druck der internationalen Gemeinschaft zogen sich die Truppen zwar zurück, lassen aber eine mögliche Einigung damit noch unwahrscheinlicher werden.

Alternativen für Einnahmen

Um nach dem Produktionsstopp an Geld zu kommen, richtete der südsudanesische Präsident Salva Kiir ein Konto ein, auf dem Politiker gestohlenes Geld zu überweisen hätten. Wenn sie diese Möglichkeit nutzen würden, hätten sie keine Konsequenzen zu befürchten. Der Präsident geht dabei von einer Summe von vier Milliarden Dollar aus, die "verschwunden" seien. Das entspricht zwei Jahreshaushalten des Aufbaustaates.

Auch auf andere Industriezweige oder auf die Landwirtschaft kann das Land nicht zurückgreifen. Aufgrund des langen Bürgerkriegs kam es in diesen Bereichen nie zu einer wirklichen Entwicklung. Eine Einigung zwischen den Ländern ist also unumgänglich, um dem jungen Südsudan ein Scheitern zu ersparen.

 

(Red.)

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3 Kommentare
Gast: Nemesis
09.07.2012 15:48
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Schwarzafrikaner sind unfähig sich selbst zu verwalten.

Das war immer schon so und wird auch so bleiben.
Siehe Entwicklung in Südafrika, Simbabwe & Co.
Selbst Äthopien welches nie unter Kolonialherrschaft war ist ja eine absolute Katatstrophe.
Nicht politisch korrekt aber wenigstens wahr.

Re: Schwarzafrikaner sind unfähig sich selbst zu verwalten.

so ist es

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Naja, vielleicht gar nicht so clever gewesen ...

die Unabhängigkeit von einem Land zu erklären, von dem man offensichtlich stark abhängig ist.

Aber macht ja nix. Vielleicht ist ja unterm ESM noch Platz - auch schon wurscht.