Washington/Wien/Sig/Ag. Seltsames ereignete sich vergangene Woche während einer Besprechung einer Spezialeinheit der Washingtoner Polizei. Wie die „Washington Post“ berichtete, diskutierten die Polizisten gerade über Drohungen gegen das Präsidentenpaar, als einer von ihnen ankündigte, Michelle Obama selbst erschießen zu wollen. Dann zückte der Beamte angeblich sein Handy und zeigte den Kollegen Fotos der Waffe, mit der er das Attentat begehen wollte.
Einer der anwesenden Offiziere schaltete daraufhin den Leutnant der Division ein, der die Sache an den Secret Service weiterleitete. Der Secret Service ist für die Sicherheit des Präsidenten zuständig. Unklar bleibt, wo genau das Gespräch stattgefunden hat oder wie viele Sicherheitsbeamte anwesend waren. Auch der Informant will anonym bleiben, Details verrät er keine. Den Medien ist auch der Name des Mitarbeiters, der die Drohung ausgesprochen hat, nicht bekannt.
Der Polizist wurde bisher bei Motorradeskorten für das Weiße Haus – also auch für die Präsidentenfamilie – eingesetzt. Unklar ist, ob er nun vom Dienst suspendiert oder nur in den Innendienst versetzt wurde. Aus Polizeikreisen gibt es dazu widersprüchliche Informationen. Laut Secret Service habe nie eine direkte Gefahr für Michelle Obama bestanden. Man sei sich der Vorkommnisse bewusst und werde die Ermittlungen angemessen leiten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.07.2012)
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