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Hollande hängt seiner Familie Maulkorb um

13.07.2012 | 18:32 |   (Die Presse)

Der fortgesetzte Familienstreit im Elysée-Palast kratzt am Image des „normalen“ Präsidenten. Hollande wollte vermeiden, dass sein Privatleben seine offizielle Rolle überlagert.

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Paris/R. b. Präsident François Hollande musste die Notbremse ziehen: Im Juni hatte seine Lebensgefährtin Valérie Trierweiler seiner Exfrau Ségolène Royal mit einer Twitter-Kurzbotschaft einen virtuellen Schienbeintritt verpasst, nun breitete sein Sohn Thomas im Interview mit dem Magazin „Le Point“ Familienstreitigkeiten aus. Da blieb Frankreichs Präsidenten nichts anderes übrig, als seine Angehörigen zu mehr Diskretion und Zurückhaltung in den Medien zu bitten.

Seine Gefährtin lässt bereits die Finger von Twitter. Sie hat gelernt, wie schnell man auch als unverheiratete Hausherrin im Elysée zur Zielscheibe von Gespött und Polemik wird. Und sie hat sich in der Familie Hollande nicht beliebt gemacht: Präsidentensohn Thomas hat sie in dem Interview offen kritisiert. Die vier erwachsenen Kinder, die Hollande mit Royal bis zu ihrer Trennung 2007 aufzogen, wollen die neue Frau an der Seite ihres Vaters bis auf Weiteres boykottieren.

Hollandes ältester Sohn rät seiner „Stiefmutter“, sie solle zwischen ihrer Tätigkeit als Journalistin bei der Illustrierten „Paris Match“ und ihrer Rolle als First Lady mit einem eigenen Büro im Elysée-Präsidentenpalast wählen, damit es nicht zu Interessenkonflikten komme. Sonst bleibe sie „ein Faktor der Instabilität“.

 

Sarkozy und der Medienrummel

Hollande wollte vermeiden, dass sein Privatleben seine offizielle Rolle überlagert. Das passt nicht zu seiner Vorstellung eines „normalen“ Präsidenten. Das Gegenbeispiel ist für ihn sein Vorgänger Nicolas Sarkozy. Der begann sein Amt im Stil einer Thronbesteigung mit der ganzen Familie. Am Anfang seiner Präsidentschaft ließ er nicht nur sein tägliches Jogging, sondern auch seine Scheidung von Ehefrau Cecilia und die ersten Flirts bis zur Hochzeit mit Carla Bruni von den Medien breitschlagen. Der Medienrummel aber gefiel den Franzosen nicht. François Hollande hat seine Lehren daraus gezogen – nicht so seine Partnerin und sein Sohn Thomas.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.07.2012)

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