Bangkok/Ag. Das Königreich Thailand ist an einer politischen Krise vorbeigeschrammt. Der Verfassungsgerichtshof wies am Freitag in Bangkok eine Oppositionsklage ab, die zur Auflösung der Regierungspartei Pheu Thai hätte führen können. Anlass war eine Initiative der Pheu Thai zur Änderung der Verfassung von 2007, die aus Sicht der Opposition den Bestand der Monarchie gefährdet.
Die Verfassung ist nach einem Putsch umgeschrieben worden – das Militär hatte 2006 den populistischen Premier Thaksin Shinawatra gestürzt, der daraufhin ins Exil flüchtete. Die Parteichefin von Pheu Thai und jetzige Regierungschefin ist Thaksins jüngere Schwester Yingluck. Während die Shinawatras vor allem von der armen Landbevölkerung – den sogenannten „Gelbhemden“ – unterstützt werden, sind die oppositionellen „Rothemden“ das Sammelbecken der urbanen Mittel- und Oberschicht.
Thailands Staatsoberhaupt ist der 84-jährige König Bhumibol. Wie gestern bekannt wurde, hat der seit Jahren hospitalisierte Monarch am Donnerstag eine leichte Gehirnblutung erlitten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.07.2012)
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